Die 1990er Jahre

Viel Neues gab es in dieser Dekade: Erstmals wird nur noch per Funkmeldeempfänger alarmiert und beim Ausrücken ist zum ersten Mal auch eine Frau mit dabei. Aber auch schwere Unglücke stehen zu diesen Jahren in den Geschichtsbüchern.

27. Februar bis 3. März 1990

Innerhalb weniger Tage verwüsten die Stürme Vivian und Wiebke weite Teile Bayerns und verschonen auch München nicht. 2.800 Einsätze muss die Feuerwehr bewältigen. Mit allen Abteilungen arbeitet die Freiwillige Feuerwehr München 775 Einsätze ab.

14. bis 16. Juni 1991

Im Juni 1991 wird das 125-jährige Jubiläum der FF München gefeiert. An den Gräbern ihrer Gründerväter legt die Freiwillige Feuerwehr Kränze nieder. In der Messehalle steigt der Festabend, auf der Theresienwiese die große Feuerwehrshow für die Bürger. Zum Festzug kommen 22 Kapellen und 66 Gast-Feuerwehren mit historischen Fahrzeugen.

1993

Na bitte! Die erste Frau meldet sich zum aktiven Dienst. Medizinstudentin Simone Miller (später Anästhesistin und Mutter zweier Kinder) wird mit den denkwürdigen Worten „Hiermit befördere ich Sie zum Feuerwehrmann!“ begrüßt. Sie nimmt es mit Humor und freut sich.

1. Januar 1994

Die letzten Sirenen sind abgeschaltet. Ab jetzt wird im Einsatzfall jedes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr München nur noch über Funkmeldeempfänger alarmiert.

20. September 1994

Am Bahnhof Trudering bricht ein Linienbus in einen Baustollen der künftigen U-Bahn-Linie nach Riem ein. Drei Menschen sterben, 36 werden verletzt. Die Bilder des Kraters gehen um die Welt.

26. November 1994

In der Nacht steht die Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen im Vollbrand. Der Dachstuhl bricht schlagartig ein. Ein Feuersturm bricht los, mit Wasservorhängen schützt und kühlt die Feuerwehr die Fassaden und Dächer der umliegenden Häuser. Als Ursache gilt eine vergessene Kerze.

27. November 1999

Der Nockherberg brennt! Über Giesing steigen bedrohliche Wolken in den blauen Winterhimmel. Vom Dachstuhl aus greift das Feuer auf den Festsaal des Salvatorkellers über. Der berühmte Saal wird ein Raub der Flammen.

Jahreswechsel 1999/2000

Die Angst vor dem großen Strom-Blackout geht um. Die Experten sind sich nicht einig. Vorsichtshalber besetzen 345 Freiwillige 41 Fahrzeuge und alle 21 Gerätehäuser für den Fall der Fälle als SOS-Stationen für die Bürger. Mitternacht kommt. Und es geschieht – nichts.