Bombensprengung in der Feilitzschstraße

Am 27. August 2012 gegen 11:45 Uhr wurde im Zuge von Baumaßnahmen in der Feilitzschstraße 7 eine 250 kg schwere Fliegerbombe aus dem II. Weltkrieg aufgefunden. Schnell wurde deutlich, dass der sogenannte chemisch-mechanische Langzeitzünder nicht auf herkömmliche Weise zu entschärfen ist.

Der Sicherheitsbereich wurde deshalb auf einen Radius von 300 Meter um den Fundort festgelegt. Etwa 2.500 Anwohner mussten über Nacht ihre Wohnungen verlassen und in Notunterkünfte ausweichen. Rund 600 waren zeitweise in einer von insgesamt vier Betreuungsstellen untergebracht. Zur Informationen der betroffenen Bewohner war durch das KVR ein Bürgertelefon eingerichtet. Hier wurden insgesamt rund 3.500 Anfragen bearbeitet.

28. August

Für die geplante Sprengung musste die Absperrgrenze dann noch einmal vergrößert und auf einen 1.000 Meter-Radius ausgedehnt werden. Die hierfür notwendigen großräumigen Absperrmaßnahmen führten über mehrere Stunden zu beträchtlichen Verkehrsstörungen. Betroffen waren hier ebenfalls der Bus, Tram- und U-Bahn.

Zur Reduzierung der Detonationsauswirkungen wurden rund um die Fundstelle etwa 100 Tonnen Sand, 10.000 Sandsäcke sowie Strohballen und Matten verbaut. Dies geschah von den dort eingesetzten Helfern unter lebensgefährlichen Bedingungen.

Um 21:54 Uhr erfolgte die kontrollierte Sprengung.

Die Explosion verursachte unmittelbar mehrere Feuer. Das durch die Detonation in Brand geratene Dämmmaterial führte ebenfalls zu zahlreichen, kleineren Brandherden im Dachbereich der umliegenden Gebäude und der weiteren Umgebung. In einem Radius von etwa 300 Metern gingen, auf Grund der Druckwelle, alle Scheiben zu Bruch. Im Bereich der Marktstraße und Feilitzschstraße stürzten Gebäudeteile auf die Straße. Insgesamt wurden 17 Gebäude beschädigt.

Einsatzkräfte

Im Einsatz befanden sich zeitgleich jeweils etwa 230 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Sanitäts- und Rettungsdienst sowie des THW. Phasenweise, vor allem unmittelbar nach der Bombensprengung,  lag die  Anzahl der Einsatzkräfte bei rund 1.000. Rund 25 Personen waren während des gesamten Einsatzverlaufes in der sogenannten Gefahrenabwehrleitung (GAL, Einsatzstab auf der Feuerwache 3) und der sogenannten Örtlichen Einsatzleitung (ÖEL, Einsatzleitung vor Ort) tätig.

Die Verantwortlichen der Feuerwehr wurden durch Verbindungspersonen und Fachberater von Polizei, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk, Stadtwerke München und Bundeswehr verstärkt. Weiter wurden die Münchner Kräfte durch sogenannte Schnelleinsatzgruppen Betreuung aus den Landkreisen FFB, DAH und STA sowie punktuell durch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Landkreis München verstärkt.

Besonderer Dank

Auch der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Christian Ude, war als Stadtoberhaupt vor Ort und verfolgte die Einsatzmaßnahmen sowie die Sprengung der Bombe. Im Rahmen einer Pressekonferenz bedankte er sich explizit für das umfassende und professionelle Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Freiwilligen Feuerwehr München. Stadtbrandrat Rupert Saller nahm diesen besonderen Dank gerne stellvertretend entgegen.

Alarmierte Einheiten und Tätigkeiten der FF München

  • Mehrere FFM-Führungskräfte arbeiteten während des gesamten Einsatzes in der Örtlichen Einsatzleitung (ÖEL) und der Gefahrenabwehrleitung (GAL).
  • Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) stellte über die gesamte Einsatzdauer rund um die Uhr den Betrieb des Katastropheneinsatzleitfahrzeuges (KELF) sicher.
  • 2 Kradmelder (Feuerwehrleute mit Feuerwehrmotorrädern) übernahmen zahlreiche Erkundungs- und „Blaulicht-Kurierfahrten“.
  • 4 FFM-Fahrzeuge unterstützten bei der Durchführung der Bevölkerungswarnung mit mobilen Lautsprecheranlagen.
  • 8 FFM-Löschzüge übernahmen nach der Sprengung, in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr, die Brandbekämpfungs- und Notfallmaßnahmen vor Ort.
  • Zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr München, wurde unmittelbar nach der Sprengung ein Vollalarm für alle FFM-Abteilungen ausgelöst. In Folge wurden alle 10 Berufsfeuerwachen durch FFM-Fahrzeuge besetzt und die entsprechenden Einsätze abgearbeitet.
  • 5 FFM-Löschzüge waren bei der Evakuierung der Bewohner, 2 FFM-Löschzüge, bei der Rückführung von Betroffenen in ihre Wohnungen eingesetzt.
  • Mehrere FFM-Abteilungen unterstützten zudem bei Logistik und Transport von Dämmmaterialien und Strohballen.