Gerätehäuser der FF München – Teil 2: Im Nationalsozialismus

Durch die Eingemeindung ehemaliger Vorort-Feuerwehren ergab sich das Problem, dass die neuen Fahrzeuge teilweise nicht durch die Gerätehaus-Tore passten. Einige Tore wurden vergrößert, andernorts Gerätehäuser komplett ersetzt. Einige der damaligen Gerätehäuser sind bis heute erhalten geblieben.

1935 – Das erste Gerätehaus-Neubauprogramm der FF München

Da die Gerätehäuser der eingemeindeten Feuerwehren nicht für den Einsatz der kommenden motorisierten Kraftfahrzeuge geeignet waren, beschloss der nationalsozialistische Stadtrat auf Antrag der Branddirektion ein Gerätehausprogramm. Dieses wurde von 1935 bis 1937 mit einem Gesamtbudget von 100.000 Reichsmark umgesetzt. Dabei entstanden mehrere Umbauten.

Das Gerätehaus der Abteilung 1 Sendling erhielt einen Wachraum für 1.619,70 Reichsmark.

Das Gerätehaus der Abteilung 2 Laim erhielt eine zweite Fahrzeuggasse und einen Wachraum für 4.885,18 Reichsmark.

Das Gerätehaus der Abteilung 3 Neuhausen erhielt größere Tore für die neuen Motorspritzen sowie einen Wachraum für 5.694,39 Reichsmark.

Das Gerätehaus der Abteilung 4 Schwabing wurde umfangreich renoviert, erhielt einen Wachraum und eine neue Fahrzeuggasse. Die Kosten beliefen sich auf 13.217,85 Reichsmark.

Das Gerätehaus der Abteilung 11 Berg am Laim erhielt ein neues Tor für 1.220,99 Reichsmark.

Für die Abteilungen 13 Perlach und 15 Freimann waren neue Tore für 2.100 RM bzw. 2.050 RM geplant. Für die Abteilung 16 Trudering war eine Erweiterung des bestehenden Gerätehauses für 9.600 Reichsmark vorgesehen.

Alle diese drei Planung wurden jedoch nicht realisiert.

Fünf Abteilungen erhielten Neubauten:

Abteilung 6 Giesing

Ursprünglich sollte das alte Gerätehaus in der Silberhornstraße um eine Fahrzeuggasse erweitert und um ein Wachzimmer ergänzt werden. Aufgrund von Bedenken des Schulamts, da sich das Gebäude auf einem bereits zu kleinen Schulhof befand, entschied sich die Branddirektion, eine Alternative zu suchen.

Fündig wurde man 450 Meter entfernt in der Bergsteinstraße 10. Dort befand sich ein passendes Gebäude im Besitz der Gebrüder Peter. Diese waren bereit, das Gebäude für eine einmalige Entschädigung von 5.374,86 Reichsmark umzubauen und der Stadt im Rahmen eines Mietvertrags für einen jährlichen Mietzins von 1.320 Reichsmark zur Verfügung zu stellen. Das Umbauprojekt umfasste zwei Fahrzeuggassen, ein Wachzimmer und sanitäre Anlagen.

Nach Abschluss der Umbauarbeiten konnte die Abteilung 6 im Oktober 1936 in das neue Gerätehaus umziehen.

Das alte Gerätehaus in der Silberhornstraße wurde an das Schulamt zurückgegeben und vermutlich noch vor Kriegsbeginn abgerissen. Heute befindet sich dort weiterhin die Grundschule an der Ichostraße.

Das Gerätehaus in der Bergsteigstraße 10 erlitt am 25. April 1944 einen Bombenangriff im ersten Stock, wo sich das Wachzimmer befand. Die Fahrzeuggassen konnten jedoch weiterhin genutzt werden. Nach dem Krieg wurde die Abteilung 6 von den alliierten Machthabern aufgelöst. Auf dem Grundstück in der Bergsteigstraße 10 steht heute ein Wohnhaus.

Abteilung 12 Engelschalking 

Als Ersatz für das Gerätehaus in Daglfing wurde im neu geplanten Schulhaus in der Ostpreußenstraße ein Feuerwehrgerätehaus vorgesehen, da viele Mitglieder der Abteilung in Engelschalking wohnten.

Ursprünglich war ein Gerätehaus mit vier Fahrzeuggassen, einem Wachraum, Bedürfnisräumen, einem Magazin und einer Dienstwohnung im ersten Stock geplant, das zudem an die Zentralheizung der Schule angeschlossen werden sollte.

Das Schulamt äußerte jedoch Bedenken gegenüber einer solchen „Feuerwache“. Man einigte sich schließlich auf zwei Fahrzeuggassen, einen Wachraum und ein Magazin und verzichtete auf die Dienstwohnung. Dafür wurden letztlich 17.500 Reichsmark im Neubauprogramm mit dem Schulamt verrechnet. Im Juni 1936 bezog der Halblöschzug 12 Daglfing, wie die Abteilung nun genannt wurde, das neue Gerätehaus in Engelschalking. Wann die Umbenennung in Löschzug 12 Engelschalking erfolgte, ist leider nicht dokumentiert, sie fand jedoch spätestens vor Kriegsbeginn statt.

Da sich die Abteilung nach dem Krieg nicht wiedergründete, übernahm die Löschgruppe 10 Oberföhring das Gerätehaus als „Filialfeuerhaus“. Noch heute wird es von der Abteilung Oberföhring genutzt.

Abteilung 14 Waldperlach

Da die Abteilung Waldperlach mit dem Schuppen im Leiberheim keine angemessene Unterbringung der Feuerlöschfahrzeuge besaß, war für sie ein Neubau vorgesehen. Das Grundstück an der Schneewittchenstraße Ecke Isegrimmstraße wurde am 30. März 1936 für 1.450 Reichsmark erworben. Anschließend entstand ein Gerätehaus mit Satteldach, zwei Fahrzeuggassen mit einer Schmiergrube und einem Wachraum, der zu einer kleinen Dienstwohnung für den Schirrmeister (Gerätewart) umfunktioniert wurde. Die Gesamtkosten waren mit 21.200 Reichsmark kalkuliert, tatsächlich betrugen sie 17.778,84 Reichsmark. Dennoch war es, wenn auch knapp, das teuerste Gerätehaus.

Die Nationalsozialisten beanspruchten die Neubauten für sich und übergaben die neuen Häuser an die Abteilungen mit dem üblichen nationalsozialistischen Pomp. Bei der Übergabe des teuersten und aufwendigsten Gerätehauses der Abteilung 14 Waldperlach Anfang 1937 ließ es sich Branddirektor Hermann Lion nicht nehmen, das Haus feierlich an die Abteilung zu übergeben.

Ironischerweise wurde die Abteilung 14 bereits 1940 aufgrund der Stadtrandlage aufgelöst. Die Kraftspritze wurde der Abteilung 6 übergeben, die Mitglieder wurden, sofern nicht zur Wehrmacht eingezogen, beim Luftschutz oder den motorisierten Einheiten (überörtliche Feuerwehreinheit des Reiches) eingesetzt. So diente das neue Gerätehaus während des Krieges lediglich als Reservestellplatz.

Bis 2006 diente das Gebäude der Abteilung Waldperlach, die dann in einen Neubau umsiedelte. Das alte Gerätehaus wurde noch eine Zeit lang als Unterstellraum genutzt. 2012 wurde das Grundstück zum Bau eines Mehrfamilienhauses verkauft und Ende 2012 endgültig abgerissen.

Beim Abriss kam ein oft vorgetragenes Gerücht ans Licht, das bis in die 1980er-Jahre weder bestätigt noch widerlegt werden konnte: Im Garten befand sich eine kleine Bunkeranlage für etwa 15 bis 20 Personen, deren Zugang vermutlich kurz nach dem Krieg verschlossen wurde.

In den Unterlagen der Branddirektion ist von einem solchen Bau jedoch nichts vermerkt. Möglicherweise wurde der Bunker von Anwohnern auf dem wenig genutzten Grundstück eigenständig errichtet.

Abteilung 17 Michaeliburg 

Die Abteilung Michaeliburg erhielt den letzten Neubau aus dem Neubauprogramm, etwa 200 Meter weiter in der Bajuwarenstraße 25. Das Gerätehaus mit einer Fahrzeuggasse war mit 9.600 Reichsmark veranschlagt, da jedoch noch 12.218,70 Reichsmark aus dem 100.000 Reichsmark Neubauprogramm übrig waren, konnte dieses Geld tatsächlich für den Bau verwendet werden.

Der Baubeginn erfolgte erst nach Abschluss der Schlussabrechnungen der anderen Um- und Neubauten. Leider ist nicht bekannt wieviel das Gerätehaus letztendlich gekostet hat.

Die feierliche Übergabe des Gerätehauses Michaeliburg fand am 21. November 1937 statt.

Die Abteilung nutzte das Gerätehaus bis zum Bezug des Neubaus im Jahr 1979, der direkt daneben entstand. Anschließend wurde das alte Gebäude abgebrochen.

Abteilung 18 Waldtrudering

Für den Umbau des Gerätehauses der Abteilung 18 Waldtrudering waren zwei Fahrzeuggassen und ein Satteldach für 18.000 Reichsmark vorgesehen. Das neue Gerätehaus wurde jedoch für 15.905 Reichsmark erstellt.

1937 – Die nationalsozialistisch geprägte Eingemeindungsphase nach München

Nach dem Neubauprogramm folgten weitere Eingemeindungen, die eher aufgrund nationalsozialistischer Großmachträume als wirtschaftlicher Notwendigkeit erfolgten. Einige selbstständige Gemeinden waren mit der Eingemeindung unzufrieden und blieben wie ein „gallisches Dorf“ in der erweiterten Gemarkung der „Hauptstadt der Bewegung“.

Diese gefühlte Eigenständigkeit wurde von manchen über Jahrzehnte bewahrt, da oft Grünflächen zwischen den ehemaligen Dörfern und der Stadt lagen. Mit fortschreitender Stadtentwicklung entwickelte sich jedoch über Generationen ein Zugehörigkeitsgefühl, besonders innerhalb der Feuerwehr München, ohne dabei die traditionellen Dorfgemeinschaften zu verlieren.

1. Januar 1937 – Abteilung 19 Riem

Die Eingemeindung des Gemeindeteils Riem der Gemeinde Dornach begann 1937 wegen der Angliederung des ersten großen Münchner Flughafens, der 1939 in Betrieb ging.

1942 folgten weitere Teile, die der Flughafen benötigte. Die Freiwillige Feuerwehr Riem wurde von der Feuerwehr Dornach getrennt und als Abteilung 19 in die Freiwillige Feuerwehr München eingegliedert.

Das Gerätehaus und die Löschgeräte wurden übernommen. Das zu kleine Gerätehaus für moderne Löschfahrzeuge diente zunächst als Notlösung. In das lediglich eine extra umgebaute Kraftspritze von 1913 passte.

Ein geplanter Neubau einer Fahrzeughalle wurde aber vor dem Krieg nicht realisiert, sodass die alte Einstellremise im sogenannten Armenhaus zunächst bestehen blieb. Während des Kriegs versuchte man 1943 eine Behelfsunterkunft nebenan zu errichten, aber dies wurde soweit bekannt nicht realisiert. Erst im Jahr 1967 schaffte man eine Anbau an des bestehende Gebäude für größere Fahrzeuge anzubauen.

1938 bis 1942 – Die unerwünschten Zwangseingemeindungen

Die Nationalsozialisten im Münchner Rathaus wollten Ihre „Hauptstadt der Bewegung“ weiter vergrößern und forderten die teils gut situierten Stadtrandkommunen auf sich von Ihnen einverleiben zu lassen, also ganz im Gegensatz zu den Eingemeindungen 1930 wo die nackte Not die Kommunen zwang sich München anzuschließen.

Die meisten Gemeinden waren mit dieser Zwangseinverleibung nicht einverstanden, wurden aber auch von den Nationalsozialisten teilweise dazu gezwungen. Ja nach Verhandlungsgeschick haben aber auch der ein oder andere Bürgermeister sich im Eingemeindungsvertrag einiges für Ihre Kommune sichern können.

Die massiven nationalsozialistischen Eingemeindungen begannen im April 1938 mit der Stadt Pasing und den Gemeinden Feldmoching und Großhadern.

Im Dezember 1942 folgten Allach, Ludwigsfeld, Obermenzing, Solln und Untermenzing, und im April 1942 die Gemeinden Aubing und Langwied. Aubing und Langwied bildeten den Abschluss der Eingemeindungen nach München.

Weitere Pläne, beispielsweise das Würmtal bis nach Starnberg einzugemeinden, wurden durch den nun stärkeren Luftkrieg in München und ein Machtwort des Führers, das die Ausdehnung der Landeshauptstadt begrenzen sollte, verhindert.

1938 – Abteilung 21 Fasanerie Nord – Lindenstraße (heute Schneeglöckchenstraße)

Die Wehr gründete sich 1920 aus der Einwohnerschaft der Kolonie Fasanerie Nord aus eigenen Mitteln. Auch das 1937 in der Lindenstraße eingeweihte Gerätehaus für einen Einachstragkraftspritzenanhänger wurde selbst gebaut und beschafft. Dass alles nun in den Besitz der Stadt München überging, wurde mit der Aussicht auf baldigen Austausch gegen eine Kraftfahrspritze akzeptiert. Bis es soweit war, wurde der Anspannservice durch einen unmittelbar neben dem Gerätehaus wohnenden Lastfuhrunternehmer erbracht.

Am 21. Juli 1944 wurde das Gerätehaus bei einem Fliegerangriff zerstört. Das verfügbare Löschfahrzeug wurde mangels Unterbringungsmöglichkeit in der Schweinemästerei in der Pappelallee 682 untergestellt. Das alte Gerätehaus wurde im Oktober 1946 abgebrochen, was bei den ehemaligen Angehörigen der Wehr zu großem Unmut führte. Ein Neubau, sofern die wirtschaftlichen Verhältnisse es erlauben würden, wurde nie errichtet. Über das Gerätehaus liegen leider keine Bilder vor.

April 1938 – Abteilung 20 Pasing – Hindenburgstraße 14 (heute Bäckerstraße)

Die Feuerwehr der Stadt Pasing ging bei der Eingemeindung als Abteilung 20 in die Freiwillige Feuerwehr München über, ebenso die Freiwillige Feuerwehr Fasanerie Nord als Abteilung 21. Das Gerätehaus der Pasinger Wehr befand sich im alten Rathaus der Stadt in der Hindenburgstraße 14 (heute Bäckerstraße).

Ein Vertragspunkt der Eingemeindung war, dass die Wache nach der Eingliederung mit drei Kräften der Berufsfeuerwehr (zwei Kraftfahrer, ein Telegraphist) im 24-Stunden-Dienst für Gerätepflege und Einsatzdienst besetzt wird. Ein Schriftverkehr über eine Erweiterung mit zusätzlichen Wach- und Schulungsräumen liegt vor, jedoch ist nicht dokumentiert, in welchem Umfang dieser Umbau vor dem Krieg durchgeführt wurde.

Ab Kriegsbeginn wurde ein Dienstraum des neunten Bereitschaftszugs des SHD (Staatsschutzdienst) im Gebäudekomplex genutzt, der von der NSDAP als „Haus der NSDAP“ bezeichnet wurde. Nach dem Krieg übernahm die Berufsfeuerwehr München das Gebäude als Feuerwache 6 Pasing auf Anweisung der Militärregierung. Die Wache war bis zum Umzug in die neue Feuerwache 1979 in Betrieb. Heute wird das Gebäude nach umfassender Renovierung von der Münchner Volkshochschule genutzt.

April 1938 – Abteilung 22 Feldmoching – Bahnhofstraße 15 (heute Josef-Frankl-Straße 55)

Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Feldmoching war seit 1913 im Rathaus der Gemeinde untergebracht und wurde nach der Eingemeindung von der Freiwilligen Feuerwehr München als Abteilung 22 übernommen. Es fanden mehrere Umgestaltungen des Gebäudes statt. Bereits 1943 wurde die Fahrzeughalle durch Entfernen einer Zwischenwand vergrößert. 1970 wurde die Ausfahrt der Fahrzeuggasse verlegt und weitere Räume für Mannschaft und Führung geschaffen. 1974 wurde die Bekleidungskammer der Freiwilligen Feuerwehr München nach Feldmoching verlegt. Nach deren Verlegung in die Feuerwache 3 erfolgte 1987 ein weiterer großer Umbau mit Erweiterung einer weiteren Fahrzeughalle.

Das Gerätehaus der Abteilung Feldmoching ist heute noch in Betrieb und damit das älteste Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr München.

April 1938 – Abteilung 23 Großhadern – Würmtalstraße 126

Bereits sieben Jahre vor der Eingemeindung wurde das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Großhadern im damaligen Gemeindebau errichtet, der Gemeindekanzlei, Wohnungen, Polizeistation mit Arrestzellen sowie einem öffentlichen Wannen- und Brausebad (drei Wannen und sechs Brausebäder) beherbergte. Die Architekten Georg Schuller und Ludwig Zwingmann bauten das sachliche Gebäude in traditioneller Bauweise in nur einem halben Jahr.

Mit der Eingemeindung wurde die Freiwillige Feuerwehr Großhadern zur Abteilung 23 der Freiwilligen Feuerwehr München, und der Bereich des Rathauses wurde geschlossen. Als 1978 die Polizeistation und das öffentliche Wannen- und Brausebad geschlossen wurden, modernisierte die Berufsfeuerwehr München in einem Arbeitseinsatz das Gebäude. Der Keller wurde ausgebaut, die Fahrzeughalle erneuert und weitere Räume für Führung und Mannschaft geschaffen. 1986 wurde eine weitere Fahrzeughalle hinzugefügt.

Am 18. Oktober 2025 zog die Abteilung Großhadern in ein neues Gebäude nebenan.

Dezember 1938 – Abteilung 27 Allach – Horst-Wessel-Straße (heute Eversbuschstraße 134)

Bei den Verhandlungen zur Eingemeindung Allachs nach München brachte Bürgermeister Bäumer mit seinen Bedingungen den anstehenden Vertragsabschluss beinahe zum Scheitern. Erst die Androhung einer folgenschweren Zwangseingemeindung veranlasste ihn am Donnerstag, den 27.10.1938, den Eingemeindungsvertrag im Münchner Rathaus zu unterzeichnen. 

Was seinem Parteikollegen in Untermenzing nicht gelang, schafften die Allacher:

Den Bau eines neuen Feuerwehrhauses. Es entstand ein Verwaltungsgebäude mit drei Fahrzeughallen und einem Mannschaftsraum für die Feuerwehr. 

Durch den Kriegseintritt verzögerte sich der Bau jedoch, sodass das Gebäude erst am 20.02.1943 von der Abteilung 27 Allach übernommen werden konnte. Das alte Gerätehaus (heute Eversbuschstraße 147) wurde mit Wirkung zum 01.06.1943 per Schreiben des Obersts der FschPol aufgegeben. 

Nachdem die Polizeiinspektion 1981 aus dem Gebäude ausgezogen war, wurde es für die Feuerwehr entsprechend umgebaut. Neben Sozial- und Magazinräumen entstanden ein großer Unterrichtsraum, Aufenthalts- und Büroräume.

Die beiden ursprünglichen Polizei-Arrestzellen blieben jedoch erhalten.  Damit ist das Allacher Gerätehaus vermutlich das einzige mit eigenen Arrestzellen. Da es nach der Eingemeindung geplant und gebaut wurde, zählt es außerdem zum ersten Gerätehaus der Feuerwehr München nach dem Neubauprogramm von 1935/37. 

Dezember 1938 – Abteilung 28 Ludwigsfeld – Dachauer-/Ludwigsfelder Straße

Zum Gerätehaus der Abteilung Ludwigsfeld ist nur der Standort an der Ecke Dachauer/Ludwigsfelder Straße bekannt. Es existieren keine Bilder oder weitere Unterlagen aus dieser Zeit.

Im Archiv der Branddirektion findet sich lediglich das standardisierte Aufnahmeschreiben, das jede neue Abteilung bei der Eingliederung erhalten hat. In den 1950er-Jahren wurde eine „Bildbestandsaufnahme“ aller noch verfügbaren Gerätehäuser gemacht. Dabei wurde vermutlich das Gerätehaus fotografiert.

Dezember 1938 – Abteilung 25 Obermenzing – Zehentstadelweg 4

Die Gemeinde Obermenzing wurde mit Vertrag vom 26. Oktober 1938 am 1. Dezember 1938 zwangseingemeindet, obwohl sich der Gemeinderat einmütig gegen die Eingemeindung aussprach. Das 1926 eingeweihte Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Obermenzing wurde zur Abteilung 25 der Freiwilligen Feuerwehr München. Als Adresse bei der Eingemeindung wurde die Allacher Straße 21 angegeben. Die aktuelle Adresse Zehentstadelweg existiert laut Münchner Straßenatlas seit 1968.

Die zweite Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Obermenzing hatte ihr Gerätehaus in der Ludwigsfelder Straße (heute Häringstraße 10). Diese Abteilung wurde mit der Eingemeindung aufgelöst, das alte Gerätehaus nicht mehr benötigt. Laut Akten gab es zudem ein Anwesen in der Ludwig-Thoma-Straße 10, in dem ein Gerätewagen untergestellt war. Wie dieses Gebäude während des Krieges genutzt wurde, ist nicht bekannt. In den Akten findet sich lediglich ein Schreiben der Branddirektion vom 3. Oktober 1946, das keine Einwände gegen eine anderweitige Vermietung enthielt.

Bis heute ist das Gerätehaus der Abteilung Obermenzing, nach mehreren Modernisierungen und dem Anbau einer dritten Fahrzeughalle in Eigenregie, in Nutzung und gehört damit zu den drittältesten Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr München.

Dezember 1938 – Abteilung 26 Untermenzing – Adolf-Hitler-Straße 36 (heute Eversbuschstraße 35)

Über die Abteilung 26 Untermenzing liegen nur wenige Informationen vor. Das übernommene Gerätehaus von 1884 war alt und zu klein, deshalb wurde im Eingemeindungsvertrag unter §7 festgelegt, dass für den Stadtteil Untermenzing in den kommenden Jahren ein neues Gerätehaus gebaut werden sollte. Ein geeignetes Grundstück stand jedoch nicht zur Verfügung, und der bevorstehende Luftkrieg erschwerte die Angelegenheit zusätzlich.

Am 17. Januar 1944 meldete der Oberst d.FschPol dem Stadtbauamt Schäden am Dach und an den Fenstern des Gerätehauses der Löschgruppe 26. Ob diese repariert wurden, ist nicht dokumentiert.

Da die Löschgruppe 26 Untermenzing nach dem Krieg nicht wiedergegründet wurde, sind nur wenige Unterlagen zu dieser Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr München vorhanden. Das Gerätehaus existiert jedoch noch im Originalzustand.

Dezember 1938 – Abteilung 24 Solln – Schulstraße 5 (heute Stridbeckstraße 5)

1925 wurde dieses Gebäude von der eigenständigen Gemeinde Solln für die Freiwillige Feuerwehr errichtet. Nach mehreren Umbauten und Erhaltungsmaßnahmen steht das Haus heute noch der Abteilung zur Verfügung. Bedingt durch den Denkmalschutz, der für dieses inzwischen 100 Jahre alte Gebäude besteht, sind nur vorsichtige Umgestaltungen möglich. Das Sollner Gerätehaus ist somit das zweitälteste noch in Betrieb befindliche Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr München.

April 1942 – Abteilung 29 Aubing – Hindenburgstraße 11 (heute Ubostraße 11)

Mit der Eingemeindung der Gemeinden Aubing wurde Aubing zur 29. Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr München. Das Entsehungsdatum des von der Gemeinde Aubing errichteten Gerätehauses ist unbekannt, lediglich eine Erweiterung im Jahr 1934 ist dokumentiert. 

Da die damals modernen Fahrzeuge bereits in den 1980er Jahren nicht mehr im alten Gerätehaus untergebracht werden konnten, begann 1991 nach langer Planung der Bau einer neuen Fahrzeughalle direkt angrenzend. Gleichzeitig wurde das alte Gebäude renoviert. Zum 110-jährigen Gründungsfest 1992 konnte das erweiterte Gerätehaus übergeben werden. 

Damit zählt auch die Abteilung Aubing zu den ältesten noch bestehenden Gerätehäusern der Freiwilligen Feuerwehr München.

April 1942 – Abteilung 30 Langwied-Lochhausen

Mit der Eingemeindung Langwieds erhielt die Freiwillige Feuerwehr München zwei weitere Gerätehäuser: in Lochhausen, Langwieder Hauptstraße 5b, sowie in Langwied, Schussenrieder Straße 135. 

Das Gerätehaus in Langwied wurde 1963 durch einen Neubau ersetzt und das alte Gebäude abgebrochen. Auch dieser Neubau wurde 1979 durch einen zeitgemäßen Neubau ersetzt, da die Halle nach 16 Jahren zu klein und unzureichend ausgestattet war.

Das Gerätehaus in Lochhausen wurde 1952 in Eigenregie für ein größeres Fahrzeug umgebaut und wird bis heute von der Abteilung Langwied-Lochhausen genutzt. 

Quellenhinweise

  • Stadtarchiv München StdA-M DE-1992-BRA-0599 /-0632 /-651 /-0654
  • Chroniken der Abteilungen der FF München

Bildnachweis

  • Pressestelle der BF München

Danksagung

  • Der Pressestelle der Branddirektion München für das zur Verfügung gestellte Bildmaterial

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