Gerätehäuser der FF München – Teil 1: Wie alles begann

Die Zeitreise auf den Spuren der Gerätehäuser der FF München: Von den Anfängen der 1. Compagnie in der Luisenstraße bis zur den aktuellen Neubauten. Im Teil 1 von 3 Teilen geht es um die ersten Jahre nach Gründung der FF München bis in die 1930er Jahre.

Heute gibt es 21 Abteilungen an 22 Standorten, verteilt über das heutige Stadtgebiet. Zur Gründung der FF München lag die Außengrenze der Stadt noch weit innerhalb der heutigen Stadtgrenze. Ehemalige Vororte wurden eingemeindet, einschließlich der bestehenden Freiwilligen Feuerwehren. Viele der hier gezeigten Gebäude haben es nicht bis in die Jetztzeit geschafft.

26. Oktober 1866 – Feuerhaus in der Luisenstraße Nr. 3

Nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr München am 10. September 1866 stellte der Verwaltungsrat einen Antrag beim Magistrat auf Überlassung von Gerätehäusern und Übungsplätzen. 

Am 26. Oktober 1866 überließ der Magistrat der Freiwilligen Feuerwehr das Feuerhaus in der Luisenstraße Nr. 3, nachdem dort ein Steigerturm aufgestellt worden war. Bereits am darauffolgenden Samstag, dem 1. November 1866, fand dort die erste Übung statt.

    Nachdem sich die Freiwillige Feuerwehr in zwei Compagnien aufgeteilt hatte, richtete sie einen weiteren Antrag, diesmal an den König, mit dem Ziel, eine Remise für die 2. Compagnie zu erhalten. 

    Der Oberstallmeisterstab genehmigte den Antrag und stellte einen Hofmarstall am Marstallplatz Nr. 6 als Feuerwache zur Verfügung. Dazu gehörte auch die Bespannung durch den Marstall für die dort untergebrachten Löschmaschinen. Zudem wurde der königliche Reitschulplatz zu geeigneten Zeiten für Übungen bereitgestellt. 

    In jedem der beiden Feuerhäuser standen für die Freiwillige Feuerwehr München folgende Geräte bereit: 

    • 1 Mannschaftswagen 
    • 2 Saug- und Druckspritzen (abprotzbar) 
    • 1 Kufsteiner Leiter (17 m; mit Steckleiter 19 m) 
    • 1 Schlauchhaspel 

    24. September 1867 – Die 3. Compagnie wird gegründet

    Nur zwei Monate nach der Einsatzbereitschaft begann die Erweiterung um eine 3. Compagnie „Rechts der Isar“ in den Vororten Au, Giesing und Haidhausen.

    Hierfür erhielt das Corps das Feuerhaus in der Au am Mariahilfplatz Nr. 9. Auch dieses Gerätehaus verfügte über die gleiche Ausstattung wie die zuvor genannten in der Luisenstraße und am Marstallplatz.

    1876 – Aus der 3. Compagnie wurden drei eigenständige Compagnien

    Eine weitere Änderung erfolgte 1876, als sich die ehemaligen Vorstädte Giesing und Haidhausen von der III. Compagnie lösten und jeweils eigenständige Compagnien bildeten. Sie übernahmen die Feuerhäuser ihrer Stadtteile.

    IV. Compagnie Giesing - Feuerhaus Schulhausstraße Nr. 6
    V. Compagnie Haidhausen – Feuerhaus Kirchenstraße Nr. 5

    Zum Feuerhaus in der Kirchenstraße 5 existiert leider weder ein Bild noch eine Zeichnung, und die ursprüngliche Lage ist nicht eindeutig. In den Unterlagen zu den „Feuerlöscheinrichtungen von 1875 bis 1894“ wird für das Feuerhaus der V. Compagnie die Kirchenstraße Nr. 5 genannt. 

    Heute befindet sich an dieser Adresse das 1885 im Stil der Neurenaissance errichtete Mietshaus des Architekten Michael Reifenstuel. Dies schließt die Möglichkeit aus, dass dort ein Feuerhaus stand, das mindestens bis 1894/95 in Betrieb war; denn erst in diesem Zeitraum wurde das neue Feuerhaus in der Kirchenstraße Nr. 9 bezugsfertig. 

    In den alten Aufzeichnungen zum „Feuerhaus in Haidhausen von 1856 bis 1891“ wird bereits 1856 von einer „Feuerspritze im Schulhaus“ berichtet, die zu Einsätzen in der Nachbarschaft ausrückte. 

    Die alte Schloss-Schule von Haidhausen lag an der heutigen Ecke Johannisplatz/Schloßstraße. Diese stellt heute keine echte Ecke mehr dar, sondern eine Verlängerung, die von der Kirchenstraße gekreuzt wird. 

    Durch eine Lageveränderung der Kirchenstraße ab dem 1. April 1900 kann die Bezeichnung Kirchenstraße Nr. 5 für das alte Feuerhaus beziehungsweise Schulhaus durchaus zutreffen. Die alte Schloss-Schule wurde um 1893, vermutlich aber erst 1895 abgebrochen, und auf dem Gelände entstand die Erweiterung des heutigen Johannisplatzes mit Baumbestand und Spielplatz.

    Was passierte mit den ersten drei Gerätehäusern der FF München?

    Feuerhaus Luisenstraße: Die Volksschule an der Luisenstraße wurde um 1900 abgerissen, und an ihrer Stelle entstand ein neues Gebäude für das „Städtische Mädchenlyzeum mit humanistischem Mädchengymnasium und Mädchenrealgymnasium an der Luisenstraße“, entworfen vom Architekten Theodor Fischer. Hier erhielt die Feuerwehr ein neues Gerätehaus für die I. Compagnie.

    Bei der Reorganisation zur Motorisierung der Freiwilligen Feuerwehr München im Jahr 1914 löste sich die I. Compagnie auf, und das Gerätehaus wurde nicht mehr benötigt. Da die Liegenschaft dem Schulamt gehörte, fiel das Gerätehaus vermutlich wieder diesem zu. Der zweite Schulbau hat den Zweiten Weltkrieg überstanden und beherbergt heute noch das Luisengymnasium.

    Feuerhaus Marstallplatz: Die II. Compagnie fusionierte im Rahmen der Organisation von 1914 mit der XI. Compagnie (siehe unten) zur Abteilung 4 Schwabing. Das alte Feuerhaus am Marstallplatz wurde von der Feuerwehr aufgegeben und später unter anderem von der Oper als Lagerremise genutzt. In den 1980er-Jahren wurde es endgültig für den Neubau der Probebühne der Bayerischen Staatsoper abgerissen.

    Feuerhaus Mariahilfplatz: Die III. Compagnie schloss sich mit der IV. Compagnie aus Giesing zusammen und zog in das Gerätehaus an der Silberhornstraße 4 (ehemals Schulhausstraße in Giesing, umbenannt 1899) um. Die weitere Nutzung des Geräthauses ist nicht bekannt. Zudem wurden die Gebäude am Mariahilfplatz im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Nach dem Wiederaufbau erhielten viele Gebäude an diesem Platz ein verändertes Erscheinungsbild.

    26. Januar 1877 – Eingliederung der VI. Compagnie Sendling

    Die am 22. Juni 1869 gegründete Freiwillige Feuerwehr Sendling war die erste „nicht-münchnerische“ Compagnie, die 1877 in die Freiwillige Feuerwehr München integriert wurde. Neben den Mitgliedern wurden auch die Gerätschaften und das Feuerhaus in der Plinganserstraße 28 als VI. Compagnie übernommen.

    25. März 1890 – Eingliederung der VII. Compagnie Neuhausen

    Am 25. März 1890 wurde die Feuerwehr Neuhausen als VII. Compagnie in die Freiwillige Feuerwehr München eingegliedert, nachdem die Landgemeinde Neuhausen zum 1. Januar 1890 dem Gemeindeverband der Stadt München beigetreten war. 

    Die im April 1884 von der Gemeinde Neuhausen beschaffte Saug- und Druckspritze von Dominikus Kirchmaier sowie die Steig- und Schubleiter der Firma Weinhart aus Sendling wurden ebenfalls übernommen, ebenso das Gerätehaus in der Winthierstraße 6. 

    Von diesem Gerätehaus existiert leider kein Bild, und das Gebäude wurde abgerissen und durch ein mehrstöckiges Wohnhaus ersetzt.

    25. Juni 1890 – Gründung der VIII. Compagnie Südviertel

    Durch die Eingemeindung Sendlings dehnte sich die Stadt auch weiter südlich aus. Bereits ein Jahr vor der Eingemeindung plante der Stadtbaurat und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr München, Arnold Zenetti, den neuen Schlachthof in diesem Bereich. Dieser wurde 1878 fertiggestellt und bezogen. Rund um den Schlachthof entstand ein neues Wohnviertel, das nun ebenfalls von der Feuerwehr geschützt werden musste. 

    Daher beschloss eine außerordentliche Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr München am 15. November 1889 die Gründung der neuen VIII. Compagnie. Diese setzte sich aus Mitgliedern des am 25. Juni 1890 aufgelösten Dampfspritzenzugs, übernommenen Mitgliedern angrenzender Compagnien sowie Neuaufnahmen aus dem Viertel zusammen. 

    1891 errichtete der Münchner Architekt Hartwig Eggers das erste neue, nicht übernommene Feuerhaus für die neu aufgestellte VIII. Compagnie (Schlachthof-/Südviertel) in der Tumblingerstraße 4. Als Behördenbau verfügte es, wie damals üblich, über ein Brausebad sowie Kanzleiräume für den Bezirksinspektor. Den Entwurf entstand in Zusammenarbeit mit Arnold Zenetti.

    Obwohl das Feuerhaus den Anforderungen einer motorisierten Feuerwehr entsprach, wurde es 1914 im Zuge der Reorganisation für die Motorisierung aufgegeben. Die VIII. Compagnie fusionierte mit Sendling und Thalkirchen zur neuen Abteilung I – Sendling. Die Mannschaft des ehemaligen Südviertels wurde zum Alarm mit einem Mannschaftswagen der Berufsfeuerwehr am Kapuzinerplatz abgeholt. 

    Das Gebäude hat den Zweiten Weltkrieg überstanden und beherbergt heute eine Kindertagesstätte der Landeshauptstadt München.

    25. März 1891 – Eingliederung der IX. Compagnie Schwabing

    Ein Jahr nach Neuhausen trat am 25. März 1891 auch die Freiwillige Feuerwehr Schwabing als IX. Compagnie der Freiwilligen Feuerwehr München bei.

    Kurz vor der Eingemeindung hatte die noch selbstständige Gemeinde Schwabing ein neues Feuerhaus in der Heimhauserstraße 1½ errichtet, das bereits mit drei Stellplätzen für die Schwabinger Löschgeräte ausgestattet war.

    1. Januar 1892 – Eingliederung X. Compagnie Bogenhausen

    Nach der Eingemeindung der Gemeinde Bogenhausen trat deren Feuerwehr im selben Jahr als X. Compagnie in die Freiwillige Feuerwehr München ein.

    Das übernommene Feuerhaus war im Gegensatz zu den damals bereits vorhandenen Schlössern und Villen am Herzogpark eher dem dörflichen Charakter von Altbogenhausen angepasst und lag um den Kirchplatz der alten Pfarrkirche St. Georg.

    Nach der Reorganisation 1914 fusionierte die X. mit der V. Compagnie zur Abteilung 5 Haidhausen. Das alte Gerätehaus in Bogenhausen wurde anschließend aufgelöst; der Verbleib ist leider unbekannt.

    1895 – Neues Gerätehaus für die V. Compagnie - Haidhausen

    Das neue Gerätehaus in Haidhausen war der erste Ersatzneubau der Freiwilligen Feuerwehr München. Der Münchner Architekt Karl (auch Carl) Hocheder war Bauamtmann am Stadtbauamt und der barocken Baukunst sehr verbunden. Er prägte den sogenannten „München Barock“. Zusammen mit seinem Mitarbeiter Robert Rehlen schuf er zahlreiche Bauwerke in München, darunter auch die Feuerwache 5 in der Kellerstraße und die Hauptwache an der Blumenstraße für die Berufsfeuerwehr München, die nach 120 Jahren immer noch in Nutzung sind.

    Das erste Gebäude des Architektengespanns Hocheder/Rehlen für die Feuerwehr München wurde in der Kirchenstraße 9 für die V. Compagnie errichtet. Neben der Fahrzeugremise für das Löschgerät wurden auch ein öffentliches Brausebad sowie Dienstwohnungen geplant.

    Karl Hocheder gestaltete das Gebäude als barockes Kunstwerk mit fünf unterschiedlichen Entwurfsphasen vom Vorentwurf über drei Skizzenplanungen bis hin zur endgültigen Ausführung. Er verfeinerte das Gebäude mit zahlreichen barocken Elementen, etwa durch Mittel-Erker im ersten und zweiten Obergeschoss mit entsprechenden Stuckverzierungen. Eine Ecknische über dem kleinen Wandeingang sollte eine Figur des Heiligen St. Florian beherbergen, wurde aber nicht realisiert.

    Stattdessen schlug Hocheder eine Freskoarbeit im oberen Giebel des Feuerhauses vor; dort prangte nun der barocke Hl. Florian.

    1. Januar 1899 – Eingliederung XI. Compagnie Nymphenburg-Gern

    Um die Jahrhundertwende wuchs die Freiwillige Feuerwehr durch weitere Eingemeindungen. 1899 trat die Freiwillige Feuerwehr Nymphenburg-Gern als XI. Compagnie bei. 

    Über das zugehörige Gerätehaus liegen keine Bilder vor. 1914 wurde Nymphenburg-Gern bei der Reorganisation mit der VII. Compagnie zur Abteilung 2 Neuhausen zusammengelegt, und das Gerätehaus aufgelöst. Auch über dessen Verbleib gibt es keine Informationen.

    Oktober 1899 – Die VI. Compagnie - Sendling bekommt ein neues Gerätehaus

    Die Stadt München errichtete auf dem Areal des 1847 gebauten Schulhauses ein neues Gerätehaus für die VI. Kompanie Sendling. Im Oktober 1899 wurde es von dieser Kompanie bezogen. Für die Saug- und Druckspritzen sowie den Requisiten- und Mannschaftswagen standen Stallungen für vier Pferde zur Verfügung.

    Wie bei öffentlichen Gebäuden der Stadt damals üblich, wurden zudem ein Brausebad und eine Dienstwohnung für den Bezirksinspektor errichtet. Für die Kutscher standen ebenfalls Wohnungen in diesem Gebäude zur Verfügung.

    1914 wurde das Gebäude für den Betrieb mit einer Motorkraftspritze ertüchtigt, die Stallungen wurden entfernt, eine Benzintankstelle eingerichtet und die Dienstwohnungen den Chauffeuren zur Verfügung gestellt.

    Nach dieser Umgestaltung wurden die VI. Kompanie Sendling, VIII. Kompanie Südviertel und XIII. Kompanie Thalkirchen zur neuen Abteilung 1 Sendling zusammengefasst. Sammelplätze wurden in Thalkirchen an der Straßenbahnhaltestelle der damaligen Linie 26 (heute Thalkirchner Platz/Pognerstraße) und im Schlachthofviertel an der Thomasbrauerei (Ecke Tumblinger-/Kapuzinerstraße) eingerichtet. Von dort wurden die Einsatzkräfte mit Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr direkt zur Einsatzstelle gebracht.

    Beim Luftangriff am 7. Januar 1945 wurde das Gerätehaus durch eine Bombe vollständig zerstört und 1947 nach umfangreichen Plünderungen des Baumaterials abgebrochen. Heute befindet sich ein Wohn- und Geschäftshaus auf dem Grundstück.

    1. Januar 1900 – Eingliederungen XII. Compagnie - Thalkirchen

    1900 folgte die Freiwillige Feuerwehr Thalkirchen als XII. Compagnie. Über diese Compagnie liegen keine weiteren Daten oder Berichte vor. Lediglich der Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr München und die Fusion mit Sendling sind bekannt. Die Standarte der Feuerwehr ist heute in der Feuerwehrausstellung München ausgestellt.

    1900 – Nach 10 Jahren ein neues Gerätehaus für die VII. Compagnie - Neuhausen

    Zum 10-jährigen Bestehen als Kompanie der FF München bezog die Wehr ihr neues Feuerhaus in der Schulstraße 7. Das Gebäude war modern gestaltet und verfügte über drei Stellplätze für Löschgeräte sowie einen sechs Stockwerke hohen Steigerturm. Das Grundstück bot zudem ausreichend Platz für Übungsexerzizien.

    1914 wurde auch dieses Gebäude für den Betrieb mit einer Motorspritze ertüchtigt und die VII. und XI. Kompanie zur Abteilung 3 Neuhausen zusammengelegt.

    Das Gerätehaus der Abteilung Neuhausen erlitt dasselbe Schicksal wie in Sendling. Ende 1944 wurde es samt Fahrzeug durch Bombentreffer vollständig zerstört. Die Abteilung verfügte jedoch weiterhin über ausreichend Personal, um ein Fahrzeug zu besetzen, wie der Schriftverkehr vom 28. November 1944 zeigt. Obwohl die Zuordnung eines neuen Fahrzeugs geplant war, erfolgte diese bis Kriegsende nicht mehr.

    Nach dem Krieg wurde die Abteilung von den Alliierten aufgelöst und die Ruine abgerissen. Vor dem Gerätehaus wurde bereits 1912 die Nebenwache III der Berufsfeuerwehr errichtet, die beim Luftangriff unversehrt blieb. Die Branddirektion nutzte nach dem Krieg den Platz des alten Gerätehauses für weitere Gebäude der Feuerwache 3. Heute befindet sich dort eine BRK-Bereitschaft.

    13. November 1904 – Umbenennung in XIII. Compagnie – Laim

    Nach der Eingemeindung am 1. Januar 1900 wurde die Feuerwehr Laim zwar als XIII. Compagnie benannt, jedoch erst am 13. November 1904 vollständig in die Freiwillige Feuerwehr München integriert. Dabei ging auch das gemeindliche Feuerhaus mit seinen drei Löschmaschinen im Wert von 3.400 Mark in die Feuerwehr München über. 

    Laim blieb bis zur Auflösung zum Ende des Zweiten Weltkriegs eine besondere Abteilung innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr München. Aufgrund seiner Stadtrandlage und der Weigerung, 1914 mit einer anderen Compagnie zu fusionieren, war Laim stets eine Art Außenseiter innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr München.

    Ab 1912 – Die „geerbten Gerätehäuser“ der FF München

    Nach der Reorganisation der Freiwilligen Feuerwehr München im Jahr 1914, bei der aus 13 Kompanien sechs Abteilungen entstanden, ging die Eingemeindung umliegender Gemeinden in den folgenden Jahren weiter.

    Bis 1938 wurden insgesamt 23 weitere Abteilungen in die FF München eingegliedert, sodass die FF München zu Beginn des Zweiten Weltkriegs aus 29 Abteilungen bestand. Die geerbten Gerätehäuser wurden in diesem Zeitraum durch drei Neubauten ersetzt und einige Gebäude zusätzlich ertüchtigt.

    Alle diese geerbten Gerätehäuser sowie die drei Neubauten überstanden den Zweiten Weltkrieg und wurden in der Nachkriegszeit bis auf zwei weiterhin genutzt. Sechs Gebäude sind bis heute, im Jahr 2026, noch in Betrieb.

    Abt. 07 Forstenried・Forstenrieder Str. 54 a

    Die Abteilung wurde am 1. Januar 1912 gegründet, vermutlich zunächst ohne eigene Kompanie- oder Abteilungsnummer. Forstenried erhielt diese vermutlich nach der abgeschlossenen Reorganisation.

    Das Gerätehaus der ehemals eigenständigen Freiwilligen Feuerwehr diente bis zum Neubau im Jahr 1980 der Abteilung. Das Gebäude wird heute noch von der Abteilung und der Feuerwehrjugend genutzt.

    Abt. 08 Moosach・St.-Martins-Platz 5

    Die Freiwillige Feuerwehr Moosach wurde 1913 in die FF München als Abteilung 8 integriert.

    Das gemeindliche Gerätehaus ging in den Besitz der Stadt München über und diente bis zum Neubau 1980 der Abteilung als Gerätehaus. Das Gebäude wurde zwischenzeitlich abgerissen.

    Abt. 09 Milbertshofen・Moosacher Straße 11

    Milbertshofen verfügte bei der Eingemeindung sogar über das Stadtrecht und zählte bei der Stadtgründung im Jahr 1910 4.001 Einwohner, womit es die kleinste Stadt Bayerns war.

    Die Freiwillige Feuerwehr Milbertshofen wurde 1913 als Abteilung 9 in die FF München übernommen. Das Gerätehaus überstand den Zweiten Weltkrieg, wurde jedoch im Zuge der Verkehrspolitik der 1950er und 1960er Jahre abgerissen. Für den Ausbau einer wichtigen Verkehrsader musste das Gerätehaus weichen, und die Abteilung wurde aufgelöst. Die Mitglieder schlossen sich umliegenden Abteilungen an.

    Abt. 10 Oberföhring・Muspillistraße 8

    Ebenso wurde 1913 die Gemeinde Oberföhring nach München eingemeindet. Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr diente bis zum Neubau im Jahr 1979 der Abteilung. Ab der Nachkriegszeit nutzte die Abteilung zusätzlich die Einstellplätze der ehemaligen Abteilung 12 – Englschalking als Filialgerätehaus.

    Abt. 11 Berg am Laim・Baumkirchner Str. 23

    Berg am Laim war die letzte Gemeinde, die 1913 nach München eingemeindet wurde. Die dortige Freiwillige Feuerwehr wurde als Abteilung 11 in die FF München übernommen.

    Das Gerätehaus wurde bei einem Luftangriff in der Nacht vom 6. auf den 7. September 1943 zerstört. Die Mannschaft verteile sich daraufhin auf die noch bestehende Luftschutzabteilung. Nach dem Krieg wurde die Abteilung nicht wieder gegründet.

    1913 – Neue Technik hält Einzug in Gerätehäuser

    1913 wurden zur Motorisierung der Freiwilligen Feuerwehr (FF) München die Feuerhäuser mit Benzinabfüllanlagen ausgestattet. Die nun als Gerätehäuser bezeichneten Gebäude erhielten Aufenthaltsräume und Abortanlagen (Anm. Toiletten) für die Chauffeure.

    Diese wurden täglich von der Berufsfeuerwehr besetzt, wofür 14 neue Stellen genehmigt wurden: je sechs Chauffeure im 24-Stunden-Dienst für die sechs motorisierten Abteilungen der FF München sowie zwei Vertretungen für Urlaub und Krankheit. Zur Alarmierung wurden in jedes Gerätehaus Telefonanlagen installiert.

    Aufgrund der großzügigen Planung von Hocheder/Rehlen waren zusätzliche Aufenthaltsräume und Abortanlagen für die Chauffeure in der Kirchenstraße nicht erforderlich, da sie dort bereits vorhanden waren.

    Ein Mietvertrag belegt, dass ein Chauffeur direkt im Gebäude eine Dienstwohnung erhielt und somit jederzeit erreichbar war. Über Vertretungsregelungen in der Kirchenstraße ist nichts bekannt, jedoch ist anzunehmen, dass sich auch dort ein Chauffeur im 24-Stunden-Dienst gemeinsam mit einem weiteren Kollegen abwechselte, der nicht im Haus wohnte.

    Zudem mussten die Ausfahrtstore nicht vergrößert werden, wie ein Bild aus dem Jahr 1936 belegt.

    Das Gerätehaus diente der Abteilung 6 – Au bis zum Kriegsende und wurde während des Krieges auch als Standort für den Luftschutz genutzt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verfügten die amerikanischen Besatzer, dass die Innenstadt-Löschgruppen 1 bis 6 aufgrund zerstörter Einrichtungen nicht wieder aufgebaut werden sollten. Einsätze in diesem Bereich wurden ausschließlich von der Berufsfeuerwehr München abgearbeitet.

    Das Gerätehaus in der Kirchenstraße blieb jedoch erhalten. Vermutlich erschien es den amerikanischen Besatzern, die das Konzept der „Fire Station“ kannten, unpassend, dass ein Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr lediglich 750 Meter von einer Feuerwache der Berufsfeuerwehr entfernt lag. Wie das Haus nach dem Krieg genutzt wurde, ist nicht bekannt. Heute steht es in einem renovierten und sanierten Zustand am ursprünglichen Standort und wird von der Landeshauptstadt München unter anderem als Kindergarten und Elternberatungsstelle genutzt.

    Das Feuerhaus in der Kirchenstraße ist, neben der später von Hocheder und Rehlen errichteten Hauptfeuerwache, eines der schönsten Feuerhäuser der Landeshauptstadt München. Es strahlt bis heute den Charme des „Münchener Barock“ aus.

    Ab 1930 – Weitere Eingemeindungen verstärken die FF München

    Nach dem Ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise litten einige Vorortgemeinden weiterhin unter großer Not und standen praktisch vor der Zahlungsunfähigkeit, was für eine Kommune nicht akzeptabel war. Die Gemeinde Perlach war eine derart arme Kommune, die bereits mehrfach eine Eingemeindung in die Landeshauptstadt beantragt hatte. 1929 war es so weit: Der Münchner Stadtrat befürwortete die Eingemeindung von Perlach und Daglfing.

    Daglfing brachte eine Feuerwehr in die Eingemeindung ein, die jedoch mit drei Unterabteilungen in den Ortsteilen Daglfing, Englschalking und Johanniskirchen organisiert war. Diese drei Unterabteilungen wurden in der FF München als gemeinsame Abteilung 12 geführt.

    Perlach brachte zwei Feuerwehren in die Freiwillige Feuerwehr München ein: die Freiwillige Feuerwehr Perlach, die fortan als Abteilung 13 geführt wurde, sowie die Freiwillige Feuerwehr Waldperlach, die sich drei Jahre zuvor eigeninitiativ gegründet hatte und nun als Löschgruppe 14 innerhalb der FF München fungierte.

    Obwohl beide Feuerwehren mit Abteilungsnummern in die FF München eingegliedert wurden, behielten die beiden Vereine ihre Selbstständigkeit.

    Abt. 12 Dagelfing・Kunihostraße 13

    Als Gerätehaus ist nur das der Ortsgemeinde Daglfing bekannt. 1937 bezog die Abteilung einen Neubau in Englschalking. Das ursprüngliche Gerätehaus blieb noch viele Jahre, auch nach dem Krieg, bestehen. Auf dem Gelände entstanden jedoch zwischenzeitlich andere Gebäude.

    Abt. 13 Perlach・Pfanzeltplatz 5

    Das Gerätehaus wurde von der Gemeinde Perlach für die Freiwillige Feuerwehr Perlach errichtet und ging als Abteilung 13 in die FF München über. Bis zur Übernahme des neuen Gerätehauses im Jahr 1981 wurde es von der Feuerwehr genutzt. Anschließend übernahm eine BRK-Bereitschaft das Gebäude, die es heute noch nutzt.

    Abt. 14 Waldperlach・Im Leiberheim

    Die Eingemeindung Perlachs brachte der FF München noch eine weitere Abteilung: Waldperlach, die sich drei Jahre zuvor eigeninitiativ gegründet hatte und nun als Abteilung 14 innerhalb der FF München fungierte. Das Gerätehaus dieser Feuerwehr war ein privater Schuppen, der dem Wirt des Leiberheims gehörte und der Siedlerfeuerwehr zur Verfügung gestellt wurde.

    Nachdem die Abteilung 1937 einen Neubau bezogen hatte, nutzte der Leiberheimwirt den Schuppen wieder. Wann dieser abgerissen wurde, ist unbekannt. Auf dem Gelände befindet sich heute noch der Leiberheimwirt mit einem großen, schattigen Biergarten.

    Abt. 15 Freimann・Heinrich-Groh-Straße 8

    Am 1. Oktober 1931 erfolgte eine weitere Eingemeindung der Gemeinde Freimann, die ihre Freiwillige Feuerwehr mit einer Kraftspritze und dem entsprechenden Gerätehaus als Abteilung 15 in die FF München einbrachte.

    Das Gerätehaus diente bis zum Neubau 1976 der Abteilung und wurde anschließend abgerissen, um die Freifläche weiterhin feuerwehrtechnisch nutzen zu können.

    Die besondere Eingemeindung von Trudering

    Ausgelöst durch die Weltwirtschaftskrise und hohe Soziallasten war die Gemeinde Trudering, ähnlich wie Perlach, zahlungsunfähig und sah sich gezwungen, die Selbstständigkeit aufzugeben und nach München einzugemeinden.

    Besonders dabei war, dass in diesem Zuge außerdem ein Gemeindeteil, der sich näher zur Gemarkung Riem verbunden fühlte, mit seiner Feuerwehr Michaeliburg ebenfalls eingemeindet wurde.

    Abt. 16 Trudering・Truderinger Straße 288

    Das Gerätehaus der ursprünglich „Straßtrudering“ genannten Feuerwehr diente nach einigen Umbauten noch bis 1982 der Abteilung. Anschließend erhielt Trudering einen Neubau in direkter Nachbarschaft. Das umgebaute Gebäude wurde bis 2026 von einer BRK-Bereitschaft genutzt.

    Abt. 17 Michaelburg・Bayuwarenstraße 3

    Das Gerätehaus der eingemeindeten Freiwilligen Feuerwehr Michaeliburg wurde bis 1937 genutzt und danach durch einen Neubau auf einem benachbarten Grundstück ersetzt. Das ursprüngliche Gebäude existiert heute noch als Anbau einer Gaststätte.

    Abt. 18 Waldtrudering・Wasserburger Landstraße 202

    Das Gerätehaus am Wasserturm der Gemeinde Trudering wurde in dieser Form bis 1937 von der Abteilung 18 Waldtrudering der FF München genutzt. Es erhielt eine Vergrößerung mit zwei Fahrzeuggassen und ein Satteldach.

    Quellenhinweise

    • Stadtarchiv München StdA-M DE-1992-BRA-0599 /-0632 /-651 /-0654
    • Chroniken der Abteilungen der FF München

    Bildnachweis

    • Pressestelle der BF München
    • Archiv Feuerwehrsammlung München - Andreas Abend
    • Stadtmuseum München

    Danksagung

    • Der Pressestelle der Branddirektion München für das zur Verfügung gestellte Bildmaterial
    • Andreas Abend für das zur Verfügung gestellte Bildmaterial

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