Flughelfer München beim Waldbrandeinsatz im Landkreis Traunstein

Die Münchner Flughelferstaffel war vom 6. bis 8. Mai 2026 bei Ruhpolding im Waldbrandeinsatz.

Flughelfereinsatz im Landkreis Traunstein

Am 3. Mai 2026 brach in den Abendstunden ein Waldbrand im Bereich des Saurüsselkopfs in der Nähe von Ruhpolding im Landkreis Traunstein aus. Die Flammen breiteten sich in schwer zugänglichem Gelände aus, woraufhin das Landratsamt Traunstein am darauffolgenden Tag den Katastrophenfall ausrief. Zu dem Großaufgebot an Einsatzkräften zählten auch diverse Hubschrauber vieler Betreiber aus Bayern, Baden-Württemberg und Österreich.

Die Flughelfer München wurden am 5. Mai 2026 angefordert, um mit den 5.000 Liter fassenden SEMAT-Außenlastbehältern die Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ CH-53 zu unterstützen. Unter Führung des Stadtbrandmeisters FF2.9 traten am Mittwoch 6. Mai  2026 insgesamt 14 Flughelfer mit vier Fahrzeugen die etwa zweistündige Fahrt ins Einsatzgebiet an. Vor Ort wurde ein eigener Einsatzabschnitt zugewiesen und der Landeplatz, sowie die Behälter vorbereitet.

Nach Eintreffen der beiden Hubschrauber und einem Briefing zum weiteren Vorgehen begannen die Löscharbeiten gegen 12:30 Uhr. Zusätzlich zum Bodenpersonal ergänzte je ein Flughelfer die Besatzung an Bord der Hubschrauber. Löschwasser wurde aus einem See oder durch Befüllung am Boden in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Surberg aufgenommen, die zusätzlich den Brandschutz sicherstellte. Die Maßnahmen wurden durch die Fliegerische Einsatzleitung (FliegE), die mit drei Flughelfern besetzt war, koordiniert und dokumentiert. Insgesamt konnten bis 18 Uhr über 230.000 Liter Löschwasser abgeworfen werden. Im Laufe des Tages kam es zu einer weiteren Anforderung seitens der Einsatzleitung für den Folgetag. Somit wurde nach der Rückfahrt zum Gerätehaus Stadtmitte die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt.

Am 7. Mai 2026 machten sich erneut 14 Flughelfer mit drei Fahrzeugen auf den Weg in die Chiemgauer Alpen. Einsatzauftrag war die Unterstützung von mehreren Maschinen der Landespolizei Bayern, die am Vortag mit Flughelfern Rosenheim zusammengearbeitet hatten. Vor Ort wurde der am Vortag bereits genutzte Landeplatz erneut vorbereitet, sowie eine Möglichkeit zur Schlauchbefüllung der Löschwasserbehälter einsatzbereit gemacht. Dies erfolgte Nahe des Landeplatzes in enger Zusammenarbeit mit örtlichen Feuerwehrkräften. Auch an diesem Einsatztag organisierte und dokumentierte die FliegE die Einsatzmaßnahmen, diente des Weiteren mit dem durch Flughelfer gestellten Abschnittsleiter Luft als direkter Ansprechpartner für Bergwacht, Polizei und Feuerwehr. So wurde beispielsweise mit der Bergwacht ein Verfahren festgelegt, damit im Falle eines Unfalls der im Berg eingesetzten Einsatzkräfte schnellstmöglich Bergretter mit einem Hubschrauber eingeflogen werden könnten.

Ab 9 Uhr starteten die Löscharbeiten, die zu Höchstzeiten drei Hubschrauber der Polizei Bayern umfassten. Zwischen den Löschwasser-Abwürfen lagen im Schnitt pro Hubschrauber ca. 5 Minuten. Somit erfolgte alle 90 Sekunden eine Befüllung der bis zu 800 Liter fassenden Löschwasserbehälter durch die Teams von Flughelfern und örtlicher Feuerwehr. Hierbei arbeiteten drei bis vier Flughelfer eng mit bis zu zehn Feuerwehrkräften zusammen. Eine herannahende Unwetterfront wurde zeitgleich von der FliegE beobachtet und die eingesetzten Hubschrauber über Flugfunk mit regelmäßigen Wetterupdates informiert. Zu einer Beeinträchtigung des Flugbetriebs kam es jedoch nicht und so konnten bis in die späten Abendstunden über 50.000 Liter Löschwasser abgeworfen werden. Gegen 21:30 Uhr erfolgte der letzte Start und bedeutete das Ende des Einsatztages. Erneut wurde nach Rückkehr ins Gerätehaus die Ausrüstung sofort nachbereitet, da ein weiterer Einsatz anstand.

Der 8. Mai 2026 brachte den dritten Einsatztag in Folge für die Flughelfer München, auch wenn dieses Mal nur sechs Einsatzkräfte mit einem Einsatzleitwagen-Flughelfer nach Ruhpolding verlegten. Erneut sollten Hubschrauber der bayrischen Polizei wie am Vortag unterstützt werden. Insgesamt wurden von 13:30 Uhr bis 17:00 Uhr weitere 15.000 Liter Löschwasser abgeworfen. Dabei war ein Hubschrauber erneut mit einem Löschwasserbehälter bestückt, während eine zweite Maschine der Polizei Bayern mittels Wärmebildkamera einzelne Glutnester ausfindig machte und den Löschwasserabwurf führte. Durch die Flughelfer München wurde erneut die Schlauchbefüllung am Boden in enger, reibungsloser Zusammenarbeit mit Kräften der Feuerwehr Siegsdorf durchgeführt.

Am frühen Abend endete dann der Einsatz für die Flughelferstaffel München, die in Summe auf über 40 Stunden Einsatz, über 1.300 gefahrene Kilometer, knapp 300.000 Liter Löschwasser und sieben betreute Hubschrauber zurückblicken kann.