Die Jahre 1979 bis 1987

In keinem anderen Jahrzehnt wurden in München so viele Gerätehäuser für die FF München neu gebaut wie in den frühen 1980er Jahren. An insgesamt zehn Standorten entstanden neue Gebäude, weitere Gerätehäuser wurden saniert und ausgebaut. Auch mehrere Großbrände bleiben aus dieser Zeit in Erinnerung.

1979 – Das Gerätehausprogramm der FF München entwickelt sich langsam

Im Rahmen des Gerätehaus-Neubauprogramms wurden 1979 die ersten vier der geplanten zehn Gerätehäuser fertiggestellt und an die jeweiligen Abteilungen übergeben:

  • 14.07.1979: Abt. Oberföhring - Muspilistraße 25
  • 21.07.1979: Abt. Langwied - Berglwiesenstraße 135
  • 08.09.1979: Abt. Harthof - Heimperthstraße 1
  • 13.10.1979: Abt. Michaeliburg - Bajuwarenstraße 25

1. Juli 1979 – Der „große Bruder“ feiert 100 Jahre

Am 1. Juli 1879 um 12 Uhr mittags bezog die erste ständige Wache mit einem Oberfeuerwehrmann, einem Telegraphisten und zwölf Feuerwehrmännern das alte Feuerwehrhaus am Jakobsplatz. Genau 100 Jahre später feierte die Berufsfeuerwehr München dieses Jubiläum auf eindrucksvolle Weise. 

Zur Eröffnung wurde am 1. Juli 1979 eine Sonderausstellung im Deutschen Museum präsentiert, in der bemerkenswerte Objekte zur Geschichte des Brandschutzes gezeigt wurden. Ein Teil dieser Sammlung wurde von Oberbranddirektor Karl Seegerer seit seinem Dienstantritt zusammengetragen.

Am 2. Juli 1979 fand ein Festakt im Herkulessaal unter Teilnahme der Dienstgrade der Freiwilligen Feuerwehr München statt. Anschließend zog eine große Fahrzeugparade mit historischen und modernen Feuerwehrfahrzeugen durch die Ludwigsstraße. Die Freiwillige Feuerwehr nahm mit ihren zehn Korea-Löschfahrzeugen von 1974 daran teil.

Des Weiteren waren fünf neue Tanklöschfahrzeuge TLF 16 auf Magirus-Deutz 170D10 (Baujahre 1977 bis 1979) im Zug vertreten. Zwei dieser Fahrzeuge waren zur Parade noch auf den kleinen Gruppenwachen (Feuerwache 3 und 8) im Einsatz, ein weiteres stand auf der Feuerwache 9 als Reserve. Nach eingehender Erprobung durch die Berufsfeuerwehr wurden sie anschließend an die Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München abgegeben: Waldtrudering, Langwied, Forstenried, Allach und Trudering. Insgesamt erhielt die Freiwillige Feuerwehr München zwölf dieser Tanklöschfahrzeuge; Anfang der 1980er Jahre folgten die Abteilungen Perlach, Oberföhring und Sendling. 

Nachdem die neue Zug-Feuerwache 3 — Westend in der Heimeranstraße 3 — im Jahr 1983 in Betrieb genommen wurde und die alten Gruppenwachen 3 und 8 aufgelöst wurden, verblieben zwei Tanklöschfahrzeuge zunächst bei der Feuerwehrschule. Ab 1988 erhielten die Abteilungen Riem und Waldperlach der Freiwilligen Feuerwehr München diese Fahrzeuge.

Die Parade wurde von einer dampfbetriebenen, pferdegezogenen Feuerspritze angeführt, die von der Freiwilligen Feuerwehr Plattling in Niederbayern als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde. Die Kutscher und Heizer trugen die originalen Lodenjoppen und Messinghelme der Freiwilligen Feuerwehr, wie sie auch von der ersten ständigen Wache getragen wurden. Der Dampfspritzenzug wurde in sein aktiven Zeit aber von Kräften der Freiwilligen Feuerwehr und nicht von der ständigen Wache besetzt.

Es folgten mehrere Feuerwehr-Oldtimer, angefangen bei der pferdegezogenen Motorkraftspritze, von der die Freiwillige Feuerwehr München vier Exemplare bei den Stadtrand-Löschgruppen unterhielt. Weiterhin wurden Kraftspritzen, Kraftdrehleitern und Fahrzeuge aus der Zeit des Nationalsozialismus im damals üblichen Tannengrün der Feuerschutzpolizei sowie im Luftschutzgrau der Luftschutzeinheiten präsentiert. Von den zwölf gezeigten historischen Feuerwehrfahrzeugen können heute, bis auf drei Ausnahmen, die meisten im Feuerwehrmuseum Bayern in Waldkraiburg besichtigt werden. Das Museum wurde von OBD a.D. Karl Seegerer gegründet.

Neben dem nahezu kompletten Fahrzeugpark der Berufsfeuerwehr München, bestehend aus Einsatzleitwagen, Löschfahrzeugen, Drehleitern, Rüstwagen und Sonderlöschfahrzeugen, wurden als besonderes Highlight die zwei Prototypen der neuen Drehleiter DL 23/12 n.B. vorgestellt. Diese sollten die alten Rundhauber-Drehleitern im Löschzug der Berufsfeuerwehr München ablösen.

Da die Feuerwachen der Berufsfeuerwehr aufgrund der Parade personell stark reduziert waren, stellte die Freiwillige Feuerwehr während der gesamten Dauer die erforderlichen Wachbesetzungen. 

Das gute Zusammenwirken von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr betonte Staatsminister Gerold Tandler in seiner Rede beim Festakt im Herkulessaal der Residenz:

"Man sollte sich gerade heute nach 100 Jahren "professioneller" Brand- und Schadensbekämpfung - was durchaus nicht abwertend gemeint ist - mit besonderen Dank daran erinnern, daß diese Geburt durch die Freiwillige Feuerweh unter dem damaligen Kommando des Baurats und späteren Stadtbaurats Arnold von Zenetti vollzogen wurde. Mich freut es ganz besonders, daß die Durchtrennung der Nabelschnur nicht zu einem verständnislosen Auseinander, Nebeneinander oder gar Gegeneinander sondern zu einem Miteinander von Berufsfeuerwehr München und Freiwilliger Feuerwehr München geführt hat, das im Sicherheitsinteresse aller liegt. Die Berufsfeuerwehr gibt heute nicht nur in München, aber hier besonders, den Freiwilligen Feuerwehren den dringend nötigen Rückhalt. Das Potential der Freiwilligen Feuerwehren wird andererseits von den Berufsfeuerwehren als wichtige und unverzichtbare Unterstützung angesehen und genutzt.

Daß diese gute Zusammenarbeit nicht nur von den jeweiligen Verantwortlichen der Feuerwehren beschworen sondern tatsächlich praktiziert wird, ist ja gerade in jüngster Zeit auch von neutraler Seite im Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft anerkannt worden.“

Auch der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Architekt Albert Bürger, hob hervor, dass es lobenswert sei, gerade in München, einer der Großstädte, zu der auch die Freiwillige Feuerwehr regelmäßig zu Einsätzen herangezogen oder mitalarmiert wird. Ihr Anteil an den Einsätzen beträgt 17 %. 

Am Ende des Festakts hielt der Leiter der Berufsfeuerwehr München, Oberbranddirektor Dipl.-Ing. Karl Seegerer, seine Festrede zum 100-jährigen Bestehen der Berufsfeuerwehr München.

12. August 1979 – Barackenbrand bei Siemens

Am 12. August 1979 geriet auf dem Gelände der Firma Siemens in der Baierbrunnerstraße eine 20 x 80 Meter große Baracke vollständig in Brand. In der Halle lagerten unter anderem Schweißgeräte mit Acetylen- und Sauerstoffflaschen. Neben drei Löschzügen der Berufsfeuerwehr waren fünf Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. 

An den Lösch- und Aufräumarbeiten waren drei Löschzüge der Berufsfeuerwehr sowie die Abteilungen Forstenried, Solln, Großhadern, Waldfriedhofviertel und Stadtmitte beteiligt.

27. April 1980 – Einweihung Gerätehaus Forstenried

Das neue Gerätehaus der Abteilung Forstenried wurde am 27. April 1980 feierlich eingeweiht. Die Inbetriebnahme erfolgte bereits zeitgleich mit der Übergabe eines drei Jahre alten TLF 16 am 4. Mai 1979, das zuvor auf der Feuerwache 8 der Berufsfeuerwehr München eingesetzt war.

Am 3. April 1980 wurde ein Küchenwagen in Dienst gestellt. Dieses Fahrzeug, ein Mercedes L 408 G, war zuvor als Notarztwagen im Einsatz und wurde an der Feuerwache 9 mit den Einrichtungsgegenständen des ehemaligen Küchenwagens der Berufsfeuerwehr ausgestattet. Die Einrichtung umfasste zwei große Nirosta-Arbeitsplatten auf Stahlrohrgestellen mit Schubladen und Fächern, ein Spülbecken sowie einen herausnehmbaren Herd. Zur Beförderung standen vier Sitzplätze zur Verfügung.

Ende April 1980 führte eine arktische Kaltluftfront mit bis zu 13 Zentimeter Neuschnee zu einem Temperatursturz in München. In dieses winterliche Szenario fiel die feierliche Einweihung des neuen Gerätehauses der Abteilung Forstenried an der Forstenrieder Allee 177.

Auch die Fahrzeugsegnung und offizielle Schlüsselübergabe der zwei neue Fahrzeuge fanden an diesem Tag statt.

Die Verpflegung für das Fest wurde vom Verpflegungszug, betreut von der Abteilung Forstenried, übernommen. Somit konnten die Gerätschaften des Katastrophenschutzes, wie der Feldkochherd und das dazugehörige Feldkochzelt, ausführlich erprobt werden.

26. September 1980 – Der Sprengstoffanschlag auf das Münchner Oktoberfest

Am Haupteingang der Festwiese explodierte eine Bombe, bei deren Detonation 13 Personen getötet und über 200 verletzt wurden.

Zwei Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr übernahmen während des Einsatzes die Überwachung der vakanten Feuerwachen der Berufsfeuerwehr. Zudem stand der Verpflegungstrupp zur Versorgung der Einsatzkräfte in Bereitschaft.

Weitere Informationen finden Sie hier: Das Oktoberfest-Attentat – 40 Jahre Erinnerung

Oktober 1980 – Abteilung Riem erhält ihr neues Gerätehaus

Das neue Gerätehaus der Abteilung Riem in der Theodor-Kober-Straße 1 wurde am 26. Oktober 1980 eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

26. Januar 1981 – Möbelhalle und Lackfabrik in Brand

Fast zeitgleich gerieten am 26. Januar 1981 an der Grafinger Straße ein Möbellager und eine Lackfabrik in Brand. Nur durch einen massiven Feuerwehreinsatz konnte eine Ausweitung des Feuers verhindert werden.

Die brennenden Farb- und Lösungsmittel entwickelten säurehaltigen, beißenden Rauch. Dabei wurden elf Feuerwehrmänner, darunter drei Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, verletzt und zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

13. März 1981 – Jahreshauptversammlung bei Krauss-Maffei

Erstmals fand die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr München von 1866 e. V. in der Großkantine der Krauss-Maffei AG in München-Allach statt. 

Der Veranstaltungsort lag am Stadtrand im Nordosten und war verkehrlich nicht optimal erreichbar. Besonders die Abteilungen aus dem Osten beklagten die lange Anfahrt über den Mittleren Ring oder den Frankfurter Ring, die aufgrund dauerhafter Baustellen meist stark belastet waren. 

Krauss-Maffei bot jedoch ausreichend große Räumlichkeiten für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sowie hervorragende Parkmöglichkeiten für die Großfahrzeuge. Zudem war das Brotzeitangebot im Vergleich zu manch gastronomisch geführtem Bierkeller der vergangenen Jahre vergleichsweise preiswert, reichlich und schmackhaft. 

So entwickelte sich die Kantine von Krauss-Maffei über Jahrzehnte zum Traditionsort für die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr München. Bis ins Jahr 2018 blieb der Verein diesem Veranstaltungsort treu, und es entstanden sogar langjährige Beziehungen zwischen Stammbedienung und Abteilungen.

14. März 1981 – Aus der Löschgruppe Waldfriedhofviertel wird die Abteilung Sendling

Zum Jahreswechsel 1980/81 bezog die bisherige Löschgruppe Waldfriedhofviertel ihr neu gebautes Gerätehaus in der Zillertalstraße 25. Da sich durch den Umzug auch der Ausrückbereich änderte, wurde diese entsprechend der geografischen Lage in Abteilung Sendling umbenannt.

Die feierliche Einweihung fand am 14. März 1981 statt.

17. Oktober 1981 – Einweihung des Gerätehaus der Abt. Perlach

Am 17. Oktober 1981 wurde das neue Gerätehaus der Abteilung Perlach an der Wolframstraße 4 eingeweiht.

28. Oktober 1981 – Großbrand „Krankenhaus des 3. Ordens“

Kurz vor seinem 80-jährigen Bestehen brach am 28. Oktober 1981 in den frühen Abendstunden im Dachstuhl des viergeschossigen Mitteltrakts des Krankenhauses des 3. Ordens an der Menzinger Straße in Nymphenburg ein Brand aus. 

Die Freiwilligen Feuerwehr München alarmierte hierfür die Abteilungen Obermenzing, Moosach und Stadtmitte. Zusammen mit den Kräften der Feuerwachen 1, 3, 4, 6 und 7 der Berufsfeuerwehr kamen insgesamt neun Löschrohre, teils über Drehleitern und unter Atemschutz, zum Einsatz. 

Trotz erschwerter Zugangsbedingungen konnte der Brand rasch unter Kontrolle gebracht werden. Patienten mussten nicht verlegt werden, und die in den oberen Stockwerken untergebrachten medizinischen Geräte blieben unversehrt.

Nach eineinhalb Stunden konnte „Feuer unter Kontrolle“ und nach zwei Stunden „Feuer aus“ gemeldet werden.

14. November 1981 – Wechsel an der Spitze der Bereichsführung WEST I

Der langjährige und bewährte Bereichsführer des Bereichs West I, Hauptbrandmeister Michael Wäsler sen., der die Altersgrenze erreicht hatte, wurde am 14. November 1981 feierlich im Gerätehaus Obermenzing verabschiedet.

Die Nachfolge erfolgte familiär: Sein Sohn, Oberbrandmeister Michael Wäsler jun., übernahm das Amt des Bereichsführers West I.

1. Januar 1982 – Das neue Bayerische Feuerwehrgesetz und seine Folgen

Mit Inkrafttreten des „Bayerischen Feuerwehrgesetzes vom 23. Dezember 1981“ am 1. Januar 1982 wurde §12 der Satzung der Freiwilligen Feuerwehr München ungültig. Die Wahl zum Kommandanten oder stellvertretenden Kommandanten durfte nun nicht mehr gleichzeitig mit der Wahl zum ersten beziehungsweise zweiten Vorstand erfolgen. 

Da die 1971 in Kraft getretene Satzung des Vereins „Freiwillige Feuerwehr München gegr. 1866 e.V.“ den Anforderungen des neuen Gesetzes nicht in allen Punkten entsprach, begann man 1983 mit einer umfassenden Überarbeitung, die auf die neuen gesetzlichen Grundlagen abgestimmt wurde. An dieser zeitaufwändigen Arbeit beteiligten sich Kommandomitglieder, Vorstand und Mitglieder einiger Abteilungen.

5. Januar 1982 – Christbaumbrand mit Millionenschaden

Ein in Brand geratener Christbaum war die Ursache eines Großfeuers mit Millionenschaden am Hermelinweg 1 in einem größeren Einfamilienhaus. Bei Ankunft der ersten Feuerwehrkräfte schlugen aus den Fenstern im Erdgeschoss und ersten Stock meterlange Flammen.

Neben der Berufsfeuerwehr waren zwei Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.

21. Februar 1982 – Großfeuer am Rappenweg

Am 21. Februar 1982 bekämpften vier Abteilungen (Trudering, Waldtrudering, Michaeliburg und Stadtmitte) der Freiwilligen Feuerwehr gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr einen Großbrand in einem Papierlager am Rappenweg.

Eine 60 x 40 Meter große Halle mit Druckerzeugnissen und Verpackungsmaterial stand vollständig in Flammen. Zur Sicherung der Löschwasserversorgung wurde eine 1.300 Meter lange Doppelleitung mit zwei dazwischengeschalteten Verstärkerpumpen aufgebaut.

25. März 1982 – Jahreshauptversammlung - Karl Stich tritt ab!

Obwohl die Wahlperiode der bisherigen Führung noch bis 1983 gültig war, trat der seit 1968 amtierende stellvertretende Kommandant Karl Stich auf eigenen Wunsch zum 31. März 1982 zurück. Dies sollte der künftigen Führung die Möglichkeit einer Einarbeitung unter dem bisherigen Kommandanten ermöglichen. 

Die Wahlen am 25. März 1982 in der Kantine von Krauss-Maffei, entsprechend des neuen Bayerischen Feuerwehrgesetzes, ergaben folgende Zusammensetzung:

  • Kommandant: StBI Heinrich Reuter
  • stellv. Kdt.:
    • bis 31.3.1982: StBM Karl Stich
    • ab 1.4.1982: StBM Hans Metz
  • 1. Vorstand: StBI Heinrich Reuter
  • 2. Vorstand:
    • bis 31.3.1982: StBM Karl Stich
    • ab 1.4.1982: HBM Fritz Schlierf
  • Schriftführer: HBM Fritz Schlierf
  • Kassier:: BM Walter Fischer
  • Oberzeugmeister: OBM Karl Wahler
  • Revisoren: OLM Ludwig Freundl, HFM Helmut Backer

16. April 1982 – 35.000 m² Jungholz in Brand

Am 16. April 1982 brannten im Forstenrieder Park 35.000 Quadratmeter Jungholz und Schonung. Aufgrund fehlender Wasserentnahmemöglichkeiten abseits der Einsatzstelle waren neben der Berufsfeuerwehr auch die Abteilungen Forstenried und Großhadern der Freiwilligen Feuerwehr München sowie drei Freiwillige Feuerwehren aus dem Landkreis (Pullach, Neuried und Planegg) tätig. 

Als Ablösung und Brandwache rückten später die Abteilungen Solln und Sendling noch zur Einsatzstelle aus.

1. Mai 1982 – Kleiner Brand mit großer Auswirkung!

Am Morgen des 1. Mai 1982 wurden zu einem Feuermeldealarm ins Krankenhaus Neuperlach alarmiert, die ankommenden Einheiten der Feuerwache 9 und der Abteilung Waldperlach bemerkten zwar den Brandgeruch, aber konnten erstmals kein Feuer festellen

Der Einsatzleiter alarmierte vorsorglich weitere Kräfte, da eine mögliche Evakuierung des Krankenhauses erforderlich sein könnte. Da das Feuer im Kassenraum im Erdgeschoss vermutet wurde, ging der Angriffstrupp des TroTLF 16 der FW 9 vor der Türe in Stellung. Gleichzeitig verteilte sich die Mannschaft der Abteilung Waldperlach über die Stockwerke des Krankenhauses, um Patienten und Personal zu beruhigen.

Da sich die Tür mit dem vorgesehenen Hauptschlüssel nicht öffnen ließ, verstrich wertvolle Zeit, bis der Trupp aktiv werden konnte. Am Maifeiertag waren weder Kassenpersonal noch Schlüsselberechtigte vor Ort. Daraufhin entschied der Einsatzleiter, die massiv gesicherte Tür mit schwerem Gerät vom nachgeforderten Rüstwagen aufzubrechen.

Hinter der Tür wurde eine ausgebrannte Kaffeemaschine gefunden, vermutlich wurde sie versehentlich seit Freitag eingeschaltet gelassen. Aufgrund von Sauerstoffmangel hatte sich der Brand aber bereits selbst gelöscht. Die Rauchentwicklung durch den verkohlten Kunststoff hatte sich jedoch über die Lüftungsschächte ausgebreitet und für erhebliche Unruhe gesorgt.

Nach der Ursachenklärung konnte der Einsatzleiter die noch anrückenden Kräfte von Not- und Rettungsdienst abbrechen und die bereits eingesetzten Kräfte entlassen.

16. Mai 1982 – Zum Hundertsten ein neues Gerätehaus für die Abt. Ludwigsfeld

Am 15. und 16. Mai 1982 feierte die Abteilung Ludwigsfeld ihr 100-jähriges Bestehen. Gleichzeitig wurde der vorletzte Gerätehausneubau aus dem Gerätehausprogramm von 1977 feierlich übergeben.

20. Mai 1982 – Peroxid steht in Flammen

Am 20. Mai 1982 gerieten nach zwei Explosionen mehrere Lagerhallen der „Peroxid-Chemie“ in Höllriegelskreuth in Brand. Im Freien gelagerte Fässer mit brennbaren Flüssigkeiten und unterschiedlichen Chemikalien explodierten wiederholt. 

Neben starken Kräften der Berufsfeuerwehr waren elf Tanklöschfahrzeuge und Schlauchkraftwagen der Freiwilligen Feuerwehr München im Einsatz. Zwei Abteilungen unterstützten unter schwerem Atemschutz die Brandbekämpfung, während die restlichen Fahrzeuge die Löschwasserversorgung sicherstellten.

Dazu war eine lange Schlauchförderung von der Isar bis zur Einsatzstelle notwendig. Diese wurde unter anderem auch von Schlauchkraftwagen der FF verlegt.

Weitere Informationen finden Sie hier: Vor 40 Jahren: Großbrand bei „Peroxid“

13. August 1982 – Feierliche Beerdigung von Georg Ostermeier

Im August 1982 verstarb der verdiente frühere Kommandant Georg Ostermeier. Bei seiner Beerdigung am 13. August 1982 auf dem Friedhof Perlach begleiteten 120 Angehörige der Feuerwehr, die Branddirektion sowie Vertreter benachbarter Wehren seinen Abschied. An der Grabstätte würdigten Oberbranddirektor Seegerer und Stadtbrandmeister Metz seine Verdienste.

2. Oktober 1982 – Erste Jugendgruppe in München

1982 wurde erstmals eine Jugendgruppe gegründet, die von der Abteilung Moosach betreut wurde. Alle elf Mitglieder bestanden am 2. Oktober 1982 erfolgreich die Jugendleistungsprüfung nach den Richtlinien des Bayerischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz.

6. November 1982 – LF 8 für die FF München

Da der Bund sich zunehmend aus der Fahrzeugbeschaffung für die Brandschutzeinheiten zurückzog, musste die Branddirektion München reagieren, um den Fahrzeugbestand der Freiwilligen Feuerwehr zu erhalten. 

Die in die Jahre gekommenen TLF 16 des Bundes wurden bereits größtenteils durch städtische Beschaffungen der TLF 16 auf Magirus-Deutz-Fahrgestellen vom Typ 170D10 beziehungsweise 192D10 ersetzt.

Für die 17 LF 16 TS des Bundes legte die Branddirektion im Jahr 1982 der Stadtverwaltung ein Erneuerungsprogramm für 17 Löschgruppenfahrzeuge vom Typ LF 8 vor. Der damalige Gesamtaufwand von 1,7 Millionen DM wurde von der Regierung von Oberbayern mit einem einmalig erhöhten Zuschuss unterstützt. 

Das LF 8 wurde auf dem Mercedes LP 709/32 mit einem 90 PS starken Dieselmotor von Magirus in Ulm aufgebaut. Eine Besonderheit, da Magirus zu dieser Zeit normalerweise nur eigene Fahrgestelle für den Aufbau von Feuerwehrfahrzeugen verwendete. Deshalb ließ sich Magirus nicht nehmen, auf der Pumpenabdeckung das Firmenlogo, den Ulmer Münster, besonders groß aufzunähen.

Das LF 8 wurde von der Freiwilligen Feuerwehr gleichermaßen geschätzt und kritisiert. Der Einsatzwert des Fahrzeugs war im Vergleich zum LF 16 TS eingeschränkt und entsprach nicht mehr ganz dem Stand der Technik. Dennoch erfreute es sich besonders bei jungen Maschinisten großer Beliebtheit, da es ohne LKW-Führerschein gefahren werden konnte. Das Gesamtgewicht betrug 7,49 Tonnen und war damit mit der damaligen Pkw-Führerscheinklasse fahrbar. Wegen seiner kompakten Abmessungen war es besonders in Stadtteilen mit engen Straßen von Vorteil. Aufgrund seiner beschränkten Ausstattung, die nur für den Brandeinsatz geeignet war, überwogen jedoch in der FF München eher die Kritiker. 

Eine Aufwertung erfuhr das Fahrzeug durch den Gerätesatz „Unwetter“, der anstelle der Tragkraftspritze in das Heck eingeschoben werden konnte. Er enthielt neben Kettensäge, Trennschleifer, Kabeltrommel, Tauchpumpe, Schutzkleidung, Absperrmaterial und anderem technischen Gerät. Somit eignete sich das Fahrzeug auch für den selbstständigen Einsatz bei Unwettereinsätzen.

Ende der 1980er-Jahre, als weitere Jugendgruppen in der FF München gegründet wurden, entwickelte sich das LF 8 ab 1990 zum „Ausbildungsfahrzeug der Jugend“. Für mehrere Generationen von Feuerwehrfrauen und -männern war es ihr erstes Feuerwehrauto.

2. März 1983 – Heinrich Reuter tritt von Bühne als Kommandant der FF München

Die Neuwahlen ergaben folgendes Kommando und Vorstandschaft:

  • Kommandant: SBI Hans Metz
  • Stellvertretender Kommandant: SBM Fritz Schlierf
  • 1. Vorstand: SBI Hans Metz
  • 2. Vorstand: SBM Fritz Schlierf
  • Kassier: Walter Fischer
  • Revisoren: Helmut Bauer, Ludwig Freundl

18. Mai 1983 – München leuchtet in Gold für Heinrich Reuter

Am 18. Mai 1983 überreichte Oberbürgermeister Erich Kiesl bei einer Feierstunde im Rathaus in Anwesenheit des Kreisverwaltungsreferenten, des berufsmäßigen Stadtrats Dr. Peter Gauweiler, Vertretern der Stadtratsfraktionen, der Stadtverwaltung, Oberbranddirektor Dipl.-Ing. Seegerer sowie mehreren Kommandomitgliedern dem ehemaligen Kommandanten Heinrich Reuter die Medaille „München leuchtet den Freunden Münchens“ in Gold.

Zu seinen Ehren und zur Einführung des neuen Kommandanten Hans Metz lud die Stadt am 13. Juni 1983 in die Grützner-Stuben des Rathauses zum Abendessen ein. Der Bürgermeister Gittel, Stadtrat Dr. Gauweiler, Verwaltungsbeirat Brunner, Oberbranddirektor Seegerer und seine engsten Mitarbeiter kamen dort noch einmal zusammen.

27. August 1983 – Die Abteilung Trudering erhält das letzte Gerätehaus des Neubauprogramms

Am 27. August 1983 übergaben Bürgermeister Helmut Gittel und Oberbranddirektor Karl Seegerer der Abteilung Trudering den Neubau des Gerätehauses als zehntes und damit letztes Objekt aus dem Ersatzprogramm für unzulängliche Unterkünfte. 

Am 22. Oktober 1983 wurde der Abteilung Allach ihr umfassend renoviertes Gerätehaus an der Eversbuschstraße 134 offiziell übergeben. Der Umbau und die Instandsetzung kosteten insgesamt 260.500 DM, davon 85.500 DM Eigenleistungen der Branddirektion. Die Unterkunft verfügt wie die Neubauten über drei Fahrzeuggassen sowie alle erforderlichen Aufenthalts-, Schulungs- und Nebenräume. 

Seit Sommer 1983 befindet sich die Bekleidungskammer der Freiwilligen Feuerwehr München in der neuen Feuerwache (3) Westend, Heimeranstraße 10.

12. Juli 1984 – Der große Hagel

Am Abend des 12. Juli 1984 zog über München ein Hagelunwetter hinweg, das innerhalb weniger Minuten mehrere hundert Personen verletzte und Sachschäden in Milliardenhöhe verursachte. Für die Münchner Feuerwehr stellte es den größten und längsten Einsatz der Nachkriegsgeschichte dar. 

Kurz nach Eingang der ersten Notrufe, die das volle Ausmaß noch nicht erkennen ließen, alarmierte die Einsatzzentrale der Branddirektion auch die 22 Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München über Funk zur Unterstützung. Bereits kurze Zeit später waren über 470 Männer der Freiwilligen Feuerwehr – mehr als 65 Prozent aller aktiven Mitglieder – im Einsatz. 

Überschwemmte Unterführungen wurden abgesaugt, Straßen und Gullys von Laub und Schutt befreit sowie beschädigte Dächer provisorisch abgedichtet. Die besonders schwer betroffenen Stadtviertel waren Obergiesing, Berg am Laim, Michaeliburg, Trudering und Waldtrudering. Von der Einsatzzentrale, die personell durch Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr verstärkt wurde, wurden nacheinander im Stadtinneren freiwerdende Einheiten zur Unterstützung der im Osten tätigen Kräfte eingesetzt. 

Zur Entlastung der Einsatzzentrale ordnete Oberbranddirektor Seegerer an, in der Truderinger Straße und der Berg-am-Laim-Straße jeweils eine Einsatzleitstelle einzurichten. Diese Leitstellen im Schadensgebiet, die gemeinsam von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr betrieben wurden, nahmen Notfallmeldungen der Bevölkerung entgegen, koordinierten den Einsatz von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk vor Ort, verteilten Abdichtungsmaterial an Einsatzkräfte und Anwohner, überwachten den Nachschub und leisteten den oft nervösen Bürgern moralische Unterstützung. Die Nacht vom 12. auf den 13. Juli 1984 stellte die Männer in diesen Einsatzleitstellen besonders vor Ausdauer- und Geduldsproben.

Am Abend des 13. Juli zogen sich die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr nach Einbruch der Dunkelheit vorübergehend zurück, nachdem die Hauptgefahren gebannt waren und ein weiterer Nachteinsatz nicht erforderlich erschien – zumal viele Einsatzkräfte bereits mehr als 20 Stunden ununterbrochen im Einsatz gewesen waren. 

An den folgenden Tagen, Samstag, 14. Juli, und Sonntag, 15. Juli 1984, waren jeweils von 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit erneut alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München im Einsatz, um die Unwetterschäden notdürftig zu beseitigen. Am Montag, 16. Juli, um 23 Uhr rückten schließlich die letzten Kräfte ein. Auch in den darauffolgenden Tagen mussten vereinzelt Abteilungen ausrücken, um Schäden zu beheben. 

Innerhalb von vier Tagen hatten die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr München mehr als 12.000 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet und über 1.100 Schadensstellen notdürftig, jedoch fachgerecht gesichert. Die Zeiten für Wiederaufrüstung von Fahrzeugen und Geräten sowie die Erledigung der damit verbundenen Verwaltungsaufgaben sind hierin nicht enthalten.

    In der Spitzenzeit waren über 450 Männer mit 75 Fahrzeugen im Einsatz, die dabei mehr als 12.000 Kilometer zurücklegten. 

    Das Hagelunwetter zeigte erneut, dass schwer vorhersehbare Naturkatastrophen auch normalerweise verschonte Gebiete treffen und Behörden sowie Hilfsorganisationen vor neue Herausforderungen stellen können. Die Freiwillige Feuerwehr München bewies, dass sie Einsätze dieser Größenordnung bewältigt. 

    Dass der Brandschutz während der Beseitigung der Unwetterschäden nicht allein von der Berufsfeuerwehr übernommen werden musste, zeigen folgende Alarmierungen der Freiwilligen Feuerwehr in diesem Zeitraum:

    • Fürstenrieder-/Waldfriedhofsstraße: Mittelfeuer 2 Abteilungen
    • Neuturmstraße/Am Kosttor: Großfeuer 4 Abteilungen
    • Neurieder Knoten: Blinder Alarm 1 Abteilung
    • Otto-Hahn-Ring 6: Blinder Alarm 1 Abteilung
    • Tegernseer Landstraße 64: Feuermelder 1 Abteilung
    • Ollenhauerstraße: Böswilliger Alarm 1 Abteilung
    • Dachauer Straße 571a: Großfeuer 1 Abteilung

    1984 – Die FF wird nun auch im Funk mobil!

    Seit 1984 sind neben dem Einsatzleitwagen des Stadtbrandinspektors, den Funkdienstwagen und Funkkommandowagen des Stadtbrandmeisters sowie der Bereichsführer mindestens drei Fahrzeuge jeder Abteilung mit Sprechfunkanlagen im 4-Meter-Band ausgestattet.

    Darüber hinaus verfügen der Stadtbrandinspektor, die Bereichsführer und die Abteilungen jeweils über zwei Handfunksprechgeräte im 2-Meter-Band.

    25. Februar 1985 – Am Rappenweg brennt es wieder!

    Kurz nach Mitternacht des 25. Februar 1985 gerieten fünf Baracken und kleinere Werkstattgebäude in Brand, in denen hauptsächlich Kleinbetriebe des Kfz-Handwerks ansässig waren. Gemeinsam mit starken Einheiten der Berufsfeuerwehr kamen vier Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr zum Einsatz. Neben den direkten Abteilungen Trudering, Waldtrudering und Michaeliburg wurden auch die Abt. Waldperlach mit ihrem SKW alarmiert.

    Zeitzeugen der Abt. Waldperlach berichteten, bereits beim Einbiegen in die Friedenspromenade, ca. 2,5 km entfernt vom Einsatzort, den intensiven Feuerschein gesehen zu haben.

    Da kein ausreichendes Hydrantennetz für die ohne Genehmigung errichteten Gebäude vorhanden war, verlegten die zwei Schlauchwagen von Trudering und Waldperlach B-Leitungen zum 1,5 Kilometer entfernten Hydranten.

    Zur Brandbekämpfung setzten die Kräfte neben Wenderohren von den ZB 6 auch mehrere B-Rohre und C-Rohre ein. Zudem galt es, mehrere Propan- und Acetylen-Gasflaschen zu kühlen.

    Am 7. Dezember 1985 kam es erneut zu einem Brand am Rappenweg. Der am südlichen Rand des Flughafens München-Riem liegt und nicht an das Hydrantennetz der Stadt angeschlossen war. Bei jedem Einsatz muss daher von der Emplstraße her eine lange Schlauchleitung über 1,2 Kilometer verlegt werden. Die Abteilung Trudering der Freiwilligen Feuerwehr rückt bei Alarmierungen zum Rappenweg, deshalb stets mit einem Schlauchkraftwagen zur Emplstraße aus, der daraufhin zusätzlich mit Funk ausgestattet wurde, auch wurde das Hydrantennetz erweitert.

    Nur 20 Monate später, am 1. August 1987, brannten wieder mehrere Hallen in dem Schwarzbau-Gewerbegebiet. Ein weiterer Brand ereignete sich am 12. März 1989 in einer Baracke und am 27.03.1991 in einer der zahlreichen kleinen KFZ-Werkstätten.

    Nachdem die alten Schlauchwagen des Bundes außer Dienst gestellt worden waren, verfügte die Abteilung Trudering von 1998 bis 2025 als einzige Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr München weiterhin über einen Schlauchwagen. Dieser war aufgrund der schlechten Wasserversorgung im Gewerbegebiet von erheblichem Einsatzwert. Aktuell wurde der Schlauchwagen durch einen Gerätewagen-Logistik (GW-L) mit Schlauchkomponente ersetzt.

    Nun soll das bislang illegale Gewerbegebiet am Rappenweg endlich zu einem innovativen Quartier mit Wohnungen, Gewerbe, Kindertagesstätten, Einzelhandel sowie Grün- und Freiflächen umgewandelt werden.

    3. Juni 1985 – Der größte Brand der Nachkriegsgeschichte

    Zu einem der größten Brände der Nachkriegsgeschichte Münchens kam es am 3. Juni 1985, als durch Brandstiftung in den späten Abendstunden in der Dachauer Straße 128 ein Lager mit 100.000 Altreifen sowie eine danebenstehende hölzerne Lagerhalle, in der Altmöbel untergebracht waren, in Brand gerieten.

    Zu Beginn der teilweise dramatischen Brandbekämpfung standen die Stallungen der Tierklinik der Universität im Norden, die Anlagen des Theaterfestivals im Westen sowie die dicht bei der „Möbelhalle“ befindliche „Theaterhalle“ im Südwesten der Brandstelle aufgrund von Hitzestrahlung und Funkenflug erheblich in Gefahr. Erschwerend kam hinzu, dass zum Zeitpunkt des Brandausbruchs gerade eine Vorstellung des Theaterfestivals zu Ende ging und sich viele Zuschauer sowie Pkw auf dem Gelände befanden, was die Einsatzkräfte stark behinderte.

    Da die Wasserversorgung über das Hydrantennetz nicht ausreichte, mussten Schlauchleitungen zu weiter entfernten Hydranten und zum rund 700 Meter entfernten Nymphenburg-Biedersteiner Kanal verlegt werden. Allein die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr setzten hierfür drei Schlauchwägen ein. Der beherzte Einsatz konnte den Brand auf das Reifenlager, die „Möbelhalle“ und die unmittelbar angrenzenden, geparkten Pkw begrenzen.

    Die Gebäude der Tierklinik sowie die „Theaterhalle“ blieben trotz der bis zu 30 Meter hohen Flammen erhalten.

    Zusammen mit starken Einheiten der Berufsfeuerwehr waren vier Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr mit fünf B-Rohren und neun C-Rohren im Einsatz, bauten die Wasserversorgung über lange Schlauchstrecken auf und sorgten für die Ausleuchtung der Einsatzstelle.

    19. Oktober 1985 – Großhadern erhält ein zeitgemäßes Gerätehaus

    Der 1983/84 begonnene Umbau und die Erweiterung des Gerätehauses der Abteilung Großhadern wurden Anfang 1985 abgeschlossen. Das renovierte und erweiterte Gerätehaus entsprach nun vollständig dem aktuellen Standard der Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr München. Es verfügte über drei Fahrzeuggassen, einen Unterrichtsraum, ein Büro für den Abteilungsführer, einen Aufenthaltsraum sowie moderne sanitäre Einrichtungen.

    Im Zuge des Umbaus wurde ein kleiner Büroraum zur Unterbringung des Archivs der Freiwilligen Feuerwehr München geschaffen. 

    Alle Festredner bei der Einweihungsfeier am 19. Oktober 1985 hoben bei einem Besichtigungsrundgang die hervorragende Arbeit der Berufsfeuerwehrbeamten hervor, die die Umbau- und Renovierungsarbeiten überwiegend in Eigenregie von der Branddirektion durchgeführt hatten. 

    Ebenfalls durch Eigenregie der Branddirektion wurde das Gerätehaus der Abteilung Lochhausen an der Johannes-Tanner-Straße renoviert. 

    Im September 1985 wurden im 2. Obergeschoss der Feuerwache „Westend“ der Berufsfeuerwehr an der Heimeranstraße 10 neue Büroräume bezogen. Da auch die gesamte Einrichtung erneuert wurde, ließ sich die Gestaltung optimal auf die Anforderungen des Bürobetriebs im Kommando abstimmen. Nach etwa zwölf Jahren Unterbrechung sind Kleiderkammer und Kommando der Freiwilligen Feuerwehr wieder im selben Gebäude untergebracht.

    40 Jahre später konnte die Abteilung Großhadern in den direkt daneben gelegenen Neubau in der Würmtalstraße 128 umziehen.

    April 1986 – Das Unglück von Tschernobyl und die Folgen für die FF München

    Der ABC-Zug der Freiwilligen Feuerwehr München wurde in der Zeit vom 3. bis 10. Mai 1986 mehrfach zur Unterstützung von Messgruppen der Berufsfeuerwehr am Flughafen München-Riem angefordert. Bei einer Reihe von Passagiermaschinen, die aus Staaten des Ostblocks eintrafen, mussten Messungen zur Kontamination mit radioaktiven Stoffen durchgeführt werden. Es bestand der Verdacht, dass die beim Reaktorunglück in Tschernobyl freigesetzte Radioaktivität zu einer Kontamination von Flugzeugen und Gepäckstücken geführt hätte. 

    Die Einsatzkräfte des ABC-Zuges untersuchten sieben Maschinen unmittelbar nach der Landung. Die gemessenen Werte gaben zu keiner Zeit Anlass zur Besorgnis.

    26. August 1986 – Das Großfeuer in der Pasinger Papierfabrik

    Am 26. August 1986 unterstützten drei Abteilungen die Berufsfeuerwehr an der Einsatzstelle an der Planegger Straße, während zwei weitere Abteilungen während des gesamten Einsatzes Feuerwachen der Berufsfeuerwehr besetzten. Das Großfeuer wütete in weit verzweigten Produktions- und Lagerräumen der Papierfabrik Pasing.

    56 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr setzten bei der insgesamt schwierigen Brandbekämpfung drei B-Rohre, sechs C-Rohre und 44 Pressluftatmer ein.

    22. Januar 1987 – Die erste Delegiertenversammlung der FF München

    Die umfangreichen Arbeiten zur Änderung der Satzung des Vereins „Freiwillige Feuerwehr München gegr. 1866 e.V.“ wurden im Frühjahr 1986 abgeschlossen. 

    Der Entwurf wurde in der Jahreshauptversammlung am 24. April 1986 zur Abstimmung vorgelegt. Von den anwesenden 510 stimmberechtigten Mitgliedern stimmten 82 Prozent der Neufassung zu. 

    Am 12. September 1986 genehmigte das Amtsgericht die geänderte Satzung, ohne dass weitere Korrekturen erforderlich waren. Dies war ein großer Erfolg, wenn man bedenkt, dass es nicht einfach war, eine moderne Satzung zu schaffen, die den mehr als 700 Aktiven in 22 Abteilungen, einer großen Zahl von Passiven, Ehrenmitgliedern und Fördervereinen eine solide Grundlage für ihre Arbeit bietet. 

    Am Donnerstag, den 22. Januar 1987 fand in der Gaststätte „Feldmochinger Hof“ die erste Delegiertenversammlung (Verwaltungsrat) der Freiwilligen Feuerwehr München statt. Kommandant und Vorstand Hans Metz begrüßte 110 Delegierte. 

    Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Wahl eines Geschäftsführers, der das Kommando bei Vereinsangelegenheiten entlasten soll. Dabei wurde der ehemalige Bereichsführer Rudolf Lex mit großer Mehrheit gewählt.

    6. April 1987 – Der Hofbräukeller brennt!

    Nicht nur die anrückenden Kräfte der Feuerwehr sahen am 6. April 1987 schon von weitem die Rauch- und Feuersäule über dem Osten der Stadt, auch für viele Münchner war der Großbrand des Hofbräukellers am Nachmittag und in den frühen Abendstunden ein besonderes Ereignis. 

    In der ehemaligen Mälzerei des Hofbräukellers hatte ein defekter Elektromotor einen Brand ausgelöst, der sich rasch über das gesamte Gebäude ausbreitete. 

    Die ausgelöste „Alarmstufe 10“ erforderte auch den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr. Bei den Löscharbeiten waren nacheinander acht Abteilungen und zu Wachbesetzungen fünf Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt.

    Hauptaufgaben waren der Aufbau einer Wasserversorgung mit einem Schlauchkraftwagen vom Gasteigberg (Philharmonie) zur Einsatzstelle sowie die Ablösung der völlig erschöpften Kräfte der Berufsfeuerwehr bei den Löscharbeiten, ebenso das Absaugen des Löschwassers aus den unteren Geschossen mit Elektrosaugern. 

    Die ersten Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr wurden um 15:09 Uhr alarmiert, die letzten rückten erst um 4:58 Uhr am folgenden Morgen ab.

    Insgesamt kamen drei B-Rohre und 14 C-Rohre im Innenangriff, acht Wasserwerfer sowie drei Wenderohre über Drehleitern von außen zum Einsatz. Zudem wurden 80 Pressluftatmer, knapp 100 Filtergeräte sowie 15 Elektrosauger und 350 B- sowie 250 C-Schläuche verwendet.

    Die Jahreshauptversammlung fand am 14. Mai 1987 in der Kantine der Krauß-Maffei AG statt. Bürgermeister Dr. Klaus Hanzog, als Vertreter von Oberbürgermeister Kronawitter anwesend, bedankte sich im Namen der Bürger bei den Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr München und hob deren besonderes Engagement im Dienst am Nächsten hervor.

    1. und 4. August 1987 – Im Rappenweg brennt es wieder

    Innerhalb kurzer Zeit kam es am 1. und 4. August 1987 erneut zu Bränden im Rappenweg in Trudering. Mehrere Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München beteiligten sich zusammen mit der Berufsfeuerwehr an den Löscharbeiten. 

    Es kamen jeweils mehrere C-Rohre sowie leichter und schwerer Atemschutz zum Einsatz. Am 1. August standen einige ebenerdige Hallen und Werkstätten in Flammen, am 4. August brannte ein Bündelholzlager.

    11. August 1987 – Flugzeugabsturz in Trudering

    Nach den Flugzeugunglücken von 1958, 1960 und 1970 musste München am 11. August 1987 erneut einen Flugzeugabsturz erleben. Eine zweimotorige Turboprop-Maschine des Typs „Piper-Cheyenne“ geriet beim Landeanflug auf den Flughafen München-Riem in Schwierigkeiten und stürzte an der Kreuzung Wasserburger Landstraße/Truderinger Straße ab.

    Dabei streifte sie einen Linienbus der Stadtwerke-Verkehrsbetriebe und zerschellte auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants („Drive-in“ McDonald’s). Die traurige Bilanz der Katastrophe: neun Todesopfer, 30 Verletzte, teils schwer, und Sachschäden in Millionenhöhe.

    Vier Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München unterstützten die Berufsfeuerwehr bei den Löscharbeiten unter Einsatz von C-Rohren, Pressluftatmern, Steckleitergängen, kleinem Brechwerkzeug und Motorsägen.

    1. Oktober 1987 – Kommandant Hans Metz tritt ab

    Zum Jahresende 1987 legte Stadtbrandinspektor und Vorstand Hans Metz aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Stadtbrandmeister Friedrich Schlierf führte bis zur Neuwahl die Freiwillige Feuerwehr München.

    Hans Metz ist leider viel zu früh verstorben, am 27. Juli 2017 verstarb der frühere Kommandant der FF München, Stadtbrandinspektor a.D. Hans Metz im Alter von 67 Jahren.

    Hier der Nachruf für Hans Metz: Zum Todesfall von SBI a.D. Hans Metz

    Quellenhinweise

    • Heinrich Schläfer: Die Münchner Feuerwehr, 1979
    • Hans-Joachim Profeld: Die Feuerwehr München und ihre Fahrzeuge bis in die 60er Jahre, 1997
    • Brandwacht und Brandschutz, 1979 bis 1987
    • Stadtbrandinspektor a.D. Dipl.-Ing. Heinrich Reuter: Chronik der FF München, 1991
    • Fahrzeuglisten der Branddirektion

    Aufgrund der nun fehlenden Quellenlage im Stadtarchiv München, stützt sich die „Zeitreise" ab dem Jahr 1970 u.a. auf die Chronik der FF München von Stadtbrandinspektor Reuter, den Presseberichten und der Bilddatenbank der Pressestelle der BF München und den Jahresberichten. Aber auch Aufsätze, die von der Branddirektion in den Publikationen „Brandwacht“ und „Brandschutz“ erschienen sind. Eine weitere Quellenlage bilden, soweit vorhanden, die Chroniken der Abteilungen und die Jahresberichte der BF und FF München.

    Bildnachweis

    • Pressestelle der BF München
    • Stefan Eschenbeck

    Danksagung

    • Der Pressestelle der Branddirektion München für das zur Verfügung gestellte Bildmaterial
    • Den Ehrenmitgliedern der FF München, Alfred Kemmer und Hans Putterer für die Unterstützung als korrigierende Zeitzeugen

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