Die Jahre 1971 bis 1978

In den 1970er Jahren wurden Gerätehäuser neu gebaut und jede Löschgruppe mit drei Atemschutzgeräten ausgestattet. In Erinnerung geblieben sind in diesen Jahren auch einige herausragende Großbrände in und um München.

März 1971 – Einführung neuer Sachgebiete und des Grundkurses

Ab dem 16. Lebensjahr konnten junge Männer der Freiwilligen Feuerwehr München als aktive Mitglieder beitreten. Voraussetzung war der erfolgreiche Abschluss des Brandschutz-Grundkurses an der Feuerwehrschule der Fw 2, einschließlich der Leistungsprüfung. Im Anschluss folgte die Erste-Hilfe-Grundausbildung.

Dieser Basiskurs dauerte etwa acht Wochen und fand zweimal wöchentlich abends sowie an Samstagen statt. Insgesamt mussten die Feuerwehranwärter 70 Stunden Brandschutz-Grundausbildung und 16 Stunden Erste-Hilfe-Ausbildung absolvieren. Danach durfte der junge Feuerwehrmann bei Einsätzen in der „zweiten Linie“ beziehungsweise bis zum Verteiler in seiner Heimat-Löschgruppe mit ausrücken.

Ab dem 18. Lebensjahr war der Feuerwehranwärter verpflichtet, erfolgreich an der Atemschutzausbildung teilzunehmen. Diese Ausbildung umfasste sechs Wochen mit wöchentlichen Abendterminen in der Fw 2 sowie ganztägigen „heißen Übungen“ an Samstagen in den dafür vorgesehenen Übungsgebäuden und auf dem militärischen Übungsgelände in Hochbrück.

Nach bestandener Atemschutzprüfung wurde der Anwärter zum Feuerwehrmann und somit zum vollwertigen aktiven Mitglied, das bei Einsätzen uneingeschränkt eingesetzt werden durfte.

Um den umfangreichen Übungs- und Verwaltungsbetrieb der Freiwilligen Feuerwehr München organisieren zu können, wurden bereits im Oktober 1970 neue Sachgebiete eingeführt und mit folgenden Personen besetzt:

  • Leiter Kommando und Verwaltungsrat: Kdt. Heinrich Reuter 
  • Leiter des Geschäftszimmers: OBM Carl Kiening 
  • Personalangelegenheiten: HFM Friedrich Schlierf 
  • Statistik: OFM Bayer 
  • Bekleidung und persönliche Ausrüstung: OLM Karl Wähler 
  • Ausbildung Technischer Hilfsdienst und Filmangelegenheiten: HBM und Stv. Kdt. Karl Stich 
  • Grundausbildung und Leistungsprüfung: HBM Josef Hengstberger 
  • Funk- und Alarmanlagen: HBM Johann Pöttinger, OLM Siegfried Sieberer 
  • Brandschutzausbildung und Gerätehäuser: HBM Ludwig Piehler 
  • Fahrzeug- und Gerätewesen: OBM Anton Zacherl 
  • Atemschutzausbildung: BM Sebastian Stürzer 
  • Maschinisten- und Sanitätsausbildung: HBM Michael Wäsler

25. April 1971 – Jahreshauptversammlung

Da der Bereichsführer OST II, HBM Johann Pöttinger, die Altersgrenze erreicht hatte, wurde er auf der Jahreshauptversammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Neuer Bereichsführer des Bereichs OST II wurde Siegfried Sieberer von der Löschgruppe Waldperlach.

31. Oktober 1971 – Erster Einsatz der neuen Abteilung Stadtmitte

Im Jahr 1969 wurde auf Initiative von Kommandant Heinrich Reuter im Herbst die Abteilung „Stadtmitte“ gegründet. Für den Aufbau wurden OLM Vitus Konold und HFM Günter Hölzl ernannt. Hölzl kam aus Spiegelau zum Studium nach München, verbrachte eine kurze Zeit in der Löschgruppe Waldperlach und zog danach in die Innenstadt. Nach seinem Studium trat er eine Referentenstelle bei der Berufsfeuerwehr München an und wurde 1989 zum Leiter der Branddirektion sowie zum Oberbranddirektor ernannt.

Die erste Dienstversammlung der neuen Löschgruppe fand im Januar 1970 in einer Gaststätte statt, da die Abteilung noch über kein Gerätehaus verfügte. Das erste Einsatzfahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug (LF 16 TS) des Katastrophenschutzes, stand in einer angemieteten Tiefgarage. 1971 folgte zusätzlich ein Schlauchkraftwagen des Bundes.

Die erste Probealarmierung erfolgte am 26. Juli 1971. Dabei rückte das erste Fahrzeug nach 15 Minuten aus. Die vergleichsweise lange Ausrückezeit war einerseits der Alarmierung geschuldet, die noch telefonisch erfolgte, und andererseits dem Umstand, dass die Mitglieder der Löschgruppe Stadtmitte teilweise über das gesamte Innenstadtgebiet verteilt wohnten.

Aufgrund dieser Situation war die Löschgruppe nicht als Teil des Erstangriffs im Alarmplan vorgesehen, sondern fungierte stets als Verstärkungseinheit bei Großalarmen. Erstmals wurde dies am 31. Oktober 1971 bei einem Heustadlbrand im Gut Freimann erforderlich.

1. November 1971 – Brand im Kloster St. Michael

Am 1. November 1971 brach in der landwirtschaftlich genutzten Remise des Klosters St. Michael in Michaeliburg ein Brand aus. Neben den im Alarmplan vorgesehenen Löschzügen der Feuerwachen 5 und 1 wurde auch die ortsansässige Löschgruppe Michaeliburg alarmiert. Zur weiteren Verstärkung kam bereits am Folgetag der ersten Alarmierung die Löschgruppe Stadtmitte zum Einsatz.

1972 – Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr mit Pressluftatmern

Nachdem in allen Löschgruppen ausreichend Atemschutzgeräteträger ausgebildet waren, wurde jedes Erstangriffsfahrzeug einer Löschgruppe mit drei Atemschutzgeräten des Typs Dräger DA 58 ausgestattet. Zudem erhielt jeder Atemschutzgeräteträger eine persönliche Atemschutzmaske, die er fortan bei jedem Einsatz in einer Maskenbüchse mit sich führte.

Eine Besonderheit in München war die Ausstattung mit drei Atemschutzgeräten pro Fahrzeug. Im Rest der Bundesrepublik waren üblicherweise vier Geräte pro Fahrzeug üblich. Zudem waren in München auf den Fahrzeugen keine Reserveflaschen vorhanden.

Der Hintergrund war, dass in München ein Angriffstrupp aus drei Personen statt wie sonst üblich aus zwei Personen bestand. Der notwendige Reservetrupp wurde nicht durch das eigene Fahrzeug mit den zwei weiteren Geräten gestellt, sondern durch das zweite Fahrzeug im Löschzug der Berufsfeuerwehr oder eine mit alarmierte Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr. Wurde der zweite Angriffstrupp der Freiwilligen Feuerwehr oder der Berufsfeuerwehr eingesetzt, stand der dritte Reserveangriffstrupp dieser beiden Einheiten für beide Trupps zur Verfügung.

Auf Reserveflaschen auf den Fahrzeugen wurde verzichtet, da München über zwei Atemschutzgerätewagen verfügte. Sobald zwei Trupps im Atemschutzeinsatz waren, rückte eines dieser Fahrzeuge zur Einsatzstelle aus. Vor Ort konnten dann neue Atemluftflaschen getauscht oder neue Geräte übergeben werden, um die im Einsatz befindlichen Fahrzeuge wieder einsatzfähig zu machen.

25. August bis 12. September 1972 – Olympische Spiele in München

Im Hinblick auf die XX. Olympischen Spiele hatte sich die Freiwillige Feuerwehr München das Ziel gesetzt, bei Beginn der Spiele so ausgebildet zu sein, dass sie bei den erwarteten vermehrten Brand- und Unfallgefahren schnelle und sichere Hilfe leisten konnte.

Da während der Spiele alle Alarmsirenen abgeschaltet werden mussten, richtete die Freiwillige Feuerwehr München zwischen dem 25. August und dem 12. September 1972 sechs ständige „Olympia-Wachen“ ein: jeweils eine Wache im Bereich Nord und im Bereich West I sowie Besetzungen in den Gerätehäusern Riem, Waldperlach, Großhadern und Moosach.

Täglich wurden über 18 Stunden sowohl ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16) als auch ein Löschgruppenfahrzeug (LF 16-TS) mit entsprechender Mannschaft besetzt. Die Mitglieder des Kommandos waren während dieser Zeit rund um die Uhr zusätzlich in der Nachrichtenzentrale der Berufsfeuerwehr tätig.

Dieser „Olympia-Dienst“ wurde von allen Kameraden mit großer Einsatzbereitschaft geleistet und führte zu einer unerwarteten kameradschaftlichen Annäherung der älteren und jüngeren Mitglieder.

Dass dieser Bereitschaftsdienst in den Gerätehäusern überhaupt möglich war, verdankte man der städtischen Branddirektion, die 1972 trotz knapper Mittel zusätzliche Räumlichkeiten für zwei Löschgruppen schuf. Nachdem 1970 das Gerätehaus in Feldmoching umgebaut worden war, konnten 1972 die Renovierung und der Ausbau des Gerätehauses in Waldperlach abgeschlossen werden. Auch die Löschgruppe Großhadern erhielt neben einem Büroraum für den Löschgruppenführer einen Aufenthalts- und Unterrichtsraum mit entsprechenden Nebenräumen.

Die Umstellung der Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr München von Sirenen auf den sogenannten „stillen Alarm“ begann ebenfalls 1972. Zunächst wurde die Löschgruppe Moosach mit 27 Alarmempfängern der Münchner Firma Wolfram ausgestattet, da diese Löschgruppe am nächsten zu den olympischen Sportstätten lag.

Kurz darauf erfolgte eine großzügige Spende des Bekleidungshauses KONEN an die Berufsfeuerwehr. Diese spendete auf Vorschlag der Branddirektion 50 Funkalarmanfinger für die Freiwillige Feuerwehr. Mit diesen Geräten wurden die Löschgruppen Perlach, Trudering und Forstenried ausgestattet.

Mit weiteren städtischen Mitteln konnten die Löschgruppen Freimann, Michaeliburg und Solln mit Funkalarmempfängern ausgestattet werden. Eine weitere Spendenaktion, an der sich mehrere Münchner Firmen beteiligten, ermöglichte die Umstellung der Löschgruppe Waldfriedhof-Viertel auf stille Alarmierung.

Nach der Erstausstattung mit Funkmeldeempfängern des Typs Wolfram konnten bei den neun Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr München insgesamt elf Sirenen im Stadtgebiet abgeschaltet werden. Fortan erfolgte in diesen Stadtteilen ausschließlich die stille Alarmierung.

Neben der Freiwilligen Feuerwehr München waren auch auswärtige Feuerwehren beim Brandschutzdienst während der Olympischen Spiele in der Stadt tätig und unterstützten die Einheiten der Branddirektion München. Neben der Feuerwehrschule Würzburg und Regensburg waren Löschzüge aus Berlin, Frankfurt, Dortmund und Essen im Einsatz.

Stützpunkt für die auswärtigen Einheiten war das Katastrophenschutz-Zentrum in der Heßstraße, das zu diesem Zeitpunkt noch nicht offiziell seiner Bestimmung übergeben war und zudem in Reichweite des Olympiageländes lag.

28. und 29. August 1972 – Brände während der Olympiade

Es sind zwei Einsätze mit Beteiligung der auswärtigen Kräfte sowie der Freiwilligen Feuerwehr München dokumentiert.

Am 28. August 1972 brach in der Diskothek „Big Apple“ in der Leopoldstraße ein Brand aus, bei dem der Löschzug der Berliner Feuerwehr im Einsatz war, verstärkt durch Kräfte der Feuerwehr Frankfurt.

Am 29. August 1972 musste ein großer Brand in der Kantine in der Riesstraße 19 gelöscht werden. Neben der Freiwilligen Feuerwehr München unterstützten hier Kräfte der Feuerwehrschule Regensburg.

Leider liegen keine belastbaren Informationen vor, wie der Einsatz der Feuerwehren in München während des terroristischen Anschlags am 5. September 1972 durch die palästinensische Terrorgruppe „Schwarzer September“ verlief. Ob Einsatzberichte weiterhin unter Verschluss sind oder die Feuerwehr eine eher untergeordnete Rolle spielte, ist daher nicht bekannt.

Der Feuerwehreinsatz in Fürstenfeldbruck wurde von der dortigen Fliegerhorst-Feuerwehr der Bundeswehr durchgeführt. Die Freiwillige Feuerwehr München kam dort nicht zum Einsatz.

1. Oktober 1972 – Gründung einer weiteren Löschgruppe: Waldfriedhof-Viertel

Zum 1. Oktober 1972 konnten Mitglieder der Löschgruppe Großhadern, die östlich der Fürstenrieder Straße wohnten, in die neu aufgestellte Löschgruppe Waldfriedhof-Viertel (LG WFHV) wechseln.

Das Gerätehaus war eine angemietete Garage im Hof des Anwesens Waldfriedhofstraße 56 und wurde mit einem Vorauslöschfahrzeug (VLF) auf Unimog-Basis aus dem Katastrophenschutz besetzt. Daher rückte die Löschgruppe nur gemeinsam mit der „Mutter“ Großhadern aus. Zum ersten Löschgruppenführer der LG WFHV wurde LM Dieter Neubert ernannt.

Aus der LG WFHV ist im Januar 1981 die Abteilung Sendling entstanden.

18. März 1973 – Jahreshauptversammlung

Für die Führung der Freiwilligen Feuerwehr München war 1973 ein Wahljahr. Bei der Jahreshauptversammlung im Schwabing Bräu in der Leopoldstraße fand eine Wahl der Vorstandschaft statt.

Für die kommenden fünf Jahre wurden die Kommandanten, der Kassier und der Oberzeugmeister in ihrem Amt bestätigt. Der Schriftführer musste neu gewählt werden, da der bisherige Amtsinhaber Carl Kiening aus Altersgründen ausschied. Für seine 15-jährige Tätigkeit als Schriftführer wurde Kiening vom Kommandanten Reuter zum Ehrenmitglied ernannt. Zudem wurden zwei neue Revisoren gewählt.

Der neue Vorstand setzte sich somit wie folgt zusammen:

  • Vorstand und Kommandant: HBM Ing. Heinrich Reuter 
  • Vorstand und Kommandant-Stellvertreter: HBM Ing. Karl Stich 
  • Schriftführer: LM Fritz Schlierf 
  • Kassier: OFM Walter Fischer 
  • Oberzeugmeister: BM Karl Wähler 
  • Revisoren: OFM Ludwig Freunde und OFM Helmut Becker

4. Dezember 1973 – Großbrand einer Lagerhalle

Am 4. Dezember 1973 brach in einer Lagerhalle in der Flößergasse ein Großbrand aus. Im Keller lagerten tonnenweise in Folie verpackte Papierprodukte wie Toilettenpapier und Papierwindeln. Diese Brandlast führte zu einer extrem hohen Wärmentwicklung, die die Kellerdecke absinken ließ und eine akute Einsturzgefahr verursachte.

Das Feuer konnte nur durch einen massiven Löscheinsatz bekämpft werden, was eine regelrechte Wasserschlacht auslöste. Mehrere Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr München waren im Wechseldienst zusammen mit der Berufsfeuerwehr im Einsatz, da der Brand erst nach 40 Stunden gelöscht war.

26. Februar 1974 – Großbrand einer Möbellagerhalle

Fünf Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr München waren sieben Stunden mit der Bekämpfung eines Brandes in einer Möbelhalle in Daglfing beschäftigt. Die 80 x 30 Meter große Halle stand komplett in Flammen. Aufgrund der starken Hitzeentwicklung knickte ein Oberleitungsmast der angrenzenden S-Bahn-Linie nach Ismaning um, beschädigte den Fahrleitungsdraht und führte zum Ausfall des S-Bahn-Betriebs..

5. Mai 1974 – Übergabe von 10 Löschgruppenfahrzeugen „Korea“

Kommandant Stadtbrandinspektor Dipl.-Ing. Heinrich Reuter vermerkte in seinem Jahresbericht 1974 auf Seite 1 folgenden Satz: 

„… keines unserer aktiven Mitglieder kann sich erinnern, dass es jemals vorgekommen wäre, dass man der Freiwilligen Feuerwehr München in einem Jahr zehn funkelnagelneue Feuerwehrfahrzeuge übergeben hat. Im Berichtsjahr 1974 wurde es Wirklichkeit! …“

Nach den Olympischen Spielen 1972 gestalteten sich Neubeschaffungen für die Freiwillige Feuerwehr zunächst schwierig, da der Fuhrpark der Berufsfeuerwehr vor den Spielen umfassend erneuert worden war. Dennoch bestand bei der Freiwilligen Feuerwehr Bedarf an Ersatzfahrzeugen, da einige noch aus den 1950er-Jahren stammten. Geplant war zumindest die Neubeschaffung von fünf Tanklöschfahrzeugen für die Freiwillige Feuerwehr.

Am 23. März 1973 bot Herr Bender, Direktor von Magirus, dem Chef der Münchner Branddirektion, OBD Dipl.-Ing. Karl Seegerer, zehn bis zwölf Exemplare des sogenannten „Korea-LF 16“ an, die aus einem geplatzten Exportauftrag stammten.

Da die Entscheidung, diese Fahrzeuge zu einem äußerst günstigen Preis zu erwerben, sehr kurzfristig getroffen werden musste, erfolgte die Abstimmung auf äußerst kurzem Dienstweg mit der Stadtspitze. Eine derart weitreichende Entscheidungskompetenz eines Bürgermeisters wäre heute kaum noch vorstellbar.

Obwohl die Beschlussfassung zur Beschaffung innerhalb weniger Wochen erfolgte, dauerte die Auslieferung der Fahrzeuge fast drei Viertel eines Jahres, da zunächst die koreanischen Umbauten auf deutsche Normen angepasst und zudem notwendige Instandsetzungen im Rahmen von Gewährleistungen durchgeführt werden mussten.

Im November stimmte der Vergabeausschuss der Auftragsvergabe zu, und der Stadtrat München beschloss die Beschaffung in der Vollversammlung am 21. November 1973. Gegen Ende des Jahres wurden die zehn Neufahrzeuge nach München geliefert, wo in der Werkstatt der Branddirektion noch die feuerlöschtechnischen Einbauten vorgenommen wurden.

Bis zum Abschluss der Umbauten wurden die Fahrzeuge im Zentrum für Katastrophenschutz (ZfK) in der Heßstraße zwischengelagert. Das erste Fahrzeug wurde jedoch bereits am 16. Januar 1974 an die Löschgruppe Waldperlach ausgeliefert. Anschließend erfolgten in regelmäßigen Abständen weitere Auslieferungen an die jeweiligen Löschgruppen.

Am 2. März 1974 wurde ein Gruppenfoto von neun „Korea-LF“ auf dem Parkplatz am Kleinhesseloher See aufgenommen; zeitgleich erfolgte die Übergabe des letzten Fahrzeugs im ZfK. 

Die offizielle Übergabe fand in der Jahreshauptversammlung am 5. Mai 1974 statt. Dort überreichte OBD Dipl.-Ing. Seegerer den Fahrern der Löschgruppen Großhadern und Moosach die Schlüssel für ihre Fahrzeuge.

Die ausführliche Geschichte zu diesen Fahrzeugen können Sie im Magazin des Feuerwehrmuseums Bayern STATUS 3 – Die Magirus-Korea-Story und die Feuerwehr München (ISBN 978-3-9818580-2-0) nachlesen.

10. Mai 1974 – Neue Räume für das Kommando

Das Kommando zog von der Ganghoferstraße 4/I in neue Räume in der Hauptfeuerwache am Unteren Anger 7. Dieser Umzug verbesserte den Arbeitsablauf erheblich, da die bisher oft hinderliche räumliche Trennung zwischen Branddirektion und Kommando der Freiwilligen Feuerwehr entfiel.

Die Bekleidungskammer der Freiwilligen Feuerwehr, ebenfalls in der Ganghoferstraße untergebracht, wurde in das renovierte Gerätehaus der Löschgruppe Feldmoching in der Josef-Frankl-Straße 55 verlegt.

1974 – Neue Ausbildungsordnung und „München leuchtet

Seit dem 18. Mai 1974 finden Neuaufnahmen in die Freiwillige Feuerwehr nur noch zum 1. März und 1. September eines Jahres statt. Darauf folgt eine dreimonatige Probezeit, in der der Brandschutzgrundkurs, die Atemschutzausbildung und die Erste-Hilfe-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen werden müssen.

Gleichzeitig wurde die maximale Stärke jeder Löschgruppe (mit Ausnahme von Stadtmitte) auf 36 Mann festgelegt.

Eine weitere Neuerung: Durch Beschluss des Ältestenrats des Stadtrats wird seit 1974 allen aktiven Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr München, die mindestens zwölf Jahre aktiv mitwirken, die Medaille „München leuchtet“ in Bronze verliehen. Im Jahr 1974 konnten 116 Kameraden mit dieser Auszeichnung bedacht werden.

19. Oktober 1974 – Neues Gerätehaus für die Löschgruppe Waldtrudering

Da das alte Gerätehaus im Zuge der Verbreiterung der Wasserburger Landstraße abgerissen werden musste, erhielt die Löschgruppe Waldtrudering den ersten Neubau der Freiwilligen Feuerwehr seit dem Krieg. Die Planung begann bereits 1972. Das neue Gerätehaus wurde am 19. Oktober 1974 eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

Das Gebäude war ein Prototyp für zukünftige Neubauten der Freiwilligen Feuerwehr München und verfügte über folgende Grundausstattung:

  • Eine beheizte Fahrzeughalle mit drei Fahrzeuggassen und ausreichend Platz für persönliche Schutzausrüstung 
  • Ein Schulungsraum sowie ein Büro für die Abteilungsführung 
  • Sanitäre Anlagen mit Duschen, getrennt nach Geschlechtern 
  • Werkstatt- und Lagerraum für den Gerätewart 
  • Möglichkeit für einen Aufenthaltsraum mit Küche 
  • Dienstwohnung für den Gerätewart

21. April 1975 – Zentrum für Katastrophenschutz – Neue Heimat der LG Stadtmitte

Das neu errichtete Zentrum für Katastrophenschutz (ZfK) wurde nach einer kurzen Zwischennutzung während der Olympiade 1972 endlich fertiggestellt und am 21. April 1975 feierlich durch Innenstaatssekretär Erich Kiesl seiner Bestimmung übergeben.

Neben den Facheinheiten des Katastrophenschutzes wurde das ZfK auch zur neuen Heimat der Löschgruppe Stadtmitte.

17. Juni 1975 – Lagerhallenbrand in Heimstetten

Am 17. Juni 1975 zersetzten sich in einer Lagerhalle in Heimstetten (Landkreis München) stickstoffhaltige Düngemittel und setzten dabei eine große Menge giftiger Gase frei. Die Freiwillige Feuerwehr München war mit drei Löschgruppen (Riem, Trudering, Waldtrudering) vor allem im Bereich der Wasserversorgung eingesetzt. Die Berufsfeuerwehr München war für die Messung der Giftgaskonzentration zuständig. Die Freiwillige Feuerwehr unterstützte zudem mit einem Fachmann ihrer Reihen: Löschmeister Dr. Alfons Weiß (✝ 28.10.2025), Diplom-Chemiker der Löschgruppe Waldperlach, der auf Anforderung der Berufsfeuerwehr als Fachberater tätig war.

Oktober 1975 – Schrittweise Abschaltung der Sirenenalarmierung

Im Oktober 1975 wurden nachts alle Sirenen zur Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr München abgeschaltet. Die Löschgruppen wurden fortan ausschließlich über Funk-Alarmempfänger still alarmiert. Lediglich in fünf Stadtteilen, in denen viele Feuerwehrleute überwiegend in der Landwirtschaft und im Gartenbau tätig waren, erfolgte tagsüber weiterhin die Alarmierung über Sirenen.

Erst am 1. April 1993 wurden die Sirenen in den Abteilungen Aubing, Langwied-Lochhausen, Allach (mit zwei Sirenen), Ludwigsfeld und Feldmoching endgültig abgeschaltet.

25. Oktober 1975 – Freimann erhält ein neues Gerätehaus

Das neu errichtete Gerätehaus für die Löschgruppe Freimann wurde am 25. Oktober 1975 eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

Neben Ehrengästen aus dem Stadtviertel wohnten auch die Familienmitglieder der aktiven Mannschaft sowie Kollegen der Branddirektion der feierlichen Übergabe des zweiten Neubaus eines Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr München bei. Auch dieses Gerätehaus wurde nach dem Standard „Gerätehaus FF München“ gebaut.

1. Juli 1976 – Nachbarschaftshilfe in Pullach

Zur Bekämpfung eines ausgedehnten Dachstuhlbrandes am 1. Juli 1976 im „Berchmann-Kolleg“ in Pullach waren die Berufsfeuerwehr München sowie fünf Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr München als Nachbarschaftshilfe im Einsatz.

Das Großfeuer, verursacht durch Brandstiftung, zerstörte dreiviertel des Dachgeschosses und damit einen Großteil des Realschultagesheims. Der Brand konnte durch den Einsatz von etwa 200 Feuerwehrleuten aus Stadt und Landkreis gelöscht werden. Dabei wurde auch das Wasser eines Schwimmbades genutzt.

19. Juli 1976 – Aus der Löschgruppe wird wieder die Abteilung

Durch eine Anordnung des Kommandos vom 19. Juli 1976 wurde die bisherige Bezeichnung „Löschgruppe“ mit Angabe des Ortsteils (z.B. Löschgruppe Waldperlach) in „Abteilung“ mit Angabe des Ortsteils (z.B. Abteilung Waldperlach) geändert.

Damit sollte erreicht werden, dass die eindeutig feuerwehrtaktisch Bezeichnungen „Löschgurppe“ als Benennung einer Einheit der Freiwilligen Feuerwehr nicht mehr verwendet wurde.

Gemäß der Feuerwehrdienstvorschrift (FwDV 4/4) bestand eine Löschgruppe aus einem Löschgruppenfahrzeug LF 16 oder LF 16 TS mit einer Mannschaft von 1/8.

Dies passte bis etwa 1968 für die Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr München. In der Regel stand nur ein Fahrzeug mit einer Besatzung von 1/8 (Gruppe, zum Beispiel LF 16) oder einer 1/6 (Staffel, zum Beispiel TLF 16) zur Verfügung.

Ab 1968 wurden die Löschgruppen jedoch mit Fahrzeugen des Katastrophenschutzes verstärkt, etwa mit Gruppenfahrzeugen des Typs LF 16 TS, Staffelfahrzeugen TLF 16 und SKW sowie Truppfahrzeugen wie TLF 8 und HRW. Daher war eine Umbenennung in „Abteilung“ längst überfällig.

Eine weitere Änderung betraf die Zweitfahrzeuge der Abteilungen. Vor allem bei Abteilungen, deren Löschfahrzeuge in verschiedenen Garagen untergebracht waren, wurden ab 1976 Funksprechgeräte für die zweiten Fahrzeug eingeführt, die das Kreisverwaltungsreferat aus Beständen des Katastrophenschutzes bereitstellte.

Die Begrenzung der Mannschaftsstärke auf drei Gruppen (36 Mann) bestand jedoch bis weit in die 1980er Jahre. Mit der stadtweiten Gründung von Jugendgruppen in den 1980er Jahren wurde diese Einschränkung teilweise aufgehoben, um die Übernahme der engagierten Jugendlichen in die aktive Einsatzabteilung zu ermöglichen.

Zudem nahmen die Einsatzzahlen und der Bedarf an Feuerwehrfrauen und -männern durch das Wachstum der Stadt stetig zu.

1976 – Renovierung und Neubau von Gerätehäusern

Im Jahr 1976 konnten umfangreiche Renovierungsarbeiten am Gerätehaus der Abteilung Aubing abgeschlossen werden. Neben der Renovierung der Fahrzeughalle wurden eine Warmwasserheizung mit Versorgung, die Be- und Entwässerung sowie die Elektroinstallationen erneuert. Zusätzlich wurden ein Schulungsraum, eine Teeküche und Wasch- beziehungsweise Duschräume geschaffen.

Für die Abteilung Moosach begann der Neubau eines Gerätehauses nach der Typisierung „Gerätehaus der FF München“ mit drei Fahrzeuggassen, einer Wohnung für den Gerätewart, den erforderlichen Büroräumen für den Abteilungsführer sowie einem Aufenthalts- und Unterrichtsraum.

13. März 1977 – Die indogermanischen Pfahlbauten der Freiwilligen Feuerwehr

Die drei Neubauten und sechs Renovierungen von älteren Gerätehäusern reichten aber nicht aus. Zu schlecht war der Zustand der Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr München, die teilweise noch aus der Gründerzeit oder dem ersten Gerätehausprogramm der 1930er-Jahre stammten.

Abgesehen von sanitären Anlagen und Aufenthaltsräumen waren viele dieser Gebäude zu klein und zu eng für die damals modernen Feuerwehrfahrzeuge. Oft standen nur wenige Zentimeter zum Herausfahren zur Verfügung; erst wenn das Fahrzeug herausgefahren war, konnte die Mannschaft das Gerätehaus betreten und sich dort, auch an kalten Wintertagen, in der durch Dieselabgase belasteten Luft umziehen.

Im alten Gerätehaus Freimann passten zwar zwei Fahrzeuge hinein. Bei einem Alarm musste jedoch zunächst der Unimog vorsichtig herausgefahren werden, bevor das Tanklöschfahrzeug (TLF) aus der Garage fahren konnte.

In einigen Gerätehäusern war die Situation noch ungünstiger, da der Zustand schlechter und der Platzbedarf noch begrenzter war.

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse in den Gerätehäusern war es in München üblich, dass die Feuerwehrmänner ihre Einsatzuniform zu Hause aufbewahrten und im Alarmfall bereits damit zum Gerätehaus anrückten. Lediglich Helm, Hackengurt und Atemschutzmasken-Behälter waren an dafür vorgesehenen Haken im Gerätehaus untergebracht.

Dieser Zustand war für den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr München nicht länger hinnehmbar.

Während der legendären Jahreshauptversammlung am 13. März 1977 im Augustinerkeller in der Arnulfstraße brachte er in seiner Ansprache seinen Ärger zum Ausdruck:

„… Schauen Sie sich doch das Gerätehaus in Oberföhring an, eine Schuhlöffelgarage aus dem frühen Mittelalter, wenn ich in Perlach oder Ludwigsfeld vorbeikomme, erinnern mich die dortigen Gerätehäuser an indogermanische Pfahlbauten und wenn ich nicht wüßte, daß die Hütte mitten in Forstenried das Feuerwehrgerätehaus wäre, dann würde ich meinen, es handelt sich dort um den ehemaligen Gemeindebackofen, der unter Denkmalschutz steht …“

Dieser Weckruf zeigte Wirkung.

Bereits am 14. März 1977 stellten die Stadträte Hans Preißinger, Georg Prinz, Rolf-Helmut Pfeiffer, Theo Giesen, Maria Nindl, Benno Kreitmair, Peter Kripp, Josef Wirth und Hermann Memmel den Antrag, die Planung und Finanzierung für Neubauten der Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr in Oberföhring, Forstenried, Michaeliburg und Harthof so vorzunehmen, dass mit dem Bau umgehend begonnen werden kann.

Dem folgte am 29. März 1977 ein zweiter Antrag der Stadträte Dr. Franz Forchheimer, Herbert Frankenhauser, Peter Gauweiler, Franz Widmann und Egon Reichl mit folgendem Inhalt:

… für die Freiwillige Feuerwehr München werden folgende 10 Gerätehäuser errichtet:
a) Im Jahre 1977: Forstenried, Harthof, Langwied, Michaeliburg und Oberföhring
b) im Jahre 1978: Lochhausen, Ludwigsfeld, Perlach, Riem und Trudering

Aufgrund dieser Sachlage beschloss der Stadtrat im März 1977 auf Vorschlag von Bürgermeister Git:

.. im Einvernehmen mit der Branddirektion, ein Gerätehaus-Neubauprogramm und akzeptierte für 10 Objekte Gesamtkosten in Höhe von 6 Millionen DM …

Bereits am 21. Juli 1977 fand eine Rundfahrt zur Besichtigung von Grundstücken statt, auf denen neue Gerätehäuser für die Freiwillige Feuerwehr errichtet werden sollten. Teilgenommen haben OBD Seegerer, Baudirektor Valentin Söldner vom Baureferat Hochbau 2, Oberamtsrat Ott von der städtischen Branddirektion und Kommandant Reuter.

Nicht alle Maßnahmen konnten so schnell umgesetzt werden wie geplant. Die ersten Gerätehäuser wurden 1979 ihrer Bestimmung übergeben. Aus zwei geplanten Häusern in Langwied und Lochhausen wurde schließlich ein gemeinsames Gerätehaus für die Abteilung Langwied-Lochhausen.

Dafür wurde ein Gerätehaus für die junge Abteilung Waldfriedhofviertel geplant. Das letzte Gerätehaus aus diesem Neubauprogramm wurde im Mai 1982 an die Abteilung Ludwigsfeld übergeben.

Die gesamte Geschichte der Gerätehäuser – vom ersten Gerätehausprogramm der 1930er-Jahre über das Programm der 1970er-Jahre bis zum aktuell im März 2026 verabschiedeten dritten Gerätehausprogramm – können Sie in der am 10. September 2026 erscheinenden „Chronik der Freiwilligen Feuerwehr München“ nachlesen.

19. Februar 1978 – Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen

Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr München 1978 im Salvatorkeller brachte keine Veränderung bei den Neuwahlen der Vorstandschaft. Alle Ämter wurden erneut von den bereits seit fünf Jahren amtierenden Personen besetzt.

18. März 1978 - Einweihung des neuen Gerätehaus der Abt. Moosach

Der bereits vor der Brandrede Reuters auf der Jahreshauptversammlung 1977 in Angriff genommene Neubau des Gerätehauses der Abteilung Moosach wurde am 18. März 1978 seiner Bestimmung übergeben. Der Neubau löste endlich die hoffnungslos veraltete Unterkunft für die Abt. Moosach am Moosacher St. Martins Platz ab.

Das neue Gerätehaus in der Feldmochinger Straße 1 wurde ebenfalls als „Gerätehaustyp FF München“ ausgeführt: Mit drei Fahrzeuggassen, einer Wohnung für den Gerätewart und allen erforderlichen Nebenräumen, wie Aufenthalts- und Unterrichtsraum, Büro des Bereichs- und Abteilungsführers, Dusch- und WC-Anlagen.

2. Mai 1978 – Trauer bei der Feuerwehr München

Am 2. Mai 1978 brach in einem Appartement im vierten Stock des BRK-Seniorenheims an der Bauernfeindstraße 15 ein Brand aus. Innerhalb kürzester Zeit war das Gebäude vom vierten bis zum elften Stockwerk so stark verqualmt, dass zahlreichen Heiminsassen der Fluchtweg abgeschnitten war. 

Neben der Berufsfeuerwehr waren bei diesem Brand auch Einsatzkräfte von zwei Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr beteiligt, teilweise mit Pressluftatmern, um die Heiminsassen zu retten und die Appartements nach gegebenenfalls eingeschlossenen Personen abzusuchen. 

Während des Feuerwehreinsatzes kamen der Brandamtmann Ing. Quien von der BF München, der zur BF abgeordnete Brandinspektor-Anwärter Bollner vom Bayerischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz und drei Heimbewohner tragisch ums Leben.

Dieses Unglück warf viele Fragen auf, die letztlich zu Veränderungen in der Taktik und Vorgehensweise bei solchen Einsätzen führten. Auch die Bauordnung musste neu definiert werden. 

Wie sich bei der nachträglichen Untersuchung des Unglücks herausstellte, war die Ursache ein ungeeigneter Teppichbelag. Dieser setzte beim Brand giftige Gase frei, die sich über die Lüftungsschächte in Bereiche ausbreiteten, die als sicher galten. Zwar bemerkten die Beamten die Gefahr noch, wie Ihre geöffneten Maskenbüchsen zeigten, doch bereits das erste Einatmen führte zum sofortigen Tod. 

Die gesamte Münchner Feuerwehr stand nach diesem Unglück unter Schock, was sich auch in der zahlreichen Teilnahme der Kameraden der Berufs- sowie der Freiwilligen Feuerwehr an der Trauerfeier zeigte. 

7. August 1978 – Unwetter über München

Am 7. August 1978 zog gegen 17 Uhr ein heftiges Unwetter über München. Das extreme Niederschlagsereignis erstreckte sich über weite Teile Mitteleuropas, begleitet von Starkregen und Windgeschwindigkeiten von bis zu neun Beaufort. In München wurden an bestimmten Orten Windgeschwindigkeiten von sieben bis acht Beaufort gemessen, begleitet von heftigen Niederschlägen. 

Innerhalb kürzester Zeit stieg das Alarmaufkommen stark an, da zahlreiche Keller überflutet und viele Bäume entwurzelt wurden. Dies veranlasste die Einsatzzentrale der Branddirektion, für alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr München Vollalarm auszulösen. 

Allein an der Florians-Mühle mussten mehr als 20 geknickte Eschen entfernt werden, die in den Eisbach gestürzt waren und diesen dadurch aufstauten. 

21. Oktober 1978 – Wechsel der Führung im Bereich WEST II

Am 21. Oktober 1978 wurde der aus Altersgründen ausscheidende, allseits beliebte und geschätzte Hauptbrandmeister Ludwig Piehler, seit 1968 Leiter des Bereichs West I, in einer Feier in Forstenried verabschiedet. Als sein Nachfolger wurde Oberbrandmeister Wilhelm Grün berufen.

Quellenhinweise

  • Heinrich Schläfer: Die Münchner Feuerwehr, 1979
  • Hans-Joachim Profeld: Die Feuerwehr München und ihre Fahrzeuge bis in die 60er Jahre, 1997
  • Brandwacht und Brandschutz der Jahre 1970 bis 1980
  • Stadtbrandinspektor a.D. Dipl.-Ing. Heinrich Reuter: Chronik der FF München, 1991
  • STATUS 3 - Die Magirus-Korea-Story und die Feuerwehr München - ISBN 978-3-9818580-2-0

Aufgrund der nun fehlenden Quellenlage im Stadtarchiv München, stützt sich die „Zeitreise" ab dem Jahr 1970 u.a. auf die Chronik der FF München von Stadtbrandinspektor Reuter, den Presseberichten und der Bilddatenbank der Pressestelle der BF München und den Jahresberichten. Aber auch Aufsätze, die von der Branddirektion in den Publikationen „Brandwacht“ und „Brandschutz“ erschienen sind.

Bildnachweis

  • Pressestelle der Branddirektion München 

Danksagung

  • Der Pressestelle der Branddirektion München für das zur Verfügung gestellte Bildmaterial