Die Jahre 1988 bis 1995

Die Zeit von den späten 1980er bis Mitte der 1990er Jahre war geprägt von der Dienstzeit des Kommandanten Friedrich Schlierf. Die FF München bekam erstmal eine eigene Geschäftsstelle, um sich besser selbst organisieren zu können. Auch mehrere Großbrände blieben in Erinnerung, darunter ein Brand im Heizkraftwerk Nord und im ehemaligen Heizkraftwerk Sendling.

21. Januar 1988 – Großbrand in Moosach

Vermutlich durch Brandstiftung kam es am 21. Januar 1988 in einem Behelfsbau an der Ries-/Dessauer Straße, der mit Gerüstbauteilen gefüllt war, zu einem Großbrand. Die aufgrund zahlreicher Anrufe alarmierten Einsatzkräfte – bestehend aus zwei Löschzügen der Berufsfeuerwehr und zwei Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr – fanden einen 35 x 30 Meter großen Lagerabschnitt in Brand vor.

Durch den schnellen Einsatz von fünf Strahlrohren und eines Wasserwerfers, wobei die Freiwillige Feuerwehr zwei B-Rohre und ein C-Rohr bediente, konnte die Ausbreitung des Feuers auf den unbetroffenen Rest des Lagergutes und die Zeltkonstruktion verhindert werden. Bei den Nachlöscharbeiten mussten 100 Meter Gerüstbretter ausgeräumt werden, sodass die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr über drei Stunden im Einsatz standen.

10. März 1988 – Friedrich Schlierf wird Kommandant der FF München

Bei der Jahreshauptversammlung am 10. März 1988 in der Kantine der Krauß-Maffei AG wurde der bisherige Stadtbrandmeister Friedrich Schlierf zum neuen Kommandanten (Stadtbrandinspektor) der Freiwilligen Feuerwehr München gewählt. Zum Stellvertreter (Stadtbrandmeister) wurde Wolfgang Beck bestimmt. 

Stadtbrandinspektor Friedrich Schlierf war seit 1967 aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr München, Abteilung Oberföhring, und seit 1973 im Kommando tätig. Im selben Jahr wurde er Nachfolger von Oberbrandmeister Carl Kiening als Schriftführer und übte dieses Amt bis 1983 aus. Seit 1983 war er der Stellvertreter des Kommandant (Stadtbrandmeister). 

Stadtbrandmeister Wolfgang Beck gehörte ebenfalls seit 1967 zur Freiwilligen Feuerwehr München, Abteilung Waldperlach. Seit 1972 leitetete er im Auftrag des Kommandos die zentrale Ausbildung und hatte sich insbesondere durch die Durchführung der Atemschutzausbildung verdient gemacht. 

25. März 1988 – Heftige Gewitter über München sorgen für umfangreiche Einsätze

Ein von Westen heranziehendes Gewitter verursachte am 25. März 1988 erhebliche Schäden, vor allem in den südlichen Stadtteilen Münchens. 

Die Kräfte der Berufsfeuerwehr wurden von acht Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt. Etwa 80 Einsätze waren zu bewältigen, darunter das Entfernen umgestürzter Bäume, die Wiederbefestigung gelockerter Blechdächer sowie die Sicherung von Fernsehantennen. 

31. März 1988 – Oberbranddirektor Seegerer geht in den Ruhestand

Am 31. März 1988 endete die Dienstzeit von Oberbranddirektor Dipl.-Ing. Karl Seegerer, der von 1965 bis 1988 über 23 Jahre lang die Leitung von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr der Landeshauptstadt München innehatte. 

Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr bot einen würdigen Rahmen, um Herrn Seegerer aus dem Kreis der Freiwilligen Feuerwehr zu verabschieden. Oberbürgermeister Georg Kronawitter war persönlich erschienen und würdigte in seiner Ansprache die Leistungen des scheidenden Oberbranddirektors. Unter seiner Führung entwickelte sich die Feuerwehr der Landeshauptstadt zu einer schlagkräftigen, über die Landesgrenzen hinaus anerkannten Institution. 

Der zurückgetretene Stadtbrandinspektor Hans Metz überreichte Herrn Seegerer einen Blumenstrauß. In seinen Dankesworten betonte Hans Metz, dass es für den langjährigen Chef nur eine Feuerwehr in München gegeben habe. Ihm sei es zu verdanken, dass die Freiwillige Feuerwehr heute so gut ausgerüstet und ausgebildet dastehe. 

1. April 1988 – Neue aber bekannte Leitung bei der Berufsfeuerwehr München

Am 1. April 1988 übernahm Oberbranddirektor Dipl.-Ing. Hans Brandl die Leitung der Berufsfeuerwehr München. 

Als langjähriger Vertreter war Oberbranddirektor Brandl der Freiwilligen Feuerwehr bestens bekannt, ebenso wie sein neuer Stellvertreter, Ltd. Branddirektor Dipl.-Ing. Günther Hölzl. Hölzl, geboren in Spiegellau (Niederbayern), gehörte während seines Studiums an der Technischen Universität München der Freiwilligen Feuerwehr München an. 

28. April 1988 – Brand im Altenheim

Ausgehend von einem brennenden Bett – ein Bewohner hatte darin geraucht – gerieten am 28. April 1988 ein Zimmer und der Flur im Altenheim Schwanseestraße 14 vollständig in Brand. Bei Ankunft der Einsatzkräfte schlugen meterlange Flammen aus einem Fenster, während aus mehreren weiteren Fenstern Menschen um Hilfe riefen. 

Parallel zur sofort eingeleiteten Brandbekämpfung mit vier C-Rohren evakuierten die Feuerwehrkräfte gemeinsam mit dem Pflegepersonal insgesamt 64 meist gehbehinderte Personen. Drei Bewohner erlitten mittelschwere Brandverletzungen, 13 weitere wurden durch Rauchvergiftungen geschädigt. Neben drei Löschzügen der Berufsfeuerwehr war auch eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. 

Auch der Münchner Notarzt- und Rettungsdienst hatte alle Hände voll zu tun, die verletzten Heimbewohner zu versorgen sowie in Krankenhäuser und Ersatzunterkünfte zu bringen.

25. Juni 1988 – Internationale Leistungswettbewerbe

Am 25. Juni 1988 nahm eine Gruppe der Abteilung Oberföhring an den Südtiroler Feuerwehr-leistungswettbewerben in Sand in Taufers teil und erwarb das Südtiroler Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber. 

Zur Betreuung der deutschen Feuerwehren, die am Wettbewerb in Sand in Taufers teilnahmen, wurden Stadtbrandinspektor Schlierf sowie der Leiter der Stadtfeuerwehr Unna/Westfalen vom Deutschen Feuerwehrverband (DFV) beauftragt. 

Am 2. und 3. Juli 1988 nahm zudem eine Gruppe der Abteilung Allach am niederösterreichischen Landes-Feuerwehrleistungswettbewerb teil und erhielt das österreichische Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze. 

Juni 1988 – Neue Rüstwagen vom Bund

Mitte 1988 wurden sechs weitere Rüstwagen (RW 1) vom Bund an die Freiwillige Feuerwehr München übergeben. Neben der Abteilung Stadtmitte, die bereits 1985 einen RW 1 auf IVECO-Magirus (F 130 M 7 FAL mit Voll-Aufbau) erhalten hatte, verfügte nun jeder Bereich mit einer Abteilung (Freimann, Riem, Michaeliburg, Sendling, Langwied-Lochhausen und Ludwigsfeld) über einen RW 1. 

Die sechs RW 1 wurden auf Fahrgestellen von MAN/VW 8.136 FAE von den Odenwaldwerken (OWR) aufgebaut. Neben Geräten für den technischen Einsatz verfügten die Fahrzeuge über eine vom Fahrzeugmotor angetriebene Zugeinrichtung (Rotzler-Seilwinde) mit einer Zugkraft von jeweils 50 kN (5 Tonnen). 

Die Stationierung wurde nach einsatztaktischen Gesichtspunkten in Abstimmung mit der Branddirektion festgelegt. Seit dieser Zeit werden die betreffenden Abteilungen auch zu Einsätzen der technischen Hilfeleistung alarmiert.

24. Juli 1988 – Vollalarm nach Orkan in München

Die neuen Rüstwagen wurden gleich auf die Probe gestellt. In der Nacht zum 24. Juli 1988 erreichte ein Tief den Südwesten Deutschlands mit Sturmböen, Hagel und Blitzschlag. 

Am Nachmittag entwickelten sich am Alpennordrand mächtige Gewitterzellen, die durch einströmende feuchte Warmluft aus dem Starnberger Fünf-Seen-Land die Stadtluft des Großraums München stark erwärmten. 

Diese explosive Mischung löste eine Wetterkatastrophe aus, ähnlich dem Hagelsturm vom 12. Juli 1984. Doch diesmal fielen keine taubeneigroßen Eisklumpen, sondern es entwickelte sich ein Orkan wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Mit einer Geschwindigkeit von 140 km/h (12 Beaufort, ab 118 km/h) raste der Wind über Dächer, Türme und Wipfel von München hinweg. 

Das Naturspektakel dauerte örtlich nur wenige Sekunden, reichte allerdings aus, um Tausende kräftige Bäume – etwa im Englischen Garten – abzubrechen oder zu entwurzeln. Manche stürzten krachend auf Fahrzeuge und Stromleitungen. Blitze verstärkten das Unwetter. Straßenverkehr und Stromversorgung brachen zusammen. 

Für die Münchner war besonders schlimm, dass unter anderem viele Biergärten durch ein Durcheinander abgerissener Äste, zerschmetterten Geschirrs sowie umgestürzte Tische und Stühle keine Gemütlichkeit mehr ausstrahlten. Noch schlimmer: Auf der Theresienwiese fielen zahlreiche Aufbauten für das Oktoberfest dem Orkan zum Opfer. Auch vor dem Gebäude des Deutschen Wetterdienstes am Bavariaring herrschte Verwüstung. 

Die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr München verzeichneten zusammen mit dem Technischen Hilfswerk (THW) ab dem ersten Alarm um circa 16:00 Uhr über 840 Einsätze. Das Unwetter verursachte Sachschäden in Millionenhöhe und forderte mehrere Verletzte. 

So wurde ein Motorradfahrer durch die Orkanböen gegen einen Pkw gedrückt und lebensgefährlich verletzt. Mehrere Personen in öffentlichen Anlagen wurden durch umstürzende oder entwurzelte Bäume sowie herabfallende Äste verletzt. Im Englischen Garten wurden acht Schafe durch umstürzende Bäume getötet. 

Von der Freiwilligen Feuerwehr München waren alle Abteilungen zur Beseitigung von Sturm- und Wasserschäden bis weit nach Mitternacht im Einsatz.

8. Oktober 1988 – Brandstiftung in einer Speditions-Lagerhalle

Ein an Ort und Stelle festgenommener Brandstifter hatte am 8. Oktober 1988 an der Wilhelm-Hale-Straße 42 eine etwa 30 x 40 Meter große Speditions-Lagerhalle angezündet. Bei Ankunft der Einsatzkräfte stand die Halle, in der vorwiegend Sportschuhe und Wein gelagert wurden, bereits in Vollbrand. 

Durch schnellen Einsatz von B- und C-Rohren sowie Wasserwerfern konnte eine Ausbreitung des Feuers auf eine unmittelbar angebaute Halle und benachbarte Lagerbauten verhindert werden. 

Zu den Löscharbeiten war neben der Berufsfeuerwehr zunächst die Abteilung Moosach der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt, die im Verlauf von zwei weiteren Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr abgelöst wurde. 

Personen waren zu keiner Zeit gefährdet. Der Gesamtschaden betrug etwa drei Millionen Mark. 

10. Februar 1989 – Neue Fahrzeuge vom Bund

Am 10. Februar 1989 wurden der Freiwilligen Feuerwehr München acht neue Löschfahrzeuge LF 16-TS vom Bund übergeben. Diese Fahrzeuge dienten als Ersatz für Vorgängermodelle, die mehr als 20 Jahre im Dienst standen. 

Die Fahrzeuge, aufgebaut von der Firma Lentner auf einem IVECO-Magirus 90-16 AB Turbo Allradfahrgestell mit 160 PS und einem Gesamtgewicht von 9.000 Kilogramm, sind mit einer Feuerlösch-Kreiselpumpe Ziegler FP 24/8 ausgestattet. Diese erreicht eine Förderleistung von 2.400 Litern pro Minute bei einem Druck von 8 bar. Die eingeschobene Tragkraftspritze TS 8/8-ZS ist eine leistungsgesteigerte Tragkraftspritze mit 1.600 Litern pro Minute bei 8 bar. 

Die Beladung entspricht der eines normgerechten LF 16-TS, unter anderem mit 30 Druckschläuchen B 20 und 16 Druckschläuchen C 15, drei Verteilern und acht Saugschläuchen A1600. Aufgrund der Schlauchmengen und der leistungsstarken Feuerlöschpumpen sind diese Fahrzeuge besonders für die Förderung von Löschwasser über lange Wegstrecken geeignet. Zur Steigerung des Einsatzwerts können die Fahrzeuge statt der Tragkraftspritze mit einem Geräte-Unwettersatz ausgerüstet werden.

Zwar aus städtischen Mittel beschafft, aber auch für den Katastropheneinsatz geplant, der neue Küchenwagen für den Verpflegungszug. In einem Mercedes 609 D Kastenwagen wurde eine entsprechende Kücheneinrichtung eingebaut.

16. März 1989 – Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr München

Die Jahreshauptversammlung fand am 16. März 1989 in der Kantine der Krauß-Maffei AG statt. Stadtbrandinspektor a. D. Heinrich Reuter, der von 1968 bis 1983 Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr München war, wurde zum Ehrenkommandanten ernannt. 

Zu Ehrenmitgliedern wurden Karl Müller (ehemaliger stellvertretender Abteilungsführer Langwied-Lochhausen), Klaus Schimonsky (ehemaliger Abteilungsführer Freimann) und Richard Schwarz (ehemaliger Abteilungsführer Michaeliburg) ernannt.

11. April 1989 – Großbrand im Bundesbahnausbesserungswerk Freimann

In einer 300 mal 100 Meter großen Reparaturhalle geriet im abgetrennten Lagerbereich für Fremdfirmen Ersatzteile und Messgeräte in Brand. 

Die Werkfeuerwehr des Ausbesserungswerks bekämpfte das Feuer unter schwerem Atemschutz gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr und der Abteilung Freimann der Freiwilligen Feuerwehr München. Der Löschangriff erfolgte mit mehreren Rohren.

12. Mai 1989 – Flugzeugabsturz in der Hella-von-Westarp-Straße

Beim Start einer Cessna am Flughafen Riem erreichte das Flugzeug nicht ausreichend Höhe, stürzte auf das Dach eines Wohngebäudes und wurde anschließend in einen angrenzenden Baumbestand geschleudert. Vier Insassen verbrannten in dem Flugzeugwrack. Ein Passagier wurde beim Aufprall vom Flugzeug auf das Dach geschleudert und überstand den Absturz nahezu unverletzt. Er wurde vom Notarzt versorgt und behandelt. 

Die Flughafenfeuerwehr, die Berufsfeuerwehr München sowie die Freiwillige Feuerwehr Trudering führten den Löschangriff durch und löschten das Haus, das Flugzeugwrack und den angrenzenden Fichtenbestand. Die Bewohner des Hauses konnten sich selbst in Sicherheit bringen. 

Es handelte sich um das zweite schwere Flugzeugunglück binnen zwei Jahren. Nachdem der Flughafen Riem im Mai 1992 nach Erding verlegt wurde, blieb Trudering von Flugzeugunglücken verschont. 

24. Juni 1989 – 110 Jahre Feuerwehr Moosach

Zu diesem Jubiläum erschien eine Festschrift der Abteilung, die einen eindrucksvollen Rückblick auf die vergangenen Jahre bietet. Als Gäste wurden unter anderem eine Abordnung des „Shropshire Fire and Rescue Service“ und der Freiwilligen Feuerwehr Kohlscheid aus Herzogenrath (Aachen) begrüßt. 

Das Fest wurde in einem Festzelt für 2.000 Personen abgehalten. Eine Schauübung am Samstag, dem 24. Juni 1989, führten die Abteilungen Allach und Ludwigsfeld aus dem Bereich West II durch. 

Weitere Veranstaltungen waren die Abendveranstaltungen im Festzelt am Freitag, dem 23. Juni, sowie am Samstag, dem 24. Juni 1989. Am Sonntag, dem 25. Juni 1989, endete das Jubiläum mit einem Kirchenzug, einer Heiligen Messe mit Fahnenweihe und einem Festzug. 

Die alte Fahne von 1954, die zum 75-jährigen Jubiläum angefertigt wurde, wurde für dieses Jubiläum restauriert. Die Kosten für die Restaurierung übernahm der ortsansässige Inhaber der Spedition Ascherl & Co.

3. Juli 1989 – Tod von Oberbranddirektor Hans Brandl

Am 3. Juli 1989 verstarb nach längerer schwerer Krankheit Oberbranddirektor Dipl.-Ing. Hans Brandl. 

Hans Brandl war fast 25 Jahre der Stellvertreter von Oberbranddirektor Karl Seegerer und als zweiter Mann in der Branddirektion eng mit der Freiwilligen Feuerwehr verbunden. 

Bei der Beerdigung auf dem Westfriedhof begleiteten neben den Beamten der Berufsfeuerwehr zahlreiche Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr München den Verstorbenen würdevoll auf seinem letzten Weg. 

Nach seinem plötzlichen Tod berief der Stadtrat der Landeshauptstadt München den Leitenden Branddirektor Dipl.-Ing. Günther Hölzl zum neuen Leiter der Hauptabteilung V „Branddirektion und Katastrophenschutz“ im Kreisverwaltungsreferat. Gleichzeitig wurde Branddirektor Dipl.-Ing. Dietrich Falke zu seinem Stellvertreter ernannt. 

Der berufsmäßige Stadtrat und Kreisverwaltungsreferent Dr. Hans-Peter Uhl führte die beiden Beamten in einem kurzen Festakt am 1. August 1989 in ihre Ämter ein.

22. Juli 1989 – Brand eines Garagenschuppens in Michaeliburg

In einer Garagenanlage in der Toni-Schmid-Straße geriet ein etwa zwölf mal fünf Meter großer Schuppen in Brand. Die Berufsfeuerwehr und die Abteilung Michaeliburg der Freiwilligen Feuerwehr München bekämpften den Brand mit einem massiven Löschangriff unter Einsatz von acht C-Rohren und zwei B-Rohren. 

Außerdem mussten fünf Propangasflaschen aus dem Gefahrenbereich entfernt werden. Durch den schnellen Einsatz der Einsatzkräfte konnte eine weitere Ausbreitung des Brandes verhindert werden.

13. Oktober 1989 – Hilfeleistung in Freimann

Auf einer Baustelle in Freimann bei der Völckerstraße sollten zwei Autokrane einen dritten Autokran auf eine Brücke heben. Dabei riss ein Halteband, sodass der Kran zu Boden stürzte. Der Kranfahrer blieb glücklicherweise unverletzt. 

Etwa 350 Liter Hydraulik- und Dieselöl mussten aufgefangen und in Fässer abgefüllt werden. Diese Aufgabe übernahm die Abteilung Freimann der Freiwilligen Feuerwehr München gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr.

19. Dezember 1989 – Brand eines Reifenlagers in Aubing

Bereits bei der Anfahrt wies eine weithin sichtbare Rauchsäule den Einsatzkräften den Weg. Ein 40 x 15 Meter großes Reifenlager in der Bodenseestraße 237 stand in voller Ausdehnung in Brand. Starke Einheiten der Berufsfeuerwehr sowie die Abteilung Aubing der Freiwilligen Feuerwehr München bekämpften das Feuer mit Wasserwerfern und großkalibrigen Rohren. 

Nach etwa 60 Minuten konnte der Einsatzleiter „Feuer aus“ melden. Ein angrenzendes Büro- und Geschäftsgebäude musste von der Polizei vorübergehend geräumt werden.

1. Januar 1990 – Die FF München erhält eine hauptamtliche Geschäftsstelle

Seit dem 1. Januar 1990 verfügt die Freiwillige Feuerwehr München über eine Geschäftsstelle mit einem hauptamtlichen Verwaltungsmitarbeiter. Diese Stelle war lange Zeit Thema innerhalb der Führungsorganisation. 

Die Verwaltungsaufgaben, insbesondere bei einem Personalstand von über 700 aktiven Mitgliedern, hatten ein Ausmaß erreicht, das eine ordentliche Verwaltung auf rein ehrenamtlicher Basis nicht mehr ermöglichte. Nach Verhandlungen wurde in Zusammenarbeit mit der Branddirektion die Stelle eingerichtet. 

Bereits in den ersten Monaten bestätigte sich die Richtigkeit dieses Schritts: Die Zusammenarbeit mit der Branddirektion wurde intensiviert, die Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr erhielten einen festen Ansprechpartner, viele zuvor aus Zeitgründen nicht begonnene Aufgaben wurden neu aufgenommen, andere beschleunigt.

Dazu gehörte auch die Übernahme der Personalverwaltung mittels EDV. Ein Arbeitskreis der FFM hat zusammen mit dem Kommando und der Branddirektion die ersten Weichen gestellt und Vorbereitungen begonnen. Der erste Teil der Hard- und Software wurde über die Branddirektion beschafft, sodass diese Aufgabe zu Jahresbeginn konzentriert angegangen werden konnte.

22. Januar 1990 – Dachstuhlbrand in der Bayerstraße

Aus unbekannter Ursache geriet am Abend der Dachstuhl eines sechsgeschossigen Wohn- und Geschäftshauses in Brand. 

Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte der Dachstuhl auf einer Fläche von 20 x 20 Metern. Während die Löschmaßnahmen (drei C-Rohre über Drehleiter und zwei C-Rohre im Innenangriff) eingeleitet wurden, mussten 32 Bewohner, die sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht hatten, in einem Großrettungswagen der Berufsfeuerwehr untergebracht werden. 

Zwei Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr unterstützten die Berufsfeuerwehr. Insgesamt waren circa 100 Feuerwehrkräfte und 30 Fahrzeuge im Einsatz.

10. Februar 1990 – Übergabe von Fahrzeugen an die Freiwillige Feuerwehr München

Der Bund übergab erneut im Rahmen des erweiterten Katastrophenschutzes sechs LF 16-TS (Iveco-Magirus) als Ersatzbeschaffungen für alte ausgesonderte Fahrzeuge. Diese Fahrzeuge sind auch für den friedensmäßigen Einsatz geeignet. 

Für den Ersatz städtische Fahrzeuge waren Sie nur bedingt einsatzbar, da keines dieser Fahrzeuge mit einem Wassertank ausgerüstet war. Daher erhielten die Abteilungen Moosach, Michaeliburg und Ludwigsfeld von der Berufsfeuerwehr jeweils ein LF 16 auf Magirus 170D10, das dort durch neue Fahrzeuge ersetzt wurde.

Über den Freundesverein der Abteilung Moosach wurde zudem ein Mannschaftstransportwagen (MTW) auf einem gebrauchten VW Bus T3 vom Arbeiter-Samariter-Bund beschafft. Die Stadt München übernahm den Bus als Spende und stattete ihn zusätzlich mit einer Lautsprecheranlage für mobile Durchsagen aus. Dieses Fahrzeug stand insbesondere der Jugendgruppe des Bereichs West II zur Verfügung.

27. Februar bis 3. März 1990 – Orkane „Vivian“ und „Wiebke“ sorgen für Chaos im Stadtgebiet

Der Faschingsausklang verlief in diesem Jahr sehr stürmisch. Zwei große Stürme, genannt „Vivian“ und „Wiebke“, brachten vereinzelt Schnee- und Graupelschauer in die Stadt. Es wurden schwere Schäden gemeldet, betroffen waren unter anderem Parks und sogar Friedhöfe, wo 200 Grabsteine von Bäumen begraben wurden. 

In der Nacht zum Donnerstag kam eine weitere starke Windböenwelle. „Vivian“ und „Wiebke“ erreichten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h, wodurch viele Schäden in der Stadt verursacht wurden. 

Die Feuerwehr musste insgesamt 2.800 Einsätze bewältigen, so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. In Bahnhofsnähe flatterte ein großes Blechteil gefährlich vom fünften Stock; ein Feuerwehrmann kletterte hinauf, um die Platte zu sichern, wurde jedoch vom Dach geweht. Durch seine Eigensicherung überstand er den Sturz unbeschadet. Auch die Kuppelhülle des Justizpalastes musste befestigt werden. 

Die beiden Orkanstürme forderten Berufs- und Freiwillige Feuerwehr über mehrere Tage. Alle 22 Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München wurden gleichzeitig eingesetzt. Die Freiwillige Feuerwehr wurde zu 775 Einsatzstellen gerufen und leistete dort technische Hilfe. Teilweise waren die Kräfte mehr als 10 Stunden im Dauereinsatz 

Schwerpunkt war das Räumen von Zufahrtsstraßen zum Innenstadtbereich, die durch umgestürzte Bäume blockiert waren. Viele umgeknickte Bäume mussten von Hausdächern und Fahrzeugen entfernt werden. 

Bäume, bei denen sich der Wurzelteller bereits angehoben hatte, drohten bei anhaltendem Sturm umzustürzen und gefährdeten teilweise die Einsatzkräfte. Daher war ein sofortiges Abtragen notwendig. Auch Kamine, Dachteile und Antennen mussten gesichert oder abgetragen werden. 

Abgerissene und herabhängende Stromleitungen stellten ebenfalls eine Gefahr dar und mussten gemeinsam mit den Stadtwerken entfernt werden.

22. März 1990 – Brand in einem Recyclingbetrieb

In einem Recyclingbetrieb in der Detmoldstraße war das Papier-Freilager aus unbekannter Ursache in Brand geraten. Eine weithin sichtbare Rauchsäule wies der Feuerwehr den Weg. Bei Ankunft standen auf einer Fläche von etwa 80 x 60 Metern, fünf Meter hoch gestapeltes Altpapier in Vollbrand. 

Ein angrenzendes Altreifenlager sowie zwei ebenerdige Gebäude, die als Werkstatt und Lager für Chemikalien, Glas und Papier genutzt wurden, waren stark gefährdet und teilweise ebenfalls in Brand geraten. 

Über 100 Feuerwehrkräfte von der Berufs- und der Freiwilliger Feuerwehr München mit 35 Fahrzeuge, darunter drei Großtanklöschfahrzeuge, waren mit der Brandbekämpfung und dem Schutz der gefährdeten Gebäude befasst. 

Nach eineinhalb Stunden konnte „Feuer aus“ gemeldet werden, die Nachlöscharbeiten dauerten jedoch mehrere Stunden. Der Kreisverwaltungsreferent und berufsmäßige Stadtrat Dr. Hans-Peter Uhl informierte sich persönlich vor Ort über das Schadensausmaß.

27. März 1990 – Brand einer Lagerhalle in Moosach

Eine etwa 80 x 30 Meter große Lagerhalle in Holzbauweise in der Dachauer Straße stand in Brand. Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte die rund zwölf Meter hohe Halle am First vollständig. Berufsfeuerwehr, Werkfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr setzten mehrere B- und C-Rohre ein, um den Brand zu bekämpfen und eine angrenzende Schreinerei zu schützen. 

Auch Bürocontainer auf der Nordseite in etwa 20 Meter Entfernung mussten geschützt werden; durch die Hitzeeinwirkung waren bereits Fensterscheiben zersprungen.

21. September 1990 – Sturmschäden auf der Theresienwiese

Gegen 11:00 Uhr setzte über dem Stadtgebiet ein heftiger Sturm ein, der die Zeltdächer der Festhallen „Bräurosl“, „Winzerer Fähndl“, „Ochsenbraterei“, „Augustiner“ und „Hacker“ teilweise großflächig abdeckte. 

Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr der Stadt sowie Freiwillige Feuerwehren des Landkreises waren mit 40 Fahrzeugen, darunter neun Drehleitern, bis 19 Uhr im Einsatz. Die Sicherungsarbeiten wurden vom Technischen Hilfswerk mit vier Fahrzeugen und 22 Mann unterstützt. 

Zeitgleich waren weitere Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München im Stadtgebiet zu technischen Hilfeleistungen im Einsatz. Unter anderem musste die Außenwand eines etwa 40 Quadratmeter großen Großzelts, das als Behelfsunterkunft für Asylsuchende diente, gesichert werden. Die Feuerwehr beseitigte den Schaden, sodass das Zelt wieder bewohnbar war.

14. Oktober 1990 – Brand in der Bodenseestraße

Um 20:48 Uhr wurde die Feuerwehr zur Bodenseestraße 96 gerufen. Der weithin sichtbare Feuerschein leitete die Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr. Eine Halle mit Kfz-Werkstatt sowie Papier- und Reifenlager (30 mal 15 Meter) stand vollständig in Brand. 

Mit etwa 100 Feuerwehrleuten wurde ein umfassender Löschangriff durchgeführt, sodass das Feuer bereits gegen 22:00 Uhr unter Kontrolle war. Die umfangreichen Nachlöscharbeiten, bei denen teilweise Blockstapel auseinandergezogen werden mussten, dauerten bis in die frühen Morgenstunden an. Drei Gabelstapler und eine Papierpresse fielen den Flammen zum Opfer. 

Drei Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr waren mehr als acht Stunden im Einsatz. 

Der Gesamtschaden wurde auf etwa 500.000 DM geschätzt.

10. Dezember 1990 – Großbrand im Heizkraftwerk Nord

Im neu errichteten Block des Heizkraftwerks Nord kam es am 10. Dezember 1990 gegen 16.00 Uhr aus ungeklärter Ursache zu einem Großbrand in der Rauchgasreinigungsanlage. Eine weithin sichtbare Rauchsäule wies den eintreffenden Einsatzkräften den Weg. Der Brand erstreckte sich über mehrere Ebenen in einer Höhe zwischen 20 und 45 Metern. Zwei Arbeiter, die sich auf das Dach zurückgezogen hatten, konnten mithilfe eines Baukrans gerettet werden.

Eingesetzt wurden etwa 120 Feuerwehrleute der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr der Stadt München sowie eine Freiwillige Feuerwehr aus dem Landkreis. Dabei wurden mehrere Wasserwerfer und Rohre in drei Höhenabschnitten (25 m, 40 m und 45 m) eingesetzt.

Das Feuer in den schwer zugänglichen Kesseln der Reinigungsanlage führte zu zahlreichen Folgebränden. Um 18:35 Uhr musste der gezielte Löschangriff abgebrochen werden, da sich ein rund 20 Tonnen schwerer Eisenträger durch die Erwärmung verformte und abzurutschen drohte. Weitere Löscharbeiten konnten nur noch aus gesicherten Positionen durchgeführt werden.

Um 19:33 Uhr wurde „Feuer in Gewalt“ und um 07:40 Uhr „Feuer aus" gemeldet. Die Berufsfeuerwehr verblieb noch längere Zeit als Brandwache vor Ort. Mehrere Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr übernahmen während der Löscharbeiten die Wachbesetzung der Feuerwachen der Berufsfeuerwehr.

Der Sachschaden könnte von der Feuerwehr nicht genau beziffert werden, lag jedoch mit Sicherheit im Millionenbereich.

1991 – 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr München

Bereits 1988 fiel die Entscheidung, ein großes Fest zum 125-jährigen Jubiläum zu veranstalten. Bereits 1989 wurden erste Planungen aufgenommen. In 18 Sitzungen von April 1989 bis Juni 1991 erarbeitete der Festausschuss gemeinsam mit Sachgebietsleitern und Abteilungsführern mühevoll die Vorbereitungen. Die Geschäftsstelle wurde als Lagezentrum umfunktioniert und über Monate zur Koordinationsstelle aller Aktivitäten.

Geplant waren unter anderem die Errichtung des „Floriansbrunnens“, die Herausgabe einer Erinnerungmedaille sowie eines Fahrzeug-Modellsatzes. Die wichtigsten Aufgaben wurden verschiedenen Sachgebieten zugeordnet, deren Leiter eigenverantwortlich arbeiteten.

Für das Festgelände wurden die Theresienwiese für Übungen sowie das Messegelände für Veranstaltungen angefragt und genehmigt. Die Schirmherrschaft übernahm Oberbürgermeister Georg Kronawitter, der jedoch aus terminlichen Gründen nur zum Empfang im Rathaus persönlich anwesend war.

Die einzelnen Veranstaltungen wurden mit dem Leiter der Branddirektion, Ltd. BD Hölzl, abgestimmt, der es sich nicht nehmen ließ, allen Veranstaltungen persönlich beizuwohnen. Die Freiwillige Feuerwehr München erhielt umfassende Unterstützung durch die Berufsfeuerwehr, insbesondere im Transportbereich. Dabei wurden 2.630 Kilometer gefahren und 139 Personen eingesetzt.

Vom Katastrophenschutz wurde ein LKW mit Ladebordwand bereitgestellt, mit dem 18 Fahrten von 13 Kräften über eine Strecke von 825 Kilometern durchgeführt wurden.

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) übernahm federführend die gesamte Sanitätsbetreuung während der Veranstaltungen, Übungen und Vorführungen und war an drei Tagen für die Freiwillige Feuerwehr München im Einsatz.

Bereits eine Woche vor dem Jubiläum präsentierte sich die Freiwillige Feuerwehr München am Stadtgründungstag auf dem Marienplatz. Ein Ausstellungsstand informierte über das Jubiläum und die vergangenen 125 Jahre. Zum Abschluss des Stadtgründungstages wurde unter der Betreuung der Freiwilligen Feuerwehr ein Bodenfeuerwerk vor dem Alten Rathaus abgebrannt.

14. bis 16. Juni 1991 – Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum der FF München

Am Freitag, dem 14. Juni 1991, begannen die Feierlichkeiten mit Kranzniederlegungen an den Gräbern der Gründungsmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr München. Fahnenabordnungen der Abteilungen unter Führung der jeweiligen Bereichsführer gedachten auf ausgewählten Münchner Friedhöfen den verstorbenen und gefallenen Kameraden.

In der Messehalle 25 wurde neben Gesellschaftsveranstaltungen, eine Ausstellung zur Geschichte der Münchner Feuerwehr in den vergangenen 125 Jahren präsentiert, die großen Zuspruch fand. Alle Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr München, waren mit Magnetschildern mit dem Ärmelzeichen der Freiwilligen Feuerwehr München und dem Zusatz „125 Jahre“ versehen. Die Industrie stellte und PKW-Fuhrpark und Autotelefone zur Verfügung, sodass während der Fahrten für die VIP jederzeit eine Verbindung zu den Fahrzeugen möglich war.

Der Festakt im Kolpinghaus an der Hanebergstraße wurde von zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland sowie Vertretern aus Politik und Feuerwehr besucht. In mehreren Festansprachen wurde die Bedeutung dieses Jubiläums hervorgehoben. Beim anschließenden Buffet wurden auch fachspezifische Gespräche geführt. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Musikkapelle der Berufsfeuerwehr München.

Am Samstag begann der Tag mit der Weihe des „Floriansbrunnens“ und der Übergabe der Stiftungsurkunde an die Stadt München. Führungsdienstgrade und Fahnenabordnungen aller Abteilungen versammelten sich am Brunnen. In Anwesenheit vieler Ehrengäste weihte Herr Stadtpfarrer Kuglstatter von der Stadtpfarrei St. Peter den Brunnen. Nach einer Festansprache erfolgte die Übergabe an Oberbürgermeister Georg Kronawitter und die Inbetriebnahme.

Nach einem lauten „Wassermarsch“ wurde der Zulauf geöffnet und der Wasserstrahl aus dem Wasserkübel des Hl. Florian erwartungsgemäß sichtbar. Im Anschluss fand ein Empfang des Oberbürgermeisters im Rathaus statt.

Unter Führung der Musikkapelle der Berufsfeuerwehr München zogen die Ehrengäste, Abordnungen und Fahnen der Abteilungen geschlossen zum Marienplatz. Im Rathaus war der große Sitzungssaal für den Empfang vorbereitet. Es folgten Ansprachen unter anderem von Oberbürgermeister Georg Kronawitter und dem Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Im Rahmen dieser Veranstaltung verlieh der Präsident des DFV, Heinrich Struve, das Deutsche Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber an den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr München, Friedrich Schlierf.

Gleichzeitig begannen auf der Theresienwiese umfangreiche Vorführungen für die Bevölkerung. Auf einer Fläche von mehr als 10.000 Quadratmetern wurden verschiedene Einsatzarten der Feuerwehr dargestellt. Fast alle Abteilungen, sofern sie nicht anderweitig eingebunden waren, beteiligten sich an den Vormittagsaktionen oder den Schauübungen am Nachmittag. Stationen waren unter anderem „Fettexplosion“, „Holzbearbeitung“, „Spreizer im Einsatz“, „Leitern im Einsatz“ und eine „Fahrzeugschau“. Viele Zuschauer waren erstaunt, was bei einer Fettexplosion alles passieren kann. Das sehr umfangreiche Thema „Technische Hilfeleistung“ wurde besonders behandelt.

Im Rahmenprogramm fand eine Rundfahrt mit der „Münchner Trambahn“ statt. Am Nachmittag folgten größere Schauübungen, darunter „Verkehrsunfall – Person unter LKW“, „LKW mit Chemikalien in Brand“, „Löschvorführung einst und jetzt“, „Personenrettung aus oberen Stockwerken“, „Leiterübung“, „Selbstrettung“ sowie die „Leistungsprüfung bayrisch und international“. Besonders großes Interesse weckte die „Löschvorführung einst und jetzt“. Zudem wurde ein Einsatz „Verkehrsunfall – PKW in Brand“ vorgeführt, bei dem der Spreizer zur Personenrettung eingesetzt wurde. Einen spektakulären Einsatz zeigte der erste ABC-Zug.

Des Weiteren wurde die Bayerische Leistungsprüfung (Gruppenübung mit neun Mann, bei der jeder Feuerwehrmann alle Positionen beherrschen muss) demonstriert. Ebenso fand die internationale Leistungsprüfung sowie ein Jugendleistungsbewerb statt.

Am Abend wurde in einer Messehalle, die durch aktive Kameraden vorbildlich hergerichtet worden war, ein Unterhaltungsabend veranstaltet, bei dem die Feuerwehr selbst für die Verpflegung sorgte.

Am Sonntag setzte sich das Jubiläum mit einem Gottesdienst auf dem Marienplatz fort. Gegen 09.00 Uhr zog der Kirchenzug durch die Dienerstraße zum Marienplatz. Während des Festgottesdienstes, zelebriert von Stadtpfarrer Kuglstatter, bot der durch viele Fahnen umrahmte Altar ein eindrucksvolles Bild, das auch durch einige Regenschirme nicht getrübt wurde.

Das Jubiläum endete mit einem großen Festzug durch die Stadt zum Messegelände. Der in sieben Züge gegliederte Aufmarsch über eine Strecke von 3,5 Kilometern (Zuglänge circa 3 Kilometer) wurde von der großen Musikkapelle der Berufsfeuerwehr Malmö eröffnet. An der aufgebauten Ehrentribüne mit hohen Ehrengästen zogen drei Ehrenkutschen, 22 Musikkapellen und 66 Gastfeuerwehren vorbei.

Die Gastfeuerwehren ergänzten die nostalgiausgerichteten Fahrzeuge (darunter handgezogene Schlauchkarren und Spritzen aus den Jahren 1876 bis 1955) um moderne Einsatzfahrzeuge der Berufsfeuerwehr München, die nicht bei der Freiwilligen Feuerwehr München vorhanden sind.

Die Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr München vervollständigten das Bild. Den Abschluss bildeten die außergewöhnlich großen und beeindruckenden Flughafenlöschfahrzeuge der Werkfeuerwehr des Flughafens München-Riem, für die Sondergenehmigungen für die gesamte Strecke erforderlich waren.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Messehalle wurden an die Gäste Erinnerungsplaketten ausgegeben. Diese zeigen, ebenso wie das Festzeichen, ein Münchner Kindl mit Feuerwehrgeräten und nahmen Bezug auf das Festzeichen zum 60-jährigen Jubiläum von 1926.

Neben einer Festschrift, die die Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München vorstellt und einen Überblick über deren Geschichte bot, wurden weitere Erinnerungsstücke angeboten. Für Sammler von Feuerwehr-Fahrzeugmodellen erschien ein „Jubiläumssatz“. Dieser enthielt ein Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 (Baujahr 1980, Magirus-Deutz F192D11 FA, Löschwasservorrat 2.500 Liter), wie es damals bei der Freiwilligen Feuerwehr München im Einsatz stand, sowie ein Leichtes Löschgruppenfahrzeug (LLG) mit Tragkraftspritzenanhänger der ehemaligen Feuerschutzpolizei München (grün, Baujahr 1940, Daimler-Benz AG Mannheim, 45 PS). Beide Modelle stammten von ROCO im Maßstab 1:87. Ergänzt wurde der Satz durch einen vergrößerten Hydranten „Typ München“ aus dem Jahr 1883.

Zur Erinnerung an das Jubiläum wurde eine Medaille geprägt, die anfangs ausschließlich im Kreise der Münchner Feuerwehr ausgegeben wurde. Die Vorderseite zeigt einen Feuerwehrmann auf dem Dach eines Hauses, ein Motiv aus einer Ehrenmedaille von 1891 zum 25-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr München. Diese Medaille wurde von der Landeshauptstadt München gestiftet und von 1891 bis 1926 für 25-jährige treue und verdienstvolle Tätigkeit überreicht. Die Rückseite zeigt eine Dampffeuerspritze Typ 111, welche 1881 von der Lokomotivenfabrik Krauss & Co. (Vorgänger der Krauss-Maffei AG) angeboten wurde. Die Medaillen wurden in Gold und Silber gefertigt und fanden großen Anklang.

Kommandant StBl Friedrich Schlierf dankte allen Abteilungen und Kameraden für den außerordentlich großen und vorbildlichen Einsatz. Bei Vorbereitung, Durchführung und Abbau wurden zusammen mit dem Kommando etwa 11.400 Arbeitsstunden geleistet.

28. November 1991 – Dachstuhlbrand im Klinikum Schwabing

Im Dachraum des im Bau befindlichen achtgeschossigen Klinikgebäudes des Klinikums Schwabing brach ein Brand in Teilen der Zwischendecke mit einer Größe von etwa 50 x 25 Metern aus.

Aufgrund der weithin sichtbaren Rauchsäule gingen zahlreiche Anrufe in der Einsatzzentrale der Feuerwehr ein. Entsprechend starke Einheiten wurden alarmiert, darunter auch die Abteilung Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr München.

Die drei Züge der Berufsfeuerwehr setzten mehrere C-Rohre ein, während die Freiwillige Feuerwehr bei der großflächigen Öffnung der Dachhaut unterstützte.

Zwei Bauarbeiter erlitten leichte Verletzungen. Eine vorsorglich durchgeführte Teilevakuierung konnte bald wieder aufgehoben werden.

26. April 1992 – Waldbrand im Forstenrieder Park

Nachdem bereits am Vortag durch einen Brand etwa 2.000 Quadratmeter Jungwald vernichtet worden waren, kam es am 26. April 1992 zu einem weiteren Brand im Forstenrieder Park, der sich auf eine Fläche von rund 20.000 Quadratmetern ausdehnte. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund übereinanderliegender Stämme eines Windbruchs sehr schwierig.

Neben der Berufsfeuerwehr waren die Abteilungen Forstenried, Solln, Großhadern und Sendling der Freiwilligen Feuerwehr München sowie fünf Feuerwehren des Landkreises mit insgesamt etwa 250 Einsatzkräften vor Ort. Zeitweise waren die Wohnhäuser am Kientalweg gefährdet.

Für den Aufbau der Wasserversorgung wurden mehrere Schlauchwagen benötigt. Zusätzlich wurden bei den Löscharbeiten von allen Seiten Wasserwerfer und Rohre eingesetzt. Drei Hubschrauber der Polizei und der Bundeswehr begleiteten den Einsatz und flogen mit Außenlastbehältern mit 900 und 5.000 Litern Fassungsvermögen.

Gegen 19:00 Uhr war die Lage unter Kontrolle. Die Hubschrauber flogen noch bis zum Einbruch der Dunkelheit. Während der Nachtstunden blieb die Wasserversorgung aufgebaut, die ständige Überwachung erfolgte durch das Forstamt.

In den Morgenstunden begannen die Nachlöscharbeiten, die bis zum Mittag des 27. April 1992 andauerten. Der Verpflegungstrupp der Freiwilligen Feuerwehr München versorgte die Einsatzkräfte am Abend des 26. April mit Suppe und alkoholfreien Getränken.

16. Mai 1992 – Waldbrand im Perlacher Forst

Ein zweiter großer Waldbrand brach aus, nachdem aus unbekannter Ursache Windbruch im Perlacher Forst in Brand geriet. Das Feuer weitete sich innerhalb kürzester Zeit auf eine Fläche von etwa fünf Hektar aus.

Starke Kräfte von Berufsfeuerwehr und fünf Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr konnten eine weitere Ausbreitung verhindern. Mithilfe von Schlauchkraftwagen wurde die Wasserversorgung von den Hydranten am Stadtrand aufgebaut.

Die Löscharbeiten wurden durch Polizeihubschrauber mit Außenlastbehältern (900 Liter) unterstützt. Insgesamt waren 180 Feuerwehrmänner im Einsatz. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in die späten Abendstunden.

1. November 1992 – Ein gestohlener Lancia im Böhmer Weiher

Hobbytaucher meldeten der Polizei, dass sie etwa 15 Meter vom Ufer entfernt in einer Tiefe von etwa 3 bis 4 Metern einen PKW im Wasser entdeckt hatten. Zwei Taucher der Berufsfeuerwehr bereiteten daraufhin die Bergung des Fahrzeugs vor.

Es handelte sich um einen Lancia, der seit Juni als gestohlen gemeldet war. Mit der Seilwinde des Rüstwagens (RW 1) der Abteilung Langwied-Lochhausen der Freiwilligen Feuerwehr München wurde das Fahrzeug anschließend aus dem Wasser gezogen. 

Auf Anordnung der Polizei wurde der Kofferraum mit dem Spreizer der Freiwilligen Feuerwehr geöffnet. Währenddessen nahmen Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr von einem Schlauchboot aus den leichten Ölfilm auf der Wasseroberfläche mit Bindemittel auf. 

22. Dezember 1992 – Großbrand in einer Papierfabrik

Vermutlich durch eine Verpuffung in einer papierverarbeitenden Maschine brach auf dem Gelände einer Papierfabrik an der Planegger Straße ein Großfeuer aus. Innerhalb weniger Minuten stand die mit Teerpappe eingedeckte hölzerne Dachkonstruktion der zweigeschossigen Halle mit den Maßen 12 x 60 Meter vollständig in Flammen. 

Fünf Löschzüge der Berufsfeuerwehr und drei Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr konnten durch den Einsatz von 16 großkalibrigen Rohren gerade noch rechtzeitig verhindern, dass sich der Großbrand auf weitere Produktionshallen ausbreitete. 

Ein Seitenkanal der Würm, der durch das Betriebsgelände verläuft, wurde für die Wasserversorgung genutzt, sodass nur relativ kurze Schlauchstrecken verlegt werden mussten. 

Gegen 06:30 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten dauerten den gesamten Tag an. Der Sachschaden wurde auf mehrere Millionen Mark geschätzt. 

31. Dezember 1992 – Wieder eine Explosion im Heizkraftwerk Sendling

Der Silvesterknaller 1992 ereignete sich etwas früher als üblich. Im Block II des Heizkraftwerks Sendling kam es aus unbekannter Ursache zu zwei Explosionen, gefolgt von einem Großbrand. 

Die erste Explosion war so heftig, dass Risse in den Betonwänden entstanden und zahlreiche großflächige Scheiben sowie Brandschutztüren herausgedrückt wurden. Die zweite Explosion ereignete sich beim Eintreffen des ersten Löschzuges und war weniger stark. Die Bedienungsmannschaft blieb glücklicherweise unverletzt. 

Zur Brandbekämpfung und zur Kühlung der Anlagenteile waren insgesamt 110 Feuerwehrleute von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr im Einsatz. Neben der Abteilung Forstenried waren auch die Abteilungen Großhadern und Stadtmitte bei diesem Großbrand im Einsatz. Eingesetzt wurden vier Wasserwerfer, sieben Schaumrohre, fünf B-Rohre und zwei C-Rohre. 

Um 18:34 Uhr konnte „Feuer in Gewalt“ gemeldet und um 21:36 Uhr „Feuer aus“ gegeben werden. Der Sachschaden wurde später auf 10 bis 20 Millionen Mark geschätzt. 

In den 1960er Jahren brannte es dort bereits einmal während der Inbetriebnahme des Kraftwerkes. Nach dem zweiten Brand, jeweils verursacht durch eine Explosion innerhalb von 30 Jahren, wurde das Heizkraftwerk Süd außer Betrieb genommen und wird heute als Möbelhaus genutzt. 

5. Januar 1993 – Dachgeschossbrand in Obermenzing

Vermutlich durch eine unbeaufsichtigte Kerze geriet das ausgebaute Dachgeschoss eines Einfamilienhauses in der Michelspeckstraße vollständig in Brand. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte hatte das Feuer bereits auf den Dachstuhl übergegriffen. 

Der Löschzug der Feuerwache 6 (Pasing) der Berufsfeuerwehr sowie die Abteilung Obermenzing der Freiwilligen Feuerwehr München setzten über das Treppenhaus und über die Drehleiter jeweils ein C-Rohr für die Löscharbeiten ein. 

Parallel suchten mehrere Trupps unter Atemschutz das Haus nach vermissten Personen ab. Der Sachschaden wurde auf mindestens 150.000 Mark geschätzt. 

19. Januar 1993 - Schwieriger Kellerbrand in Kartonagenfabrik

In einer Kartonagenfabrik in der Welserstraße brach in einem Produktionsraum im Keller, ausgehend von einer Lackiermaschine, ein größerer Brand aus. Zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr und die Abteilung Sendling der Freiwilligen Feuerwehr München bekämpften das Feuer mit zwei Schaum-, einem Pulver- und zwei C-Rohren. 

Die Löscharbeiten unter Atemschutz dauerten über eine Stunde. Währenddessen bestand Explosionsgefahr durch überhitzte Gasflaschen im Brandbereich. Der Sachschaden wurde auf etwa 350.000 Mark geschätzt. 

3. Februar 1993 – Fahrzeugübergabe LF 8/6 Wasser

Kreisverwaltungsreferent Hans-Peter Uhl übergab am 3. Februar 1993 in der Hauptfeuerwache den Schlüssel eines neuen Fahrzeugtyps für die Freiwillige Feuerwehr München an den Abteilungsführer der Abteilung Langwied-Lochhausen, Brandmeister H. Rauch. 

Das Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 auf IVECO Magirus 75-16 wurde 1992 als Ersatz für ein ausgeschiedenes LF 8 auf Mercedes beschafft. Es verfügte über eine fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe FP 8/8 im Heck, einen Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 600 Litern (GFK-Behälter) sowie eine Schnellangriffseinrichtung mit einem formfesten Druckschlauch S28 von 60 Metern Länge. 

Eine Besonderheit dieses Fahrzeugs war, die im Herbst 1997 neu hinzugekommene Ausrüstung für Wasser- und Eisnotrettungseinsätze. In Abstimmung mit der Branddirektion wurde das Fahrzeug umgebaut, um Platz für das von den Floriansfreunden beschaffte Schlauchboot (RTB 1/SEB) zu schaffen. Dieses Boot lässt sich mit einer 300-bar-Druckflasche sekundenschnell aufblasen. Zudem wurden für diesen Einsatzzweck zwei Watthosen sowie ein Sonderset mit Schwimmweste, zwei Rettungswesten, einem Überlebensanzug und einem Wurfsack verlastet. Diese Ausrüstung dient für Einsätze am Langwieder See sowie an umliegenden Bagger- und Badeseen. 

Das Fahrzeug war bei der Abteilung sehr beliebt und bewährte sich im Einsatz. Die Überlegung, weitere Abteilungen mit diesem Fahrzeugtyp auszustatten, sobald die 10 Jahre alten LF 8 auf Mercedes Benz zur Aussonderung anstanden, wurde jedoch verworfen. So blieb das LF 8/6 der Abteilung Langwied-Lochhausen ein Einzelstück bei der Freiwilligen Feuerwehr München. 

5. März 1993 – Großbrand im Studentenwohnheim in Schwabing

Aus ungeklärter Ursache brach im Bereich des Sport- und Aufenthaltsraums im Erdgeschoss des sechsstöckigen Studentenwohnheims in der Agnesstraße ein heftiger Großbrand aus. 

Über die berstende Glasfront der darüberliegenden Appartements breitete sich eine 20 Meter breite Feuerwand in die höheren Stockwerke aus und entzündete etwa zehn Wohneinheiten. Viele Bewohner forderten Hilfe. 

Die ausgedehnte Feuerfront konnte im ersten Angriff mit dem Pulverrohr des TroTLF 16 der Feuerwache 4 der Berufsfeuerwehr bekämpft werden. Parallel mussten über mehrere Drehleitern und tragbare Leitern etwa 25 Personen gerettet und in Sicherheit gebracht werden. 

Einsatzkräfte aus drei Feuerwachen der Berufsfeuerwehr und der Abteilung Stadtmitte führten einen umfassenden Löschangriff von innen und außen durch. Nach einer Stunde konnte „Feuer aus“ gemeldet werden. 

Zwei Bewohner mussten wegen schwerer Rauchvergiftungen, zwei Feuerwehrmänner aufgrund von Schnittverletzungen in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert werden. Der Sachschaden wurde auf einen Millionenbetrag geschätzt. 

8. April 1993 – Brand in einer Autowerkstatt in der Lerchenau

In einer etwa 7 x 15 Meter großen Autowerkstatt in der Thaddäus-Robl-Straße, nahe der Lerchenauer Straße brach ein heftiger Brand aus, der sich rasch ausbreitete und drei in der Fahrzeughalle abgestellte PKW zerstörte. 

Eine erhebliche Gefahr für die Einsatzkräfte bestand durch abblasende Acetylen- und Propangasflaschen. Feuerwehrkräfte der Berufsfeuerwehr sowie der Abteilung Harthof der Freiwilligen Feuerwehr München bekämpften das Feuer mit mehreren Rohren. 

Eine Seitenwand wurde mit Trennschleifern geöffnet, um Zugang zu den brennenden Fahrzeugen zu erhalten. Aus einem etwa 500 Liter fassenden Öltank, der zur Hälfte ausgebrannt war, musste das Öl-Wasser-Gemisch vom Umweltschutz-Rüstwagen der Berufsfeuerwehr in bereitgestellte Fässer umgepumpt werden. 

Auch eine große Menge Farben und Lacke konnten vor dem Auslaufen gesichert werden. 

8. Mai 1993 – Einweihung des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Aubing

1991 begannen die Bauarbeiten für die Fahrzeughalle der Abteilung Aubing, die rechtzeitig zum 110-jährigen Jubiläum der Abteilung am 4. und 5. Juli 1992 fertiggestellt wurde. 

Gleichzeitig wurde das „alte“ Gerätehaus umfassend renoviert. U.a. wurde im Dachgeschoss eine Wohnung für einen Hausmeister eingerichtet. 

Die offizielle Einweihungsfeier fand am 8. Mai 1993 statt. Durch die neue Fahrzeughalle war es erstmals möglich, moderne Fahrzeuge, wie die aktuellen Magirus-Frontlenker-Feuerwehrfahrgestelle der Feuerwehr München, unterzustellen. 

Somit konnte im Fahrzeugbereich in Aubing ein Fortschritt erzielt werden. Die Berufsfeuerwehr übergab ein sorgfältig überholtes LF 16 auf Magirus Deutz 170D11, Baujahr 1975. Dadurch verfügte Aubing nun über die gleiche Fahrzeugausstattung wie die meisten Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München.

Die ehemaligen Stellplätze im alten Gerätehaus werden von der Feuerwehr München anderweitig genutzt. 

8. Juli 1993 – Verpuffung bei Gasflaschenbefüllung in Freimann

Beim Befüllen von Gasflaschen für einen Heißluftballon, der zusammen mit der Hülle auf einem Anhänger transportiert wurde, kam es in der Heidemannstraße zu einer Verpuffung mit anschließendem Brand. 

Trotz schnellen Eingreifens starker Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Abteilung Freimann der Freiwilligen Feuerwehr München griff das Feuer auf das Fahrzeuggespann über. Dabei explodierten drei 40-Liter-Gasflaschen. Eine Person auf dem Anhänger erlitt schwere Verbrennungen, drei weitere leicht Verletzte wurden versorgt. Für den in unmittelbarer Nähe stehenden Flüssiggastank bestand akute Explosionsgefahr. 

Durch ein konzentriertes Löschangriff konnte das Feuer rasch unter Kontrolle gebracht und ein Übergreifen auf eine angrenzende Lagerhalle verhindert werden. 

12. September 1993 – Brand des Obletter-Lagers

Im Lager des ältesten Münchner Spielwarenhändlers Obletter in der Neumarktes Straße brach ein Brand aus. Bereits aus großer Entfernung war die pechschwarze Rauchsäule sichtbar, sodass neben starken Kräften der Berufsfeuerwehr auch vier Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert wurden. 

Beim Eintreffen der ersten Kräfte standen das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss mit einer Gesamtfläche von etwa 800 Quadratmetern in Flammen. 

Durch einen gezielten und umfassend vorgetragenen Löschangriff, in dessen Verlauf ein Wasserwerfer, drei B-Rohre und mehrere C-Rohre eingesetzt wurden, konnte das Feuer schnell eingedämmt werden. Der Leiter der Münchner Feuerwehr OBD Hölzl führte den Einsatz persönlich und konnte um 12:15 Uhr „Feuer in Gewalt“ melden. 

Die Nachlöscharbeiten und das Aufräumen dauerten noch mehrere Stunden. Der Sachschaden wurde vor Ort auf mindestens eine Million Mark geschätzt. 

23. November 1993 – Baustellenbrand in Neuperlach

An einem fünfstöckigen Verwaltungsneubau in der Thomas-Dehler-Straße gerieten bei Dichtungsarbeiten mit einem Gasbrenner direkt an der Außenwand gelagerte Plastikfolien und Holzpaletten in Brand. 

Das heftige Feuer griff auf einen VW-Bus, einen Gabelstapler und Teile der Fassadenverkleidung über. Eine pechschwarze Rauchwolke wies wieder einmal den Einsatzkräften der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr München den Weg. Mit mehreren Rohren konnte das Feuer rasch gelöscht werden. 

Zwanzig Gasflaschen, die im Brandbereich gelagert waren, mussten gekühlt und mit Schaum abgedeckt werden, um Explosionen zu verhindern. Der Sachschaden betrug einen Millionenbetrag. 

9. Dezember 1993 – Sturmeinsätze im Stadtgebiet München

Ein Sturm, der das Stadtgebiet erfasste, führte zu über 150 Einsätzen der Münchner Feuerwehr. 

Zehn Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr waren daran beteiligt. Hauptsächlich entfernten sie umgestürzte Bäume von Straßen, sicherten lose Dächer und bauten Antennen ab. 

18. Dezember 1993 – Die erste aktive Feuerwehrfrau der Freiwilligen Feuerwehr München

1993 gab es eine bedeutende Neuerung bei der Freiwilligen Feuerwehr München: Die Abteilung Moosach stellte den Antrag, mit dem Grundlehrgang im Frühjahr 1993 erstmals eine weibliche Bewerberin in den Feuerwehrdienst aufzunehmen. 

Gemäß Bayerischem Feuerwehrgesetz ist für die Aufnahme ausschließlich der Kommandant zuständig. Nach Prüfung und Rücksprache mit dem Leiter der Feuerwehr München erließ der Kommandant zum 1. Juli 1993 eine Richtlinie, die die Aufnahme weiblicher Bewerberinnen in die Freiwillige Feuerwehr München ermöglichte und regelte. 

Mitte 1994 waren bereits fünf Feuerwehrfrauen aktiv. Im Jahr 2025 beträgt der Frauenanteil bei der Freiwilligen Feuerwehr München rund 15 Prozent, (197 Frauen von 1.295 Mitgliedern). Zum Vergleich: Der bayernweite Durchschnitt lag laut Landesfeuerwehrverband im selben Zeitraum bei etwa 11 Prozent. 

26. Januar 1994 – Eingestürzte Giebelwand begrub Bauarbeiter

Bei Erdaushubarbeiten zum Verlegen einer Wasserleitung vor einem denkmalgeschützten Bauernhaus in der Eversbuschstraße stürzte eine Giebelwand ein und verschüttete einen etwa 30-jährigen Mann. 

Kräfte der Berufsfeuerwehr sowie der Abteilung Allach der Freiwilligen Feuerwehr München gruben ihn unter lebensgefährlichen Bedingungen mit bloßen Händen aus. Während der gesamten Rettungsaktion drohten die Mauerreste auf die Helfer herabzustürzen. 

Der leicht verletzte Mann wurde vom Feuerwehr-Notarzt versorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht.

10. März 1994 – Jahreshauptversammlung der FF München

Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr München, traditionell in der Kantine von Krauss-Maffei, wurden turnusmäßig Neuwahlen fällig. Stadtbrandinspektor Friedrich Schlierf wurde erwartungsgemäß wiedergewählt. Da aber mit Erreichen der Altersgrenze für Schlierf in 1996 ein Führungswechsel anstand, brachte sich ein potentieller Nachfolger in Stellung.

Zur Wahl des stellvertretenden Kommandanten stand OBM Alfred Kemmer, Mitglied der Abteilung Forstenried und stellvertretender Bereichsführer Süd, zur Verfügung. Die Mannschaft wählte den charismatischen Rechtsanwalt aus dem Süden mit großer Mehrheit. Ihm eilte der Ruf voraus, neben den fundiertem Feuerwehrfachwissen auch das erforderliche besonnene Auftreten für diese Position zu besitzen.

20. März 1994 – Brand beim Zirkus Krone

Beamte der Feuersicherheitswache im Zirkus Krone, die vor der Vorstellung anwesend waren, nahmen bei einer routinemäßigen Kontrolle starken Brandgeruch im Bereich der Stallungen wahr. 

Sie betätigten einen Druckknopfmelder und informierten zusätzlich telefonisch die Einsatzzentrale. Die Berufsfeuerwehr traf mit dem ersten Löschzug bereits fünf Minuten nach der Alarmmeldung ein und entdeckte einen ausgedehnten Brand im Dachbereich eines 50 Meter langen Nebengebäudes, das an eine Fahrradhandlung vermietet war. 

Der eingetroffenen Abteilung Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr München wurde ein Einsatzbereich in einem Brandabschnitt zugeteilt. Mehrere Rohre im Innen- und Außenangriff – darunter Drehleitern und Steckleitern – kamen zum Einsatz, wobei im Dachbereich gelagerte Futtermittel abgelöscht werden mussten. 

Die Tiere, vorwiegend Pferde, brachte das Zirkuspersonal ins Freie. Nach etwa eineinhalb Stunden konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Daher konnte die Vorstellung um 14:30 Uhr pünktlich beginnen und regulär beendet werden, da in diesem Bereich keine Gefahr mehr bestand. 

Die Nachlöscharbeiten dauerten für die Freiwillige Feuerwehr bis etwa 20:00 Uhr und wurden durch eine weitere Abteilung unterstützt. Der Sachschaden war erheblich.

23. März 1994 – Der letzte Pulverrohreinsatz vom TroTLF 16 in München

In einem italienischen Restaurant in der Feilitzschstraße, das wenige Minuten zuvor geschlossen worden war, brach ein Feuer aus. Nach der Alarmmeldung, in der auch eingeschlossene Personen gemeldet wurden, alarmierte die Einsatzzentrale zusätzliche Einsatzkräfte. Diese fanden eine äußerst kritische Lage vor: Im Erdgeschoss stand das Lokal in Vollbrand. Die Flammen hatten bereits den ersten und zweiten Stock erreicht; dort waren Fensterscheiben zerborsten und Vorhänge standen in Brand.

Die Flammen wurden erneut im Erstangriff mit dem Pulverrohr des TroTLF 16 der Feuerwache 4 (Schwabing) der Berufsfeuerwehr München gelöscht. Für die weiteren Löscharbeiten kamen vier C-Rohre zum Einsatz.

Die Freiwillige Feuerwehr München sowie weitere Löschzüge der Berufsfeuerwehr, suchten unter schwerem Atemschutz die umliegenden Wohnungen und die Tiefgarage ab. Ein Rollstuhlfahrer konnte nach der Meldung „Feuer aus“ in seine Wohnung zurückgebracht werden. Der Sachschaden wurde auf etwa eine Million DM geschätzt.

Vermutlich war dies der letzte Einsatz, bei dem die Pulverlöschanlage eines der legendären TroTLF 16 der Berufsfeuerwehr München zum Einsatz kam. Dieser Fahrzeugtyp wurde seit 1962 im Münchner Löschzug als Erstangriffsfahrzeug anstelle des üblichen TLF 16 mitgeführt und war damit eine Münchner Besonderheit.

Keine andere Feuerwehr in Deutschland führte über drei Generationen hinweg dieses Fahrzeug regulär in allen ihren Löschzügen. Mit der Einführung einer neuen Fahrzeuggeneration im Jahr 1995, den Hilfeleistungs-fahrzeuge (HLF), endete jedoch der legendäre Einsatz der TroTLF 16 in München.

11. Juli 1994 – Großbrand im Holzlager

Aus ungeklärter Ursache kam es in einem Holzlager an der Landsberger Straße zu einem ausgedehnten Großbrand.

Bei Eintreffen der zahlreichen alarmierten Einsatzkräfte standen mehrere hundert Quadratmeter große Stapel aus Brettern und Balken sowie zwei offene Lagerhallen vollständig in Flammen. Das Feuer drohte, auf benachbarte Gebäude, weitere Holzstapel und eine Dieseltankstelle überzugreifen.

Kräfte von drei Feuerwachen der Berufsfeuerwehr und der Abteilung Großhadern der Freiwilligen Feuerwehr München, bekämpften das Feuer mit mehreren Rohren und Wasserwerfern. Es gelang ihnen, eine weitere Ausbreitung zu verhindern und den Brand nach zwei Stunden zu löschen.

Die Brandfahndung ermittelte vor Ort, da Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden konnte.

20. September 1994 – Das Busunglück von Trudering

Am Bahnhof Trudering ereignete sich ein schweres Busunglück: Ein unter der Fahrbahn befindlicher Baustollen der neuen U-Bahn-Linie nach Riem war eingebrochen. Dadurch senkte sich die Fahrbahn, und ein größerer Krater entstand. Ein mit Fahrgästen besetzter städtischer Bus, der an der Haltestelle stand, wurde mit dem Heck in die Tiefe gerissen und blieb im Grundwasser stecken.

Starke Kräfte der Berufsfeuerwehr, sowie der Abteilung Trudering der Freiwilligen Feuerwehr München retteten die Personen aus dem Bus. 28 Passagiere wurden teilweise schwer verletzt an den Rettungsdienst übergeben.

Zur Suche an der Unfallstelle kamen auch Taucher der Berufsfeuerwehr zum Einsatz. Nach Beendigung der Rettungsarbeiten musste davon ausgegangen werden, dass eine Frau aus dem Bus sowie zwei männliche Personen ums Leben gekommen waren.

Aufgrund der verwaisten Feuerwachen 9 und 5 der Berufsfeuerwehr wurden diese mit Kräften der Freiwilligen Feuerwehr besetzt.

Lesen Sie mehr zu diesem Einsatz in einem eigenen Bericht.

4. Oktober 1994 – Die Optimolwerke brennen!

Aus unbekannter Ursache kam es in einer dreigeschossigen Produktionshalle des Schmierstoff verarbeitenden Betriebs Optimol, der an der Friedenstraße gegenüber dem Ostbahnhof lag, zu einem Großbrand.

Die ersten Einheiten der Berufsfeuerwehr trafen ein 15 x 15 Meter großes Gebäude vor, das vollständig in Rauch gehüllt war. Aufgrund der starken Hitzeeinwirkung bestand nach kurzer, intensiver Brandeinwirkung akute Einsturzgefahr für das Gebäude.

Im aufwendig durchgeführten Löschangriff setzten die Einsatzkräfte zwei Pulverrohre vom ebenfalls alarmierten Sonderlöschmittelfahrzeug (SLF) sowie ein Schaumrohr über eine Drehleiter ein. Zusammen mit der Abteilung Stadtmitte der Freiwilligen FeuerwehrMünchen wurden zur Kühlung der in Brand stehenden Ölbehälter ein B-Rohr und ein C-Rohr verwendet.

Wegen des starken Schadstoffausstoßes wurden von zwei Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr sowie zwei Fahrzeugen des in der Abteilung Stadtmitte integrierten ABC-Zuges Messtrupps eingesetzt. Insgesamt wurden 37 Messungen vorgenommen. Alle Proben ergaben negative Ergebnisse, sodass keine weiteren Maßnahmen erforderlich waren.

Laut Angaben des Betriebs belief sich der Sachschaden auf einen Millionenbetrag.

Das Gelände wurde später zur Partymeile „Optimol-Werke“ umgestaltet und ist heute Teil des Werksviertels.

12. Oktober 1994 – Glück im Unglück bei Horrorunfall auf der BAB 9

Ein 39-jähriger Mann fuhr mit seinem VW-Passat Kombi frontal gegen die Leitplanken der BAB 9. Dabei durchbohrte eine Leitplanke die Windschutzscheibe, durchdrang den gesamten Fahrzeuginnenraum und klemmte den Fahrer ein.

In einer aufwendigen Rettungsaktion wurde der Eingeklemmte mit dem Spreizer und dem hydraulischen Schneidgerät des Rüstwagens RW 1, sowie mit einem Autogenschneidgerät der Abteilung Freimann der Freiwilligen Feuerwehr München befreit.

Der Fahrer erlitt einen Unterarmbruch; andere Verletzungen konnten am Einsatzort nicht festgestellt werden.

26. November 1994 – Großbrand der Herz-Jesu-Kirche

Aus unbekannter Ursache geriet der 60 x 40 Meter große Dachstuhl der Herz-Jesu-Kirche vollständig in Brand.

Kurz nach Eintreffen der ersten alarmierten Einsatzkräfte stürzte die lichterloh brennende Dachkonstruktion ein und setzte das gesamte Kirchenschiff schlagartig in Brand.

Durch den extremen Funkenflug, der bis in die Nymphenburger Straße reichte, sowie der enormen Hitzeausstrahlung, drohten die gegenüberliegenden Wohnhäuser in der Amortstraße ebenfalls Feuer zu fangen. Dort waren bereits mehrere Fensterscheiben zerborsten.

Einsatzkräfte von fünf Wachen der Berufsfeuerwehr sowie der Abteilung Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr München bekämpften unter der Leitung von Oberbranddirektor Günther Hölzl mit Wasserwerfern und zahlreichen Rohren – darunter sieben Drehleitern – das Feuer.

Die Nachbargebäude konnten geschützt und der Großbrand nach eineinhalb Stunden unter Kontrolle gebracht werden. Oberbürgermeister Christian Ude, der Kreisverwaltungsreferent Hans-Peter Uhl, sowie Stadtrat Rudolf Hierl informierten sich vor Ort über den Einsatzverlauf.

Für die Nachlöscharbeiten und als Ablösung wurden weitere vier Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München an die Brandstelle beordert. Vier Abteilungen wurden zur Besetzung der Wachen der Berufsfeuerwehr alarmiert. Der Sachschaden wurde auf eine mehrstellige Millionenhöhe geschätzt.

3. März 1995 – Getränkekästen in Vollbrand

Auf einem Lagerplatz für leere Getränkekästen an der Baumbachstraße brach aus unbekannter Ursache ein Brand aus.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte brannten auf einer Fläche von etwa 50 x 50 Metern, die bis zu fünf Meter hoch gestapelt, rund 350.000 Getränkekästen unter starker Rauchentwicklung.

Während der Löscharbeiten wurden im weiteren Umkreis Luftmessungen durchgeführt; alle Messwerte, sowohl am Boden als auch aus der Luft per Polizeihubschrauber, verliefen negativ.

Eine Abteilung Obermenzing der Freiwilligen Feuerwehr München war zum Schutz eines Gebäudes an der Ostseite der Brandstelle eingesetzt. Die Löscharbeiten erfolgten mit einem B-Rohr, sowie zwei C-Rohren unter Einsatz von sechs Atemschutztrupps.

Zur Brandbekämpfung wurden bei der Berufsfeuerwehr zwei Wasserwerfer sowie weitere Rohre eingesetzt. Für die Wasserzufuhr musste eine längere Schlauchleitung verlegt werden. Der Sachschaden belief sich auf mehrere Hunderttausend Mark.

8. August 1995 – Großbrand im „Bandidos“

Im Lokal „Bandidos“ in der Ami-Siedlung an der Cincinnatistraße, brach ein heftiger Brand aus.

Den ersten ausgerückten Löschmannschaften zeigte ein weithin sichtbarer Rauchpilz den Weg zum Einsatzort, der in unmittelbarer Nähe der S-Bahn-Strecke Ostbahnhof-Perlach lag.

Der gesamte Dachstuhl des ebenerdigen Gebäudes (ca. 50 x 20 Meter) stand in Vollbrand, ebenso der Gastraum. Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Abteilung Perlach der Freiwilligen Feuerwehr München setzten kurz nacheinander einen Wasserwerfer und mehrere B- sowie C-Rohre, zum Teil von Drehleitern, ein und brachten das Feuer schnell unter Kontrolle.

Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich teilweise schwer, da der Dachstuhl einsturzgefährdet war. Nach vorsichtigen Schätzungen belief sich der Sachschaden auf etwa eine Million Mark.

31. Dezember 1995 – Kommandant Friedrich Schlierf verabschiedet sich

Die von Kommandant Friedrich Schlierf ausführlich verfassten Jahresberichte erschienen stets zur Jahreshauptversammlung, die traditionell im März des Folgejahres stattfand.

Da Schlierf aufgrund der Altersgrenze regulär mit seinem 60. Geburtstag am 23. Juli 1996 aus dem aktiven Dienst der Feuerwehr München ausschied, war für die Jahreshauptversammlung im März 1997 eine Neuwahl des Kommandanten erforderlich.

Daher verabschiedete sich Friedrich Schlierf mit einigen persönlichen Worten in seinem Jahresbericht von 1995, blieb aber bis zur Dienstausscheidung am 23. Juli 1996 Kommandant der FF München.

Ihm lag eine geordnete Nachfolge sehr am Herzen, und er äußerte die Hoffnung, „dass sein Nachfolger auf diesem hohen Standard weiterarbeiten könnte“. Seinen Kameradinnen und Kameraden schrieb er, aus eigener Erfahrung ins Stammbuch: „Eine hohe Stimmenzahl bei der Wahl wäre ein Beweis für die Unterstützung aus den Abteilungen und Bereichen, was für den Stellvertreter ebenso gilt, wie für den Kommandanten.“

Darüber hinaus forderte er „eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Branddirektion sowie ein harmonisches und kollegiales Miteinander mit dieser, was die Grundlage für den heutigen Ausbildungsstand der Freiwilligen Feuerwehr München darstellt. Heute werden meist gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr interne Ausbildungen durchgeführt, die speziell auf den Feuerwehrdienst in München zugeschnitten sind. Ohne diese Ausbildung wäre die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Einsatzdienst nicht möglich. Die beispielhafte Einbindung der Freiwilligen Feuerwehr München in den Alarmdienst (im Vergleich zu anderen Städten), die damit verbundene automatische und zeitgleiche Alarmierung sowie die Aufstellung einer eigenen Alarm- und Ausrückeordnung sind Zeichen für das gute Image, das sich die Freiwillige Feuerwehr München über viele Jahre im Einvernehmen mit der Berufsfeuerwehr erarbeitet hat.“

Friedrich Schlierf war als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr München der Gegensatz zu seinem Vorgänger Hans Metz. Metz galt der als begnadeter Feuerwehrmann mit exzellentem Fachwissen und besaß die Gabe, dieses Wissen zu vermitteln. Metz wurde als großer Hoffnungsträger der Freiwilligen Feuerwehr München angesehen. Trat aber aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen bereits nach 3 1/2 Jahren von diesem Amt zurück.

Schlierf hingegen wurde eher als Verwalter und Vereinsvorstand wahrgenommen. Dennoch gelang es ihm, aus dem Schatten von Metz mit wichtigen Entwicklungen, die er initiiert hatte, herauszutreten. Er erkannte früh den bevorstehenden Nachwuchsmangel in München. Nachdem in Moosach seit 1982 eine Jugendgruppe auf dieser Grundlage Erfolge verzeichnen konnte, forderte er auf der Jahreshauptversammlung 1990: „Bis zum Jahresende soll in jedem Bereich die Voraussetzung für eine Jugendgruppe geschaffen werden.“ Ohne diesen „Kommandantenbefehl“ wäre die Einführung einer regelmäßigen Jugendarbeit wohl noch auf viele Jahre hinausgezögert worden.

Viele Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr standen dem Projekt zunächst skeptisch gegenüber. Junge Feuerwehrmänner erfuhren, wenn sie die „Gründung einer Jugendfeuerwehr“ bei den älteren Kammeraden ansprachen oder gar forderten, häufig die Ablehnung mit dem Satz: „Des brauch ma ned!“

Friedrich Schlierf widersetzte sich dieser Haltung klar und „verordnete“ die flächendeckende Einrichtung von Jugendfeuerwehren in München. Bereits ein Jahr nach der Gründung waren 46 Jugendliche bei der Freiwilligen Feuerwehr München aktiv, und die Mitgliederzahl der Einsatzkräfte stieg seither kontinuierlich.

Die Gründung der Jugendgruppen bei der Freiwilligen Feuerwehr München zählt daher zu seinem bedeutendsten Vermächtnis.

Ein weiterer Meilenstein war die Schaffung eines hauptamtlichen Geschäftsstellenleiters. Seit 1971 hatte Schlierf die Personalangelegenheiten im Geschäftszimmer verantwortet und war ab 1973 Schriftführer des Vereins. Innerhalb von fünf Jahren stieg er daher vom Hauptfeuerwehrmann zum Hauptbrandmeister auf.

Im Geschäftszimmer erkannte er, dass die steigenden Anforderungen an eine Freiwillige Großstadtfeuerwehr nicht mehr ehrenamtlich zu bewältigen sind. Er setzte sich für die Etablierung einer hauptamtlichen Stelle ein, die schließlich zum 1. Januar 1990 von der Stadtverwaltung geschaffen wurde. Bis zum 31. Dezember 1996 blieb Schlierf Geschäftsleiter der Freiwilligen Feuerwehr München; danach wurde die Geschäftsstelle von hauptamtlichen Kräften weitergeführt und ausgebaut.

Auch mit der Einrichtung der hauptamtlich geführten Geschäftsstelle hinterließ Friedrich Schlierf ein bedeutendes Erbe. Im Gegensatz zum gestifteten Floriansbrunnen, bei dem es anfangs Schwierigkeiten gab.

Intern stieß Schlierf bei dessen Umsetzung auf großen Widerstand. Daher gründete er eigenständig den „Förderverein Floriansbrunnen München 1991 e.V.“ Diese Tatsachenschaffung brachte ihm damals viel Kritik ein, und mancher versagte ihm sogar die Gefolgschaft bei diesem Projekt. Es gab auch finanzielle Rückschläge, weil zugesagte Unterstützung ausblieb. Trotz aller Widrigkeiten wurde das Projekt „Floriansbrunnen“ zum Jubiläum umgesetzt. Heute, über 35 Jahre später, gilt der Floriansbrunnen als ein „Denkmal der Freiwilligen Feuerwehr München an die Münchner Bürger“ – und das ist der Hartnäckigkeit von Friedrich Schlierf zu verdanken.

„Fritz“ Schlierf, wie Ihn eigentlich die Münchner Feuerwehrmänner nannten, war aber durchaus eine prägende Führungskraft bei Vereinsangelegenheiten, beispielsweise beim Jubiläum 1991.

Im Vorfeld der Veranstaltung wurde viel darüber diskutiert, ob der Umfang der Aktivitäten angemessen sei. Dabei gab es teils berechtigte, teils unberechtigte Kritik, für die der Vorsitzende Fritz Schlierf aber die Verantwortung übernahm.

Die Veranstaltung auf der Theresienwiese zeigte seine organisatorische Kompetenz: Er gliederte die Abläufe feuerwehrtechnisch in Abschnitte und vertraute darauf, wer in den einzelnen Bereichen verantwortlich war. Und wenn etwas „vergessen wurde oder nicht rund lief“, war man als Feuerwehr gewohnt, kurzfristig Lösungen zu präsentieren.

So heißt es im Jahresbericht zum Jubiläum: „… für das leibliche Wohl der Zuschauer sorgte am Rande des Übungsgeländes eine Gruppe der Abteilung Waldperlach, die Getränke und kleine Brotzeiten bereithielt …“

Wenige Wochen vor der Veranstaltung bemerkte der Festausschuss, dass es den Besuchern nur schwer zu vermitteln wäre, sich zum Essen und Trinken in die Messehallen zu begeben. Deshalb nahmen sich zwei „Wies’n Köche“ – aktive Mitglieder aus Michaeliburg und Waldperlach – dieses Problems an. Sie verfügten über das erforderliche Know-how und nutzten ihre Kontakte, um kurzfristig eine Verpflegung aus dem „Boden der Theresienwiese“ zu stampfen, mit Unterstützung der Abteilung Waldperlach.

Heutzutage ist ein derartiges Vorgehen aufgrund der inzwischen geltenden Regeln und Vorschriften sowie der Vorgaben zur „Nutzung des heiligen Bodens der Theresienwiese für Speis und Trank“ weder vorstellbar noch zulässig.

Quellenhinweise

  • Hans-Joachim Profeld: Die Feuerwehr München und ihre Fahrzeuge bis in die 60er Jahre, 1997
  • Brandwacht und Brandschutz, 1988 bis 1995
  • Stadtbrandinspektor a.D. Dipl.-Ing. Heinrich Reuter: Chronik der FF München, 1991
  • Jahresberichte der FF München, 1988 bis 1995
  • Fahrzeuglisten der Branddirektion
  • Karl Stankiewitz: Unwetter in München vor 30 Jahren: Münchner Sturm-Geschichten
  • STATUS 3 - Die Magirus-Korea-Story und die Feuerwehr München - ISBN 978-3-9818580-2-0

Aufgrund der fehlenden Quellenlage im Stadtarchiv München stützt sich die „Zeitreise“ für den Zeitraum von 1980 bis 1991 unter anderem auf die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr (FF) München, verfasst von Stadtbrandinspektor Reuter. 

  • Für die Jahre 1988 bis 1995 beruhen die Informationen auf den Jahresberichten der Freiwilligen Feuerwehr München. Diese wurden vom Schriftführer und späteren Kommandanten Friedrich Schlierf umfassend erstellt und bilden eine sehr umfangreiche Quellenbasis für diesen Zeitraum. Teilweise wurden Texte der Jahresberichte übernommen, geringfügig korrigiert und durch zusätzliche Informationen ergänzt
  • Zur weiteren Quellenüberprüfung wurden Presseberichte, die Bilddatenbank der Pressestelle der Branddirektion München (BFM) sowie Aufsätze herangezogen, die in den Publikationen „Brandwacht“ und „Brandschutz“ der Branddirektion veröffentlicht wurden
  • Darüber hinaus bilden, soweit vorhanden, auch die Chroniken der einzelnen Abteilungen eine wichtige Quellenlage

Bildnachweis

  • Pressestelle der BF München
  • Thomas Gaulke

Danksagung

  • Der Pressestelle der Branddirektion München für das zur Verfügung gestellte Bildmaterial
  • Alfred Kemmer (Ehrenstadtbrandinspektor der FF München) für die Überlassung der Jahresberichte von 1988 bis 1995 sowie seine Unterstützung als korrigierender Zeitzeuge
  • Dem Ehrenmitglied Hans Putterer für die Bereitstellung der Chroniken der Abteilung Moosach und seine Unterstützung als korrigierender Zeitzeuge